Thyssenkrupp Aktie: Marktanpassungen voraus?
Thyssenkrupp stellt im März die Weichen gleich an mehreren Fronten: Das lukrative Handelsgeschäft Materials Services könnte noch 2026 verselbstständigt werden – parallel läuft die Due Diligence für einen möglichen Verkauf der Stahlsparte an Jindal. Der Konzernumbau hin zu einer Finanzholding wird damit greifbar. Entscheidend ist jetzt, ob die nächsten operativen Schritte im Zeitplan sitzen.
An der Börse spiegelt sich die Gemengelage zuletzt in wackliger Stimmung: Die Aktie notiert heute bei 10,16 Euro (-2,96%) und liegt damit auch unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 10,69 Euro.
Materials Services: Nächste Stufe schon 2026?
Die größte kurzfristige Weichenstellung betrifft Materials Services. Insidern zufolge prüft Thyssenkrupp mehrere Optionen: Abspaltung, Börsengang oder Verkauf – ein IPO wäre demnach bereits im Herbst möglich.
Das Geschäft ist für den Konzern kein Nebenkriegsschauplatz: Materials Services kam im Geschäftsjahr 2024/25 auf 11,4 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt mehr als 15.000 Mitarbeiter. Zusätzlich steht eine mögliche Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) im Raum – ein Konstrukt, das bei Anteilsverkäufen mehr Kontrolle sichern kann.
Der Haken: Bis Ende März muss die Sparte eine operative Verbesserung liefern. Diese Marke ist zentral, weil davon abhängt, wie schnell Thyssenkrupp den nächsten Portfolioschritt im weiteren Jahresverlauf tatsächlich konkretisieren kann.
Steel Europe: Verkaufsgespräche, HKM-Deal und „grüner“ Stahl
Parallel laufen vertrauliche Gespräche mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe. Im Zentrum steht eine umfassende Due-Diligence-Prüfung – also die detaillierte Durchleuchtung von Zahlen, Verträgen und Risiken.
Zugleich wurden zuletzt zwei wichtige Bausteine für die Stahl-Neuausrichtung gesetzt: Der Tarifvertrag aus Dezember 2025 und die Einigung auf ein Term Sheet mit Salzgitter zur Zukunft von HKM im Februar 2026. Konkret geplant ist, dass Steel Europe die HKM-Anteile zum 1. Juni 2026 an Salzgitter verkauft.
Ein operatives Signal kommt über die Kundenseite: Ab 2026 liefert Thyssenkrupp Steel CO₂-reduzierten bluemint® recycled-Stahl an BMW für die Serienproduktion des iX3. Genannt werden Emissionen von 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmbreitband – laut Unternehmen eine Reduktion um 1,35 Tonnen gegenüber konventioneller Produktion (TÜV Süd verifiziert).
Zahlen: EBIT plus, Restrukturierung drückt unterm Strich
Im ersten Quartal 2025/26 sank der Umsatz um 8% auf 7,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg das bereinigte EBIT um 10% auf 211 Millionen Euro, die Jahresprognose bestätigte der Konzern.
Trotzdem blieb unter dem Strich ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Haupttreiber waren Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro bei Steel Europe. Genau dieser sichtbare Umbau-Aufwand bleibt der Punkt, der das Sentiment immer wieder belastet – selbst wenn operative Kennzahlen sich stabilisieren.
Zum Konzernumbau gehört auch TKMS: Die Marinesparte wurde bereits als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen aufgestellt, Thyssenkrupp hält 51%. Zum 31. Dezember 2025 lag der Auftragsbestand bei 18,7 Milliarden Euro.
Am 12. Mai 2026 steht der nächste Fixpunkt an: Dann legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor – und bis dahin dürften vor allem die Fortschritte bei Materials Services (operative Ziele bis Ende März) sowie die nächsten Schritte rund um Steel Europe und den HKM-Verkauf das Tempo der Transformation bestimmen.
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