Thyssenkrupp Aktie: Derzeitige Marktanalyse
Thyssenkrupp liefert gleich mehrere Signale, die zusammen ein klares Bild zeichnen: Der Konzernumbau geht voran, doch der Markt bleibt nervös. Während ein neuer Liefervertrag für CO₂-reduzierten Stahl mit BMW operativ Rückenwind verspricht, fällt parallel eine kleine, aber beachtete Bewegung im Aktionariat auf. Wie viel Gewicht haben diese Nachrichten für die laufende Transformation?
Staatsfonds reduziert – knapp unter 3% direkt
Gestern hat Thyssenkrupp eine Stimmrechtsmitteilung veröffentlicht: Der norwegische Staat (über das Finanzministerium) ist am 25. Februar bei den direkt gehaltenen Stimmrechten unter die 3%-Schwelle gerutscht. Direkt hält Norwegen nun 2,99% (18.596.176 Aktien) statt zuvor 3,01%. Über Instrumente kommen weitere 0,28% hinzu – damit liegt der Gesamtanteil bei 3,26%.
Die Veränderung ist klein. Aber sie zeigt: Selbst ein großer, langfristig orientierter Investor hat seine Position zuletzt minimal angepasst – ein Detail, das in einer ohnehin angespannten Phase für den Titel zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugt.
Grüner Stahl für BMW – bluemint® geht in Serie
Operativ setzt die Stahlsparte gleichzeitig ein Ausrufezeichen: Thyssenkrupp Steel will ab 2026 CO₂-reduzierten bluemint® recycled-Stahl an die BMW Group liefern – konkret für die Serienproduktion des BMW iX3. Eingesetzt werden soll das Material unter anderem für Außenhaut-Bauteile, Interieur-Komponenten und das Batteriegehäuse.
Wichtig an der Meldung: BMW kann den Stahl laut Angaben ohne Anpassungen in bestehende Prozesse integrieren. Zudem verweist Thyssenkrupp auf TÜV Süd-verifizierte CO₂-Einsparungen. Genannt wird eine Emissionszahl von 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmbreitband, das entspreche 1,35 Tonnen weniger als bei konventioneller Produktion.
Damit passt der Deal in die Dekarbonisierungs-Roadmap: In Duisburg ist eine wasserstofffähige Direktreduktionsanlage geplant (bis zu 2,5 Mio. Tonnen DRI pro Jahr), die eine CO₂-Reduktion von bis zu 3,5 Mio. Tonnen jährlich ermöglichen soll. Spätestens bis 2045 soll die Produktion auf klimaneutralen bluemint®-Stahl umgestellt werden.
Aktie bleibt wacklig – Restrukturierung als Bremsklotz
Trotz solcher operativen Impulse blieb die Aktie zuletzt unter Druck. Gestern schloss sie bei 10,57 Euro. Auf 7 Tage ergibt sich ein Minus von 6,91% (30 Tage: -6,17%). Gleichzeitig liegt das Papier auf 12-Monats-Sicht mit +37,92% weiter deutlich im Plus – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Schwäche eher eine Phase innerhalb eines größeren Erholungsbildes ist.
Im Hintergrund wirken die Quartalszahlen (Q1 2025/2026) nach: Zwar meldete der Konzern 7,2 Mrd. Euro Umsatz und ein bereinigtes EBIT von 211 Mio. Euro, doch Restrukturierungskosten von 401 Mio. Euro bei Steel Europe drückten das Ergebnis auf einen Nettoverlust von 334 Mio. Euro. Die Jahresprognose blieb bestätigt – nur: Der Umbau kostet sichtbar Geld, und genau das schlägt sich immer wieder im Sentiment nieder.
Der Blick auf den Chart unterstreicht die fragile Lage: Der Kurs liegt fast exakt am 50-Tage-Durchschnitt (10,65 Euro), während der RSI (14 Tage) bei 68,2 notiert – also nahe an einem Bereich, in dem Bewegungen schnell überhitzt wirken können.
Konzernumbau: Viele Baustellen, enger Zeitplan
Strategisch bleibt Thyssenkrupp im „Jahr der Umsetzung“ der ACES-2030-Strategie. Genannt werden mehrere parallele Schritte: Die Marinesparte TKMS ist bereits eigenständig börsennotiert und weist einen Auftragsbestand von 18,7 Mrd. Euro aus. Außerdem laufen laut Quelle vertrauliche Gespräche über einen möglichen Mehrheitsverkauf von Steel Europe. Für Materials Services steht zudem im Raum, im Herbst 2026 Optionen wie IPO, Spin-off oder Verkauf zu prüfen. Und beim Hüttenwerk HKM soll Salzgitter ab dem 1. Juni 2026 alleiniger Gesellschafter werden.
Unterm Strich erklärt das auch die Volatilität: Viele Projekte können Wert freisetzen – aber jedes einzelne hängt an Timing, Struktur und Umsetzung.
Zum nächsten festen Termin wird es dann konkret: Am 12. Mai 2026 legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Bis dahin dürften vor allem die Entwicklungen rund um Steel Europe und Materials Services das Tempo und die Wahrnehmung des Umbaus bestimmen.
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