BASF liefert für 2026 vor allem eines: eine große Bandbreite – und damit ein klares Signal, wie schwer die Lage planbar ist. Schwache Konjunktur, Währungseffekte und US-Zölle drücken auf die Visibilität. Kann der Konzern den Gegenwind mit seinem Umbau und Kostensenkungen ausgleichen?

2025: Operativ schwächer – Gewinn durch Sondereffekte gestützt

Im Geschäftsjahr 2025 rutschte der Umsatz um knapp drei Prozent auf rund 59,7 Milliarden Euro. Zwar legte der Absatz leicht zu. Doch niedrigere Verkaufspreise und negative Währungseffekte fraßen den Fortschritt wieder auf.

Deutlicher zeigt sich das im operativen Ergebnis: Das bereinigte EBITDA sank um 9,5 Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro – und lag damit unter der BASF-eigenen Zielspanne von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich stieg der Gewinn für Aktionäre trotzdem von 1,3 auf 1,6 Milliarden Euro. Treiber waren ein Sonderertrag aus dem Verkauf des Baufarben-Geschäfts an Sherwin-Williams sowie Zahlungen des Bundes aus Staatsgarantien im Zusammenhang mit früheren Russlandaktivitäten der Tochter Wintershall DEA.

An der Börse blieb die Stimmung zuletzt verhalten: Am Freitag schloss die Aktie bei 48,55 Euro (-2,22%). Auf 30 Tage steht ein Plus von 5,50%, seit Jahresanfang 8,52%.

2026: Breite Prognosespanne und spürbare Währungsrisiken

Für 2026 stellt BASF ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro in Aussicht. Diese breite Spanne unterstreicht die Unsicherheit. CEO Markus Kamieth dämpfte am Freitag zudem die Erwartungen: Kurzfristig rechne man weder mit einer nennenswerten Markterholung noch mit einer deutlichen geopolitischen Entspannung.

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Ein konkreter Belastungsfaktor ist der US-Dollar. Allein im ersten Quartal könnte die Dollar-Schwäche das operative Ergebnis laut Unternehmen um bis zu 200 Millionen Euro drücken. Zudem verlief die Mengenentwicklung im Januar laut BASF – mit Ausnahme von China – schwach.

Innerhalb der Segmente fällt das Bild gemischt aus: Nutrition & Care sowie Chemicals sollen ihre Ergebnisse deutlich steigern, Industrial Solutions erwartet einen leichten Zuwachs. Materials und Agricultural Solutions dürften währungsbedingt leicht zurückfallen. Beim Free Cashflow peilt BASF 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro an, nach 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2025.

Umbau, Kapitalrückführung und Bilanz: Lichtblicke mit klaren Zahlen

Beim Sparprogramm liefert BASF dagegen messbare Fortschritte. Bis Ende 2025 wurden jährliche Kostensenkungen von rund 1,7 Milliarden Euro erreicht – 100 Millionen mehr als geplant. Für Ende 2026 hebt der Konzern das Ziel nun auf 2,3 Milliarden Euro an (zuvor: 2,1 Milliarden). Gleichzeitig wurden zwischen Dezember 2023 und Dezember 2025 die Führungskräfte um 11% reduziert; die Zahl der Mitarbeitenden sank um rund 4.800 (ohne die etwa 1.000 Neueinstellungen am neuen Verbundstandort in China).

Auch die Kapitalrückführung bleibt planbar: Für 2025 soll erneut eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie gezahlt werden. Zusätzlich läuft ein zeitlich vorgezogener Aktienrückkauf: Zwischen November 2025 und Ende Juni 2026 will BASF eigene Aktien im Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro erwerben – als Teil eines angekündigten Gesamtprogramms von mindestens 4 Milliarden Euro bis Ende 2028.

In der Bilanz meldet BASF sinkende Nettoschulden: Ende 2025 lagen sie bei 18,3 Milliarden Euro. CFO Elvermann kündigte an, 2026 einen wesentlichen Teil der Erlöse aus Portfoliomaßnahmen zur weiteren Stärkung der Bilanz zu nutzen. Zudem flossen 2025 laut Unternehmen rund 900 Millionen Euro aus Staatsgarantien; im ersten Halbjahr 2026 sollen weitere rund 800 Millionen Euro folgen.

Zum Kalender: Die Hauptversammlung ist für den 30. April 2026 angesetzt, dort soll auch über die Wahl von Mark Garrett als neues Aufsichtsratsmitglied abgestimmt werden.

Unterm Strich bleibt die Lage zweigeteilt: Operativ hat BASF 2025 die eigene Zielmarke verfehlt, liefert aber beim Umbau, beim Free-Cashflow-Ausblick und bei der Bilanz greifbare Fortschritte – während die breite EBITDA-Spanne für 2026 zeigt, wie stark Konjunktur, Währungen und Handelspolitik weiter auf die Planung drücken.

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