Bei Thyssenkrupp verdichten sich im März gleich mehrere Entscheidungen, die den Konzernumbau beschleunigen könnten. Im Fokus stehen zwei Baustellen: die mögliche Verselbstständigung von Materials Services und die laufende Prüfung für einen Stahl-Deal mit Jindal. Kein Wunder, dass der Markt auf diese Gemengelage nervös reagiert.

Heute verliert die Aktie 6,00% auf 9,51 Euro und liegt damit klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 10,70 Euro – ein Zeichen, dass die Transformation kurzfristig mehr Fragen als Rückenwind liefert.

Materials Services: IPO, Abspaltung oder Verkauf?

Für die Handelssparte Materials Services prüft Thyssenkrupp laut Insidern mehrere Wege: Abspaltung, Börsengang oder Verkauf. Ein IPO könnte demnach bereits im Herbst 2026 über die Bühne gehen.

Dabei geht es nicht um ein Randgeschäft. Materials Services brachte im Geschäftsjahr 2024/25 laut Konzernangaben 11,4 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt mehr als 15.000 Mitarbeiter. Zusätzlich steht eine Umwandlung in eine KGaA im Raum – ein Modell, das bei Anteilsverkäufen mehr Kontrolle sichern kann.

Entscheidend ist aber eine operative Hürde: Das Management knüpft den nächsten Schritt daran, dass die Sparte bis Ende März im laufenden zweiten Geschäftsquartal eine bessere Performance zeigt. Schafft Materials Services diese operative Wende bis Ende März, um den Zeitplan Richtung 2026-Transaktion zu stützen? Genau daran dürften sich die nächsten Wochen messen lassen.

Stahlsparte: Due Diligence – und ein BMW-Vertrag

Parallel laufen vertrauliche Gespräche mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe. Kernpunkt ist eine umfassende Due Diligence.

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Auf der Meilenstein-Liste stehen zudem bereits erreichte Etappen: Der Tarifvertrag zur Stahl-Neuausrichtung wurde im Dezember 2025 abgeschlossen, im Februar 2026 folgte ein Term Sheet mit Salzgitter. Die HKM-Anteile sollen zum 1. Juni 2026 an Salzgitter übergehen.

Operativ liefert die Stahlsparte aber auch positive Signale: Ab 2026 soll CO₂-reduzierter bluemint® recycled-Stahl an BMW für die Serienproduktion des BMW iX3 gehen – unter anderem für Karosserieaußenteile, Innenelemente und das Batteriegehäuse. Thyssenkrupp nennt TÜV Süd-verifizierte Einsparungen von 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmbreitband (1,35 Tonnen weniger als konventionelle Methoden).

Quartalszahlen: Besseres EBIT, aber hoher Umbau-Preis

Im ersten Quartal 2025/26 zeigte sich die Zerrissenheit des Konzerns deutlich: Das bereinigte EBIT stieg um 10% auf 211 Millionen Euro. Gleichzeitig stand unter dem Strich ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Als Haupttreiber nennt der Konzern die hohen Umbaukosten bei Steel Europe von 401 Millionen Euro.

Dazu kam ein Umsatzrückgang um 8% auf 7,2 Milliarden Euro – ein Fingerzeig auf das herausfordernde Umfeld. Immerhin: Das Management bestätigte die Jahresprognose.

Konkret wird es als nächstes am 12. Mai 2026 mit dem Halbjahresbericht. Bis dahin dürften vor allem zwei Punkte den Takt vorgeben: ob Materials Services bis Ende März operativ nachlegt – und ob die Due Diligence mit Jindal in Richtung verbindliches Angebot vorankommt.

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