Thyssenkrupp dreht weiter am Konzern-Umbau zur Finanzholding – doch ausgerechnet die nächste große Portfolio-Option hängt an einer harten operativen Vorgabe. Im Mittelpunkt steht Materials Services: Die Sparte soll bis Ende März spürbar besser liefern, sonst dürfte sich der nächste Schritt verzögern. Wie eng Strategie und Quartalsleistung jetzt miteinander verzahnt sind, zeigt der Blick auf die aktuellen Baustellen im Konzern.

Materials Services: Abtrennung nur bei besserer Performance

Die größte Weichenstellung der kommenden Wochen betrifft das milliardenschwere Handelsgeschäft Materials Services. Insidern zufolge werden mehrere Optionen geprüft: Abspaltung, Börsengang oder Verkauf. Zudem steht die Idee im Raum, die Sparte in eine KGaA-Struktur zu überführen – damit könnte Thyssenkrupp die Kontrolle behalten, selbst wenn eine Mehrheit abgegeben wird.

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Entscheidend ist dabei die interne Messlatte: Das Management knüpft eine mögliche Abtrennung daran, dass sich die Performance im laufenden zweiten Geschäftsquartal bis Ende März „spürbar“ verbessert. Ein Konzernsprecher zeigte sich zwar zuversichtlich, dass ein Kapitalmarkt-Schritt auch in einem herausfordernden Umfeld möglich ist, verwies aber zugleich auf das Marktumfeld als Timing-Faktor.

Zahlen zum Auftakt: Operativ besser, Netto tiefrot

Im ersten Quartal 2025/26 sank der Umsatz auf 7,2 Mrd. Euro (minus 8% zum Vorjahr). Operativ ging es dennoch aufwärts: Das bereinigte EBIT stieg um 10% auf 211 Mio. Euro, die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern.

Unterm Strich steht jedoch ein Periodenfehlbetrag von 334 Mio. Euro – nach 33 Mio. Euro im Vorjahr. Haupttreiber waren Restrukturierungsaufwendungen bei Steel Europe von 401 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote liegt weiterhin bei 37% und bleibt damit ein Stabilitätsfaktor in der laufenden Transformation.

Am Markt spiegelt sich die Gemengelage zuletzt in schwächerer Kurzfrist-Performance: Am Freitag schloss die Aktie bei 10,47 Euro, in den vergangenen sieben Tagen ging es um 7,79% abwärts.

Steel Europe und TKMS: Parallel laufen die großen Projekte

Während Materials Services auf Bewährung läuft, bleiben die Verhandlungen rund um Steel Europe ein zweiter Taktgeber. Thyssenkrupp hat vertrauliche Gespräche mit Jindal Steel International aufgenommen; eine umfassende Due Diligence läuft. Zudem wurden wichtige Schritte bereits abgehakt: Die Restrukturierungsvereinbarung „Steel Realignment“ im Dezember 2025 sowie ein Term Sheet mit Salzgitter im Februar 2026 zur Fortsetzung von HKM. Geplant ist, dass Steel Europe die HKM-Anteile zum 1. Juni 2026 an Salzgitter verkauft.

Rückenwind liefert der Bereich Marine Systems: TKMS ist seit Oktober 2025 eigenständig börsennotiert, Thyssenkrupp hält 51%. Zum 31. Dezember 2025 lag der Auftragsbestand auf Rekordniveau bei 18,7 Mrd. Euro, inklusive des im ersten Quartal unterzeichneten größten Torpedo-Auftrags der Konzerngeschichte für die Bundesmarine.

Zum Hintergrund gehört außerdem eine Stimmrechtsmeldung: Der norwegische Staat rutschte bei den direkt gehaltenen Stimmrechten am 25. Februar unter 3% auf 2,99%; über Instrumente kommen 0,28% hinzu, insgesamt liegt der Anteil damit bei 3,26%.

Zum nächsten Fixpunkt wird der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026. Bis dahin dürfte vor allem zählen, ob Materials Services die geforderte operative Verbesserung bis Ende März erreicht – denn davon hängt ab, ob Thyssenkrupp den nächsten Portfolio-Schritt schon im weiteren Jahresverlauf konkreter vorantreiben kann.

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