SAP steckt in einem Dilemma. Während der Konzern operativ stark abliefert – Cloud-Wachstum über 25 Prozent, Free Cashflow von mehr als 8 Milliarden Euro – dümpelt die Aktie nur knapp über dem Jahrestief. Am Dienstag tritt SAP bei der Morgan Stanley Technology Conference auf. Der Markt erwartet konkrete Antworten auf eine zentrale Frage: Kann SAP seine KI-Strategie schnell genug monetarisieren, bevor die Transformation klassische Geschäftsmodelle obsolet macht?

Conference als Prüfstein

Muhammad Alam, Vorstand für Product & Engineering, hält am 3. März ab 16:00 Uhr MEZ einen Fireside Chat auf der Morgan Stanley Konferenz. Der 35-minütige Auftritt wird live übertragen. Investoren erwarten substanzielle Aussagen zur Cloud-Roadmap und zur KI-Monetarisierung – genau jenen Bereichen, die den Kurs seit Monaten belasten.

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Die Nervosität hat einen konkreten Grund: Im vierten Quartal 2025 enttäuschte der Cloud-Auftragsbestand die Erwartungen. Seither zweifeln Anleger, ob SAP das Tempo der technologischen Transformation mitgehen kann.

Operative Stärke ohne Kurstreiber

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Das IFRS-Betriebsergebnis verdoppelte sich 2025 nahezu auf 9,83 Milliarden Euro. Für 2026 peilt das Management einen Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro an – ein Wachstum von 23 bis 25 Prozent. Der Free Cashflow soll die 10-Milliarden-Marke erreichen.

Trotzdem notiert die Aktie bei 170,32 Euro, nur rund 2 Prozent über dem 52-Wochen-Tief. Auf Jahressicht steht ein Minus von mehr als 36 Prozent zu Buche.

SAP kontert mit einem 10-Milliarden-Euro-Aktienrückkaufprogramm über zwei Jahre und einer vorgeschlagenen Dividende von 2,50 Euro je Aktie. Die Maßnahmen zeigen: Finanziell steht der Konzern solide da. Die Bewertung spiegelt das nicht wider.

Strategische Schachzüge im Healthcare-Sektor

Mit dem Investment in Avelios Medical bereitet SAP den Rückzug aus dem klassischen Krankenhaus-IT-Geschäft (IS-H) bis 2030 vor. Das cloud-native System von Avelios läuft auf der SAP Business Technology Platform und nutzt deren KI-Services. Finanzielle Details nannten beide Seiten nicht.

Parallel migrierte der FC Bayern München seine komplette IT-Infrastruktur auf RISE with SAP. Über 9,5 Millionen Fan-Datensätze und 25.000 Produktdatensätze laufen jetzt in der Cloud – mit 99,9 Prozent Verfügbarkeit und EU-Datenhaltung. Für SAP ist der Deal eine prestigeträchtige Referenz.

Countdown bis zu den Quartalszahlen

Am 23. April 2026 folgt der harte Test: die Q1-Zahlen. Dann zeigt sich, ob die Jahresziele 2026 mehr sind als ambitionierte Prognosen. Der Markt will Belege sehen, dass SAP neue Technologien in messbarem Umfang zu Geld macht.

Die operative Story stimmt. Nun muss SAP das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen – mit konkreten Fortschritten statt weiterer Versprechen. Der Auftritt am Dienstag könnte ein erster Schritt sein.

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