Thyssenkrupp drückt beim Konzernumbau weiter aufs Gas – doch die jüngsten Zahlen zeigen, wie teuer diese Transformation gerade ist. Gleichzeitig rückt mit der möglichen Verselbstständigung von Materials Services bereits die nächste große Portfolio-Entscheidung näher. Kann der Konzern die Umbau-Story trotz hoher Sonderkosten überzeugend fortschreiben?

Zahlen: Operativ besser, unterm Strich rot

Im ersten Quartal 2025/26 hat Thyssenkrupp zwar operativ zugelegt, unter dem Strich aber deutlich verloren. Der Nettoverlust lag bei 334 Mio. Euro nach 33 Mio. Euro im Vorjahr. Haupttreiber waren Restrukturierungskosten von 401 Mio. Euro in der Stahlsparte Steel Europe.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?

Operativ zeigt sich dagegen ein stabileres Bild: Der Umsatz sank um 8% auf 7,2 Mrd. Euro, unter anderem durch Nachfrageschwankungen und Preiseffekte. Das bereinigte EBIT stieg um 10% auf 211 Mio. Euro. Auf dieser Basis bestätigte der Konzern die Jahresprognose und erwartet weiterhin ein bereinigtes EBIT von 500 bis 900 Mio. Euro.

Am Markt bleibt das Bild gemischt: Die Aktie schloss am Freitag bei 10,47 Euro (Tag: -0,95%), in den letzten sieben Tagen ging es jedoch um -7,79% nach unten. Auf 12 Monate steht der Titel trotz der jüngsten Schwäche mit +36,61% deutlich im Plus.

Materials Services: Abspaltung mit März-Bedingung

Die Signale verdichten sich, dass Thyssenkrupp Materials Services (MX) noch in diesem Jahr abgespalten, an die Börse gebracht oder veräußert werden könnte. Parallel prüft der Konzern eine Änderung der Rechtsform, um auch bei einem möglichen Mehrheitsverkauf Kontrolle zu behalten.

Brisant ist vor allem der Timing-Faktor: MX macht mehr als ein Drittel des Konzernumsatzes aus und setzte im vergangenen Geschäftsjahr 11,4 Mrd. Euro um. Eine Verselbstständigung könnte laut den laufenden Überlegungen bereits im Herbst möglich sein. Allerdings knüpft das Management den nächsten Schritt an eine klare Bedingung: Bis Ende März muss die Sparte im laufenden zweiten Geschäftsquartal eine bessere Performance zeigen.

Steel-Verhandlungen und TKMS als Stabilitätsanker

Während bei Materials Services die nächste Transaktion vorbereitet wird, laufen bei Steel Europe die Gespräche über einen möglichen Mehrheitsverkauf an Jindal Steel International weiter. Im Zentrum steht laut Quartalsbericht eine umfassende Due Diligence. Zudem soll der Verkauf der HKM-Anteile an Salzgitter zum 1. Juni 2026 erfolgen.

Rückenwind kommt aus der Rüstungstochter TKMS, die seit 20. Oktober 2025 börsennotiert ist. Thyssenkrupp hält weiter 51%. TKMS meldete zum Stichtag 31. Dezember 2025 einen Rekord-Auftragsbestand von 18,7 Mrd. Euro. Für 2025/26 werden ein bereinigtes EBIT von 100 bis 150 Mio. Euro sowie eine bereinigte EBIT-Marge von über 6% erwartet. Zusätzlich liegt ein unverbindliches Übernahmeangebot für German Naval Yards Kiel auf dem Tisch.

Ein weiterer Baustein: Thyssenkrupp Steel will ab 2026 CO₂-reduzierten bluemint® recycled-Stahl an BMW liefern – für die Serienproduktion des BMW iX3. Genannt wird eine Emissionszahl von 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmbreitband, laut Konzern 1,35 Tonnen weniger als bei konventioneller Produktion.

Zum nächsten Fixpunkt wird der 12. Mai 2026: Dann legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Bis dahin dürften vor allem zwei Themen den Takt vorgeben – der Fortgang der Steel-Europe-Verhandlungen und ob Materials Services bis Ende März die geforderte operative Verbesserung liefert.

Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 01. März liefert die Antwort:

Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...