Der geplante Roundup-Sammelvergleich sollte bei Bayer eigentlich für Ruhe sorgen. Doch nur wenige Tage nach der Ankündigung wächst der Widerstand – und damit die Unsicherheit, wie schnell die juristische Hängepartie wirklich kleiner wird. Schon am Mittwoch steht der nächste mögliche Kurstreiber an: der Geschäftsbericht samt Ausblick.

Roundup-Vergleich: viel Geld, noch kein Haken dran

Bayer hatte am 17. Februar einen vorgeschlagenen Sammelvergleich rund um Roundup vorgestellt. Das Paket soll die meisten der noch etwa 65.000 offenen Klagen in den USA adressieren. Finanziell ist der Rahmen klar umrissen: bis zu 7,25 Mrd. US-Dollar über maximal 21 Jahre, mit jährlich sinkenden und gedeckelten Zahlungen.

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An der Börse kam die Nachricht zunächst gut an. Doch der Deal ist noch nicht durch. Ein Gerichtsschreiben und ein Antrag mehrerer Kanzleien zeigen, dass sich Teile der Klägerseite gegen den Zeitplan stellen. Konkret fordern sie, die Anhörung zur vorläufigen Genehmigung nicht wie geplant am 4. März stattfinden zu lassen. Ihr Argument: Das mehr als 600 Seiten starke Vergleichspaket sei erst am Tag der Ankündigung zugegangen, eine angemessene Prüfung sei in der kurzen Zeit nicht möglich.

Finanziell hat Bayer den Vergleich bereits in den Zahlen verankert. Die Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten stiegen auf 11,8 Mrd. Euro, davon 9,6 Mrd. Euro für Glyphosat.

Cashflow unter Druck – und der 4. März als nächster Fixpunkt

Auf Basis einer ersten Einschätzung aller litigationsbezogenen Auszahlungen von rund 5 Mrd. Euro im laufenden Jahr erwartet Bayer für 2026 einen negativen Free Cashflow. Finanziert werden soll das unter anderem über eine Kreditlinie von 8 Mrd. US-Dollar sowie über Anleihen und eigenkapitalähnliche Instrumente; eine Kapitalerhöhung ist laut Unternehmen nicht geplant.

Damit rückt der Mittwoch zwangsläufig in den Mittelpunkt: Bayer hat die Veröffentlichung der Jahreszahlen 2025 und der Guidance für 2026 auf den 4. März verschoben, um die Vergleichsvereinbarungen korrekt abzubilden. Um 7:30 Uhr MEZ soll der Geschäftsbericht kommen – inklusive Einordnung, wie stark die Vergleichskosten in der Bilanz und im Ausblick durchschlagen. Kann Bayer dann eine Guidance liefern, die den Märkten Orientierung gibt? Genau das dürfte kurzfristig entscheidend sein.

Kursbild: Erholung wackelt, RSI sehr niedrig

Nach dem Hoch am 17. Februar bei 49,17 Euro hat die Aktie spürbar nachgegeben. Am Freitag schloss das Papier bei 41,75 Euro, in den vergangenen 30 Tagen steht ein Minus von 7,19% zu Buche. Gleichzeitig liegt der Kurs seit Jahresbeginn noch 9,80% im Plus – die Aktie bleibt also trotz Korrektur in einem übergeordnet besseren Bild.

Auffällig: Der Kurs notiert leicht unter dem 50-Tage-Durchschnitt (42,69 Euro). Und der RSI (14 Tage) liegt bei 19,6 – ein Wert, der die kurzfristig stark abgekühlte Dynamik unterstreicht.

Unterm Strich läuft Bayer in eine Woche, in der sich vieles verdichtet: Am 4. März liefert der Konzern Zahlen und den Ausblick für 2026, während parallel der Gegenwind zum Vergleich sichtbar wird. Dazu kommt als zweites Standbein die Hoffnung auf ein Grundsatzurteil des US Supreme Court; eine Entscheidung wird bis Juni 2026 erwartet.

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