Die Transformation von Thyssenkrupp nimmt Fahrt auf – doch der Preis ist hoch. Am Donnerstag legte der Konzern Zahlen für das erste Geschäftsquartal vor, die unter dem Strich enttäuschten. Während das operative Geschäft leichte Fortschritte zeigt, belasten massive Restrukturierungskosten die Bilanz. Im Zentrum steht die Stahlsparte, für die Konzernchef Miguel López eine Lösung sucht.

353 Millionen Euro Verlust

In den drei Monaten bis Ende Dezember 2025 weitete sich der Nettoverlust auf 353 Millionen Euro aus – nach 51 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Verantwortlich dafür sind vor allem Restrukturierungskosten in Höhe von 401 Millionen Euro für das Stahlgeschäft. Hinzu kommen Abschreibungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf von Teilen des Automatisierungsgeschäfts.

Analysten hatten eigentlich mit einem Gewinn von 32 Millionen Euro gerechnet. Die Realität sieht anders aus: Das schwache Marktumfeld setzt dem Konzern zu. Der Umsatz sank um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, während Experten stabile Erlöse erwartet hatten. Besonders drastisch: Der Auftragseingang brach um 38 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro ein – allerdings auch, weil der Marineschiffbauer TKMS im Vorjahr Großaufträge verbucht hatte.

Operative Verbesserung trotz widriger Umstände

Nicht alles läuft schlecht bei Thyssenkrupp. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro. Das lag leicht über den Erwartungen und zeigt, dass das laufende Transformationsprogramm erste Früchte trägt. López kommentierte: "Trotz marktbedingter Umsatzrückgänge haben wir das bereinigte Ebit gesteigert – ein klares Zeichen für die Fortschritte bei Effizienz, Kosten und Struktur."

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Die Jahresprognose bekräftigte der Konzern. Allerdings bleibt die Messlatte niedrig: Für das Gesamtjahr erwartet Thyssenkrupp einen Konzernverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro – vor allem wegen der Stahl-Sanierung.

Jindal-Gespräche laufen weiter

Das Stahlgeschäft bleibt der Dreh- und Angelpunkt der Strategie. López will den Konzern in eine Holding umbauen – die Stahlsparte passt nicht mehr ins Bild. Gespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel über einen Verkauf laufen. Eine Lösung für die eng mit Deutschlands Industriegeschichte verbundene Sparte gilt als Schlüssel für die weitere Entwicklung.

Parallel treibt Thyssenkrupp die Neuausrichtung voran: Die Elektrolyseur-Sparte und das Kriegsschiffgeschäft wurden bereits ausgegliedert oder separat an die Börse gebracht. Diese Schritte haben den Aktienkurs trotz des schwierigen Umfelds gestützt.

Zeitgleich mit den Quartalszahlen meldete die französische Amundi, ihre Beteiligung an Thyssenkrupp auf 3,03 Prozent ausgebaut zu haben – von zuvor 2,21 Prozent. Das Signal: Trotz der aktuellen Belastungen sehen institutionelle Investoren offenbar Potenzial in der laufenden Umstrukturierung.

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