Thyssenkrupp Aktie: Dreifach-Belastung
Der Stahlkonzern verliert binnen weniger Tage über zehn Prozent an Wert. Der Grund: Gleich drei Großbaustellen laufen parallel – und an jeder einzelnen hängt ein entscheidender Meilenstein mit engen Fristen.
Materials Services: Operative Bewährungsprobe läuft
Die größte Handelseinheit des Konzerns steht vor einer Weichenstellung. Thyssenkrupp prüft für Materials Services mehrere Optionen: Abspaltung, Verkauf oder einen Börsengang noch in diesem Herbst. Die Sparte erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr 11,4 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt über 15.000 Mitarbeiter.
Das Management hat jedoch eine klare Bedingung formuliert: Bis Ende März muss die operative Performance im laufenden zweiten Quartal deutlich besser ausfallen. Von dieser Hürde hängt das Tempo der geplanten Verselbstständigung direkt ab. Die Uhr tickt – und die Börse beobachtet skeptisch.
Stahlsparte: Jindal-Verhandlungen in heißer Phase
Parallel läuft die Due Diligence mit Jindal Steel International für einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe. Der Tarifvertrag zur Neuausrichtung wurde im Dezember abgeschlossen, im Februar folgte ein Term Sheet mit Salzgitter über die HKM-Anteile. Der Übergang soll zum 1. Juni erfolgen.
Operativ setzt die Stahlsparte mit einem BMW-Liefervertrag ein Zeichen: Ab sofort liefert Thyssenkrupp CO₂-reduzierten bluemint-Stahl für den BMW iX3 – von der Außenkarosserie bis zum Batteriegehäuse.
Quartalszahlen: EBIT steigt, Verlust belastet
Im ersten Geschäftsquartal sank der Umsatz um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Das bereinigte Konzern-EBIT verbesserte sich dank des Performanceprogramms APEX um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro.
Der Nettoverlust fiel mit 353 Millionen Euro deutlich höher aus als im Vorjahr. Haupttreiber waren Restrukturierungskosten bei Steel Europe in Höhe von 401 Millionen Euro. Der Free Cashflow vor M&A lag bei minus 1,5 Milliarden Euro. Die Jahresprognose bestätigte der Vorstand: bereinigtes EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro.
TKMS als Stabilitätsanker
Die Marinesparte wurde bereits erfolgreich an die Börse gebracht. Thyssenkrupp hält 51 Prozent, der Auftragsbestand liegt bei 18,7 Milliarden Euro. Die TKMS-Aktie legte seit dem Listing im Oktober um über 50 Prozent zu und notiert bei rund 92 Euro.
Halbjahresbericht als nächster Fixpunkt
Am 12. Mai legt der Konzern den Halbjahresbericht vor. Bis dahin entscheiden drei Faktoren über die weitere Kursentwicklung: Kommen die Jindal-Verhandlungen zum Abschluss? Schafft Materials Services die operative Wende bis Ende März? Geht der HKM-Verkauf planmäßig über die Bühne? Das Trio bestimmt, ob die Aktie aus der aktuellen Schwächephase findet.
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