BP plant einen ungewöhnlichen Schritt: Während Wettbewerber ihre Schieferölförderung drosseln, will der britische Energieriese die Produktion in den USA kräftig ausbauen. Die Strategie kommt zu einem heiklen Zeitpunkt – niedrige Ölpreise, ausgesetzte Aktienrückkäufe und ein bevorstehender Führungswechsel prägen die Ausgangslage.

Schieferöl als Wachstumsmotor

BPs Tochter BPX Energy will die Produktion aus US-Schieferfeldern 2026 um acht Prozent steigern. Mit rund 500.000 Barrel pro Tag macht die Förderung bereits ein Fünftel der globalen BP-Produktion aus. BPX-Chef Kyle Koontz hat ambitionierte Pläne: Bis 2030 sollen 650.000 Barrel täglich aus dem Boden geholt werden – und das bei gleichzeitig 800 Millionen Dollar geringeren Investitionen als ursprünglich veranschlagt.

Die Strategie wirkt kontrovers. Konkurrenten wie Diamondback Energy und EOG Resources fahren ihre Wachstumspläne zurück, warnen vor Überangebot am Ölmarkt. BP geht den entgegengesetzten Weg. Koontz betont, kurzfristige Preisschwankungen würden die langfristigen Bohrpläne nicht beeinflussen – es sei denn, es käme zu Verwerfungen wie während der Corona-Pandemie.

Das Problem: Der Ölpreis liegt aktuell unter den 70 Dollar pro Barrel, die BP in seiner Strategie vom Februar 2025 als Grundlage angenommen hatte.

Belastete Bilanz

Der Expansionskurs findet vor dem Hintergrund erheblicher finanzieller Umbauten statt. Am 10. Februar stoppte BP seine vierteljährlichen Aktienrückkäufe von 750 Millionen Dollar, um stattdessen Schulden abzubauen. Dazu kamen rund vier Milliarden Dollar an Abschreibungen auf Erneuerbare-Energien- und Biogas-Projekte.

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Das vierte Quartal 2025 brachte einen bereinigten Gewinn von 1,54 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr verbuchte BP 7,49 Milliarden Dollar Nettogewinn – knapp unter den Analystenerwartungen von 7,58 Milliarden. Die Nettoverschuldung sank im vierten Quartal auf 22,18 Milliarden Dollar, der operative Cashflow kletterte auf 7,6 Milliarden Dollar.

Für 2026 plant BP Investitionen zwischen 13 und 13,5 Milliarden Dollar – am unteren Ende der Guidance.

Widerstand von Investoren

Nicht alle Aktionäre tragen die Strategie mit. Fonds mit einem verwalteten Vermögen von fast 200 Milliarden Pfund – darunter Nest, London CIV und mehrere Pensionskassen – haben einen Aktionärsantrag eingereicht. Sie fordern Nachweise, dass die um 17 Prozent gestiegenen Upstream-Investitionen tatsächlich Wert schaffen. Die Investoren verlangen konkrete Belege zur Kosteneffizienz der Projekte und Erklärungen, wie Verzögerungen berücksichtigt werden.

Hintergrund ist die strategische Kehrtwende: BP hatte 2020 einen Schwenk zu erneuerbaren Energien vollzogen, kehrte aber unter dem Druck sinkender Gewinne und aktivistischer Investoren wie Elliott Investment Management zur klassischen Ölförderung zurück.

Führungswechsel im April

Die Weichenstellung erfolgt während eines Führungswechsels. Ab 1. April übernimmt Meg O'Neill, derzeit Chefin von Woodside Energy, den CEO-Posten von Murray Auchincloss. Bis dahin führt Handels-Chefin Carol Howle das Unternehmen interimistisch. Howle machte klar, dass BPX Energy zentral für BPs Zukunft ist – und erteilte Spekulationen über einen Verkauf oder eine Abspaltung eine Absage.

Am 28. April folgen die nächsten Quartalszahlen. Bis dahin dürfte sich zeigen, wie schnell BP die Schulden in den Zielbereich bringen kann – eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Aktienrückkäufe. Zudem trifft sich am 1. März die OPEC+. Drei Quellen deuten an, die Gruppe könnte die Produktion im April um 137.000 Barrel täglich anheben, nachdem sie im ersten Quartal pausiert hatte.

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