Der Industrie-Konzern treibt seinen radikalen Umbau zur Finanzholding mit hohem Tempo voran. Nach dem geglückten Börsengang der Marinesparte rückt nun die Handelssparte Materials Services in den Mittelpunkt strategischer Überlegungen. Doch während das Management die nächste Aufspaltung plant, belasten massive Restrukturierungskosten im Stahlgeschäft die Bilanz schwer.

Pläne für Materials Services konkretisiert

Das Management in Essen stellt die Weichen für den nächsten großen Schritt: Die Handelssparte Materials Services könnte noch im Jahr 2026 verselbstständigt werden. Insider berichten, dass ein Börsengang (IPO) bereits für den Herbst als realistische Option gehandelt wird. Auch eine Abspaltung oder ein Verkauf werden geprüft.

Dabei geht es um beachtliche Dimensionen. Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 11,4 Milliarden Euro und über 15.000 Mitarbeitern ist die Sparte eine zentrale Säule des Konzerns. Um den Weg für einen Exit zu ebnen, hat die Führungsetage jedoch eine klare Bedingung formuliert: Bis Ende März, also zum Abschluss des zweiten Geschäftsquartals, muss die Sparte operative Verbesserungen nachweisen.

Stahlsparte drückt ins Minus

Während die Pläne für den Handel geschmiedet werden, bleibt das Stahlgeschäft die größte Baustelle. Zwar konnte Thyssenkrupp das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) im ersten Quartal um 10 Prozent auf 211 Millionen Euro steigern, doch unter dem Strich steht ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro.

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Verantwortlich für die roten Zahlen sind primär die Kosten für den Umbau der Stahlsparte Steel Europe, die allein mit 401 Millionen Euro zu Buche schlugen. Der Konzern arbeitet parallel an einer Lösung: Die Due Diligence für einen möglichen Verkauf an Jindal Steel läuft, und die Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) sollen bis Juni an Salzgitter gehen. Operativ gibt es Lichtblicke durch einen Liefervertrag für CO₂-reduzierten Stahl an BMW, doch die finanziellen Lasten der Transformation dominieren derzeit das Bild.

Anleger bleiben vorsichtig

Der Kapitalmarkt reagiert auf diese komplexe Gemengelage zurückhaltend. Die Aktie verlor in den letzten 30 Tagen rund 9,4 Prozent an Wert und notiert bei 10,12 Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von über 13 Euro verdeutlicht die Skepsis der Investoren, ob der Spagat zwischen hohen Umbaukosten und strategischer Neuausrichtung gelingt.

Als Blaupause für den Erfolg dient indes die ehemalige Unternehmenstochter TKMS. Die Marinesparte ist seit Oktober 2025 eigenständig an der Börse und mittlerweile im MDAX gelistet. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro zeigt sie, wie wertvoll die Einzelteile des Konglomerats sein können.

Ausblick

Die Transformation zur „Group of Companies“ nimmt weiter Form an, doch die kommenden Monate sind entscheidend. Der nächste wichtige Fixpunkt für Aktionäre ist der 12. Mai 2026, wenn Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vorlegt. Bis dahin muss sich zeigen, ob die operative Wende bei Materials Services gelingt und die Verkaufsgespräche im Stahlsektor in verbindliche Vereinbarungen münden.

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