Der Essener Industriekonzern rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro. Grund sind massive Rückstellungen für die Restrukturierung der Stahlsparte Steel Europe – und die Probleme türmen sich an mehreren Fronten gleichzeitig auf.

Die Eckdaten der Prognose:
- Nettoverlust: 400 bis 800 Millionen Euro
- Bereinigtes EBIT: 500 bis 900 Millionen Euro
- Free Cashflow vor M&A: minus 300 bis 600 Millionen Euro
- Umsatz: minus 2% bis plus 1%

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Besonders bitter: Der positive Free Cashflow von 363 Millionen Euro aus dem Vorjahr wird sich ins Negative drehen. Das dritte Jahr in Folge mit positivem Cashflow endet damit abrupt.

Stahlsparte sucht neuen Eigentümer

Die Verhandlungen mit dem indischen Konzern Jindal Steel International über einen Verkauf der Stahlsparte laufen weiter. CEO Miguel López zeigt sich vorsichtig optimistisch – Jindal betrachte die laufenden Restrukturierungsbemühungen als Grundlage für ein mögliches Engagement.

Das Problem wiegt schwer: Die Stahlsparte schleppt Pensionsverpflichtungen von 2,5 Milliarden Euro mit sich. Der Buchwert liegt bei 2,4 Milliarden Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr musste die Division bereits Wertminderungen von 600 Millionen Euro hinnehmen – asiatische Konkurrenz, US-Zölle und die schwache europäische Konjunktur hinterlassen Spuren.

Produktionsstopp bei Electrical Steel

Zusätzlicher Druck kommt von der Tochter Thyssenkrupp Electrical Steel. Die Werke in Gelsenkirchen und im französischen Isbergues wurden Mitte Dezember komplett heruntergefahren. Ab Januar läuft Isbergues nur noch mit halber Kapazität.

Der Grund: Billigimporte aus Asien haben sich seit 2022 verdreifacht, allein 2025 stiegen sie um weitere 50%. Rund 1.200 Arbeitsplätze in Deutschland und Frankreich sind gefährdet.

Rechtsstreit mit Salzgitter

Parallel eskaliert der Konflikt um das Joint Venture HKM. Salzgitter hat ein Schiedsverfahren eingeleitet, nachdem Thyssenkrupp im April einen Liefervertrag gekündigt hatte. Salzgitter-CEO Gunnar Groebler signalisierte Bereitschaft, HKM mit reduzierter Kapazität von 2 bis 2,5 Millionen Tonnen fortzuführen – statt bisher 4,2 Millionen Tonnen. Die Belegschaft würde von 3.000 auf etwa 1.000 Mitarbeiter schrumpfen.

Am 30. Januar steht die ordentliche Hauptversammlung an. Der Vorstand schlägt trotz der Verlustprognose eine Dividende von 0,15 Euro je Aktie vor. Die Aktie notiert aktuell bei 9,72 Euro und hat damit seit dem 52-Wochen-Hoch im Oktober rund ein Viertel an Wert verloren.

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