Ørsted Aktie: Politikfaktor
Kurz vor der dänischen Parlamentswahl rückt Ørsted in eine politische Grundsatzdebatte: Soll der Staat seine Mehrheitsbeteiligung von 50,1% verkaufen? Für Anleger kommt damit eine zusätzliche Unsicherheitskomponente hinzu – ausgerechnet in einer Phase, in der sich das Unternehmen operativ und finanziell stabilisieren will. Wie groß kann der Einfluss des Wahlausgangs auf die Eigentümerstruktur werden?
Druck auf staatliche Mehrheitsbeteiligung
Laut Finans fordern vier Parteien aus dem rechten Lager nach der Wahl am 24. März einen konkreten Ausstiegsplan für den staatlichen Anteil. Eine weitere Partei, die Liberalen (Teil der aktuellen Regierungskoalition), will sich dem demnach nicht grundsätzlich entgegenstellen. Zusammen kommen diese fünf Parteien auf rund 40% der aktuellen Parlamentssitze.
Aus zwei Parteien kam zudem der Vorschlag, vor einem Verkauf zunächst jene Vermögenswerte herauszulösen, die als kritisch für die nationale Energieinfrastruktur gelten.
Der Hintergrund: Der Staat war zuletzt auch finanziell eng eingebunden. Er beteiligte sich an einem Rettungspaket und übernahm die Hälfte der Kapitalerhöhung im Oktober über 60 Mrd. Dänische Kronen, mit der Ørsted die Branchenflaute im Windkraftmarkt abfedern wollte. Politisch ist das Thema in Dänemark heikel: 2014 löste der Verkauf eines Anteils durch das Finanzministerium an Goldman Sachs große Proteste aus und führte zum Bruch der damaligen Regierungskoalition, nachdem die Sozialistische Volkspartei ausstieg.
Wahlumfragen: Mehrheit derzeit nicht in Sicht
Danske-Bank-Kreditanalyst Jakob Magnussen schrieb, bei einem Wechsel von der aktuellen Mitte-Regierung hin zu einer rechtsgerichteten Regierung könnten Ørsteds Tage als mehrheitlich staatliches Unternehmen „gezählt“ sein. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Umfragen aktuell eher eine linke Regierung nahelegen, die keine Verkaufsbereitschaft signalisiert habe.
Nach der jüngsten Umfrage des öffentlich-rechtlichen Senders DR würden die fünf rechten Parteien 74 der 179 Sitze erreichen – und damit unter der Mehrheit bleiben. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen rief die vorgezogene Wahl nach einem Anstieg ihrer Zustimmungswerte aus, den der Bericht mit ihrer harten Haltung gegenüber einem US-Vorstoß zur Annexion Grönlands in Verbindung bringt.
Zahlen stützen die Erholung – und der Ausblick bleibt offensiv
Die Debatte trifft Ørsted nicht in einer Ergebnisflaute, sondern während einer erkennbaren Stabilisierung. Für 2025 meldete Ørsted ein EBITDA (ohne neue Partnerschaftsvereinbarungen und Stornogebühren) von 25,1 Mrd. Kronen und lag damit innerhalb der eigenen Prognosespanne von 24 bis 27 Mrd. Kronen. Unterm Strich stand ein Jahresüberschuss von 3,2 Mrd. Kronen.
Zugleich meldete das Unternehmen eine gestärkte Kapitalstruktur nach Abschluss der Kapitalerhöhung. Außerdem sei das Desinvestitionsprogramm für 2025 und 2026 früher als geplant abgeschlossen worden – und mit höheren Erlösen als erwartet.
Für 2026 stellt Ørsted beim EBITDA (ohne neue Partnerschaften und Stornogebühren) mehr als 28 Mrd. Kronen in Aussicht. Die Bruttoinvestitionen sollen bei 50 bis 55 Mrd. Kronen liegen.
Ein zentraler Baustein: Der Verkauf des gesamten europäischen Onshore-Geschäfts an Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) über den Fonds Copenhagen Infrastructure V. Das Transaktionsvolumen liegt bei 1,44 Mrd. Euro (10,7 Mrd. Kronen). Der Abschluss wird für das zweite Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Insgesamt summieren sich die vereinbarten Erlöse aus Verkäufen in den Jahren 2025–2026 laut Ørsted auf rund 46 Mrd. Kronen und liegen damit über dem Zielwert von mehr als 35 Mrd. Kronen.
Berenberg hob am 26. Februar das Kursziel auf 180 Kronen (zuvor 140) an und bestätigte die Kaufempfehlung. Als Begründung verwies die Bank auf einen vorsichtigen Neustart in der langfristigen Wachstumsplanung nach Monaten hoher Volatilität.
Der nächste feste Termin im Kalender: Die nächste Zahlenvorlage ist für den 6. Mai angekündigt – bis dahin dürfte vor allem die Wahl am 24. März den Takt vorgeben.
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