Marvell steht kurz vor einem wichtigen Moment: Diese Woche kommen die Quartalszahlen, und gleichzeitig zeigt der Konzern mit neuen Technik-Demos, wohin die Reise im KI-Rechenzentrum gehen soll. Im Kern geht es um eine Frage: Kann Marvell die wachsenden Anforderungen an Datenraten und Energieeffizienz so bedienen, dass daraus dauerhaftes Wachstum wird?

DesignCon: Wenn Datenverkehr zum Engpass wird

Auf der DesignCon (24. bis 26. Februar in Santa Clara) will Marvell neue Connectivity-Produkte fürs Rechenzentrum präsentieren. Der Hingucker: eine Demonstration von PCIe-8.0-SerDes mit 256 GT/s. PCIe 8.0 soll – laut Marvell – bis 2028 finalisiert werden und gegenüber PCIe 7.0 die Bandbreite verdoppeln, mit bis zu 1 TB/s bidirektionaler Bandbreite.

Der Hintergrund ist entscheidend: In KI-Rechenzentren verschiebt sich der Flaschenhals zunehmend weg von reiner Rechenleistung hin zur Datenverbindung zwischen Chips, Beschleunigern, Speicher und Netzwerk. Betreiber brauchen skalierbare High-Performance-Interconnects, weil neue KI-Workloads extrem datenhungrig sind. Genau hier positioniert Marvell sein Portfolio.

Zusätzlich meldete Marvell den Abschluss der bereits angekündigten Übernahme von XConn Technologies. Das Unternehmen liefert Switching-Silizium für PCIe und CXL – und erweitert damit Marvells Angebot für sogenannte Scale-up-Connectivity.

Zahlen am 5. März: Der nächste Kurstreiber?

Die nächste harte Bewährungsprobe folgt nach Börsenschluss am Donnerstag, 5. März, mit den Q4-Zahlen (FY2026). Erwartet werden laut Analystenkonsens 0,79 US-Dollar Gewinn je Aktie und 2,2082 Mrd. US-Dollar Umsatz. Marvells eigene Q4-Guidance liegt bei 0,740 bis 0,840 US-Dollar je Aktie.

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Die Latte liegt nicht niedrig: Im dritten Quartal (FY2026) meldete Marvell Rekordumsatz von 2,075 Mrd. US-Dollar, 37% mehr als im Vorjahr. Zudem übertraf das Unternehmen den Mittelpunkt der eigenen Umsatzprognose um 15 Mio. US-Dollar. Marvell wies außerdem eine Eigenkapitalrendite von 13,15% sowie eine Nettomarge von 31,75% aus.

Custom Silicon und Optical: Wachstum – mit Abhängigkeiten

Strategisch spielt Marvell in einen größeren Strukturtrend hinein: Laut TrendForce soll der Anteil von ASICs in KI-Servern von 20,9% (2025) auf 27,8% (2026) steigen, während GPUs im Anteil sinken sollen. Das passt zur Custom-Silicon-Story des Konzerns.

Marvell hob zudem die Prognose für das Wachstum der Data-Center-Umsätze im Geschäftsjahr 2027 auf „über 25%“ an und begründete das mit robusteren Cloud-Investitionen und anziehender Nachfrage. Im Detail: Das Interconnect-Geschäft (rund die Hälfte der Data-Center-Umsätze) wachse schneller als die Cloud-CapEx, unter anderem durch 1,6-Terabit-Optik. Für Custom-Chips erwartet Marvell mindestens 20% Wachstum im nächsten Jahr, gestützt durch Bestellungen für Programme der nächsten Generation. Switching und Storage sollen um 15% zulegen (zuvor 10% in der Prognose).

Dazu kommt der Deal mit Celestial AI: Marvell will die „Photonic Fabric“-Technologie in sein Connectivity-Portfolio integrieren. Vereinbart sind rund 1,0 Mrd. US-Dollar in bar plus 27,2 Mio. Marvell-Aktien upfront sowie bis zu weitere 27,2 Mio. Aktien abhängig von Umsatzmeilensteinen. Erlösbeiträge erwartet Marvell ab H2 FY2028; als Ziel nennt das Unternehmen eine Run-Rate von 500 Mio. US-Dollar in Q4 FY2028 und 1 Mrd. US-Dollar bis Q4 FY2029.

Trotz der operativen KI-Rückenwinde bleibt ein Punkt heikel: Marvell verweist indirekt auf ein zentrales Risiko – die Abhängigkeit von wenigen großen Rechenzentrums-Kunden und einzelnen Custom-Projekten. Wenn Nachfrage schwankt oder Hochläufe sich verzögern, können Ergebnisse spürbar kippen.

Zum Kursbild in Kürze: Am Freitag schloss die Aktie bei 69,14 Euro und legte damit 2,89% zu.

Am Donnerstag nach US-Börsenschluss liefern die Q4-Zahlen den nächsten Realitätscheck: Entscheidend wird sein, ob Marvell die eigene Spanne bei Gewinn und Umsatz überzeugend trifft und gleichzeitig die Data-Center-Dynamik so bestätigt, dass die Wachstumspläne (inklusive Custom Silicon und Optical Interconnect) glaubwürdig untermauert werden.

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