Jahrelang scheiterte Thyssenkrupp beim Verkauf der kriselnden Stahlsparte – nun zeichnet sich eine konkrete Lösung ab. Der indische Stahlkonzern Jindal Steel International plant offenbar eine stufenweise Übernahme von Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE). Das zentrale Problem: Pensionsverbindlichkeiten von rund 2,5 Milliarden Euro, die frühere Verkaufsversuche zum Scheitern brachten. Die Aktie reagiert mit deutlichen Kursgewinnen.

Die wichtigsten Fakten:
- Jindal erwägt zunächst Mehrheitsbeteiligung von 60% an TKSE
- Verbleibende 40% sollen später in Tranchen übertragen werden
- Stufenmodell soll Flexibilität bei Pensionslasten schaffen
- Januar-Besuch der Jindal-Delegation in Duisburg geplant
- Buchwert von TKSE liegt bei 2,4 Milliarden Euro

Stufenweise Übernahme als Lösungsansatz

Das nun diskutierte Modell unterscheidet sich grundlegend von bisherigen Verkaufsversuchen. Jindal Steel International würde zunächst rund 60% der Anteile an Deutschlands größtem Stahlproduzenten übernehmen. Die restlichen 40% folgen später – entweder in zwei Schritten zu je 20% oder komplett, abhängig vom Restrukturierungsfortschritt.

Dieser Ansatz gibt Thyssenkrupp mehr Zeit für die Handhabung der Pensionsverbindlichkeiten. Die 2,5 Milliarden Euro an Altlasten hatten zuletzt den Deal mit der EP Group des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky scheitern lassen. Im September 2025 gab EPG die im Juli 2024 erworbenen 20% zurück.

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Technische Prüfung in Duisburg steht bevor

Eine Jindal-Delegation wird noch im Januar nach Deutschland reisen, um das TKSE-Werk in Duisburg technisch zu prüfen. Der ursprünglich für Dezember geplante Besuch war verschoben worden. Die Due Diligence läuft seit Oktober 2025, nachdem Jindal im September ein unverbindliches Angebot vorgelegt hatte.

Thyssenkrupp-CEO Miguel Lopez bezeichnete Jindal im Dezember als optimalen Partner für TKSE. Der umfassende Restrukturierungsplan mit Stellenabbau und Kapazitätsreduzierung habe das Interesse der indischen Gruppe geweckt. Lopez erwähnte auch einen "Plan B" für den Fall gescheiterter Verhandlungen – ohne Details zu nennen.

Herausfordernde Ausgangslage

Der Konzern erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro, hauptsächlich aufgrund von Restrukturierungsrückstellungen bei Steel Europe. Das bereinigte EBIT soll zwischen 500 und 900 Millionen Euro liegen.

Für Jindal Steel International würde die Übernahme nach dem Kauf des tschechischen Konkurrenten Vitkovice Steel 2024 eine bedeutende Expansion nach Europa markieren. Die Stahlsparte ist zwar zentral für Deutschlands industrielles Erbe, erwies sich jedoch als volatil und kostspielig – insbesondere durch den verschärften asiatischen Wettbewerb. Der Januar-Besuch in Duisburg und die Hauptversammlung am 30. Januar dürften zeigen, wie konkret die Verhandlungen tatsächlich sind.

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