Thyssenkrupp Aktie: Milliarden-Deal rückt näher
Thyssenkrupp steht vor der nächsten milliardenschweren Weichenstellung. Während die Verhandlungen über den Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel laufen, bereitet der Konzern bereits den nächsten großen Schritt vor: die Verselbstständigung von Materials Services. Die Handelssparte mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz könnte schon im Herbst an die Börse gehen. Doch zunächst muss das Geschäft bis Ende März liefern.
Materials Services: Börsengang noch 2026 möglich
Die Pläne für die Werkstoffhandels-Sparte nehmen konkrete Formen an. Laut Insidern werden mehrere Optionen geprüft: Abspaltung, Börsengang oder Verkauf. Besonders interessant: Eine Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) könnte dem Konzern ermöglichen, auch nach einem Teilverkauf die Kontrolle zu behalten.
Ein Börsengang sei bereits im Herbst machbar, heißt es aus Unternehmenskreisen. Materials Services macht über ein Drittel des Konzernumsatzes aus und beschäftigt mehr als 15.000 Mitarbeiter. Die Sparte bietet Logistik- und Verarbeitungsdienstleistungen für Materialien wie Stahl und Kunststoffe an. Damit wäre die Transaktion noch größer als der TKMS-Börsengang.
Allerdings knüpft das Management den nächsten Schritt an eine klare Bedingung: Bis Ende März muss die Sparte im laufenden zweiten Geschäftsquartal eine bessere Performance zeigen. „Wir sind zuversichtlich, dass Materials Services erfolgreich an den Kapitalmarkt gebracht werden kann – auch in einem herausfordernden Umfeld", erklärt Thyssenkrupp. Der genaue Zeitpunkt hänge von den Marktbedingungen ab.
Stahlverkauf: Due Diligence mit Jindal läuft
Parallel laufen die vertraulichen Verhandlungen mit Jindal Steel International über den Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe. Die umfassende Due Diligence ist im Gange. Mit dem Abschluss des Tarifvertrags zur Stahl-Neuausrichtung im Dezember 2025 und dem Term Sheet mit Salzgitter im Februar 2026 hat der Konzern wichtige Meilensteine erreicht. Die HKM-Anteile sollen zum 1. Juni 2026 an Salzgitter übergehen.
Operativ setzt Steel Europe bereits auf die Zukunft: Ab 2026 liefert die Sparte CO₂-reduzierten bluemint® recycled-Stahl an BMW für die Serienproduktion des iX3 – auch für sicherheitskritische Bauteile. Der CO₂-Ausstoß liegt bei 0,75 Tonnen pro Tonne Warmbreitband, 1,35 Tonnen weniger als bei konventioneller Herstellung.
Operative Verbesserung trotz hoher Belastungen
Im ersten Quartal 2025/26 verbesserte sich das bereinigte EBIT leicht auf 211 Millionen Euro. Der Konzernumsatz sank um 8 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, der Auftragseingang ging erwartungsgemäß auf 7,7 Milliarden Euro zurück – im Vorjahresquartal hatten Großaufträge bei TKMS die Vergleichsbasis deutlich erhöht.
Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro, getrieben von Restrukturierungskosten bei Steel Europe in Höhe von 401 Millionen Euro. Die Transformation zur Finanzholding unter dem ACES-2030-Zukunftsmodell läuft auf Hochtouren.
TKMS entwickelt sich derweil zum Wachstumsanker: Die Rüstungstochter, seit Oktober 2025 börsennotiert und seit Dezember im MDAX, verfügt über einen Rekordauftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro. Darin enthalten ist der größte Torpedoauftrag der Unternehmensgeschichte für die Deutsche Marine. Thyssenkrupp hält 51 Prozent.
Am 12. Mai 2026 legt der Konzern den Halbjahresbericht vor. Bis dahin entscheidet sich, ob Materials Services die geforderte Verbesserung bis Ende März erreicht – und ob CEO Miguel López den nächsten großen Portfolio-Schritt noch 2026 vollziehen kann.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 02. März liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








