Die Verkaufsverhandlungen um Thyssenkrupps Stahlsparte TKSE geraten unter Druck. Der indische Interessent Jindal Steel soll laut Medienberichten zusätzlich zum bereits vereinbarten Personalabbau weitere 2.000 bis 3.000 Stellen streichen wollen. Die IG Metall zieht eine klare rote Linie.

Die wichtigsten Fakten:
- Jindal fordert offenbar Abbau von weiteren 2.000-3.000 Stellen
- Zu den bereits vereinbarten 11.000 Stellen würde das einen Gesamtabbau von bis zu 14.000 Jobs bedeuten
- IG Metall erklärt Sanierungstarifvertrag für „unantastbar"
- Thyssenkrupp-Aktie notiert bei 10,30 Euro, nahe ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 9,78 Euro

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Gewerkschaft setzt auf Konfrontationskurs

„Für uns sind die Vereinbarungen des Sanierungstarifvertrages unantastbar", erklärt Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall und Vize-Chef des TKSE-Aufsichtsrates. Die Gewerkschaft hat Jindal einen umfangreichen Fragenkatalog vorgelegt und erwartet im Januar Antworten.

Bei einem Gesamtabbau von bis zu 14.000 Stellen würde sich die Belegschaft der TKSE nahezu halbieren – aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 26.000 Mitarbeiter. Der im Dezember vereinbarte Abbau von 11.000 Stellen durch Streichungen, Verlagerungen und Verkäufe war bereits heftig umstritten.

Schwieriges Marktumfeld belastet Verhandlungen

Die Position von Thyssenkrupp ist schwach. Für das Geschäftsjahr 2025/26 prognostiziert der Konzern einen Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro, hauptsächlich wegen Restrukturierungsaufwendungen bei der Stahlsparte. Der freie Cashflow soll negativ ausfallen.

Die TKSE kämpft mit asiatischem Wettbewerb, US-Zöllen und schwacher europäischer Nachfrage. Im vergangenen Geschäftsjahr fielen Wertminderungen von 600 Millionen Euro an. Jindal nutzt diese Schwäche offenbar für harte Forderungen.

Beide Seiten schweigen offiziell zu den Berichten. Eine Jindal-Sprecherin verweist auf die laufende Due-Diligence-Prüfung und Vertraulichkeitsvereinbarungen. Thyssenkrupp erklärt lediglich, man befinde sich in vertraulichen Gesprächen.

Gestaffelter Verkauf als Kompromiss

Anfang Januar wurde bekannt, dass Thyssenkrupp einen Phased-Sale erwägt: Jindal könnte zunächst 60 Prozent übernehmen, die restlichen 40 Prozent später. Dieses Modell soll mehr Spielraum beim Umgang mit den 2,5 Milliarden Euro Pensionsverpflichtungen schaffen, die frühere Verkaufsversuche scheitern ließen.

Am 30. Januar findet die Hauptversammlung in Bochum statt. Dort steht die umstrittene Dividende von 0,15 Euro zur Abstimmung, die der Aufsichtsrat gegen den Willen der IG Metall beschlossen hatte. Die Quartalszahlen folgen am 12. Februar. Bis dahin dürfte die Hängepartie um TKSE weitergehen – mit ungewissem Ausgang für Belegschaft und Aktionäre.

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