The Trade Desk Aktie: Prüfungsdruck wächst
Omnicom hat eine unabhängige Prüfung der Abrechnungspraktiken von The Trade Desk angekündigt — und damit den Druck auf das Unternehmen erheblich erhöht. Beauftragt wurde eine der Big Four Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, deren Name bislang nicht öffentlich bekannt ist. Das verleiht der Untersuchung deutlich mehr Gewicht als die vorangegangene Prüfung durch Publicis.
Warum diese Prüfung anders ist
Publicis hatte im Zuge seiner eigenen Untersuchung die Firma FirmDecisions beauftragt — eine Wahl, die The Trade Desk öffentlich kritisierte, da das Unternehmen nicht zu den weltweit führenden Wirtschaftsprüfern zählt. Die Omnicom-Prüfung ist schwerer zu relativieren.
Omnicom teilte Kunden in einem internen Memo mit, die Untersuchung sei Teil eines erweiterten Sorgfaltsprozesses als Reaktion auf die Erkenntnisse von Publicis. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, eine erste vertragliche Überprüfung habe bislang keine negativen Auswirkungen auf Kunden ergeben. The Trade Desk wiederum erklärte, die langjährige Partnerschaft mit Omnicom Media Group sei intakt und keine der bisherigen Analysen habe Probleme aufgedeckt.
Was die Branche aufgewühlt hat
Den Ausgangspunkt der Krise bildeten Vorwürfe von Publicis: Die Holding hatte behauptet, The Trade Desk habe DSP-Gebühren unrechtmäßig auf zusätzliche Dienste angewendet, Kunden ohne klare Genehmigung in Tools eingeschrieben und Medien- sowie Datenkosten nicht vollständig zum Nettopreis weitergegeben. The Trade Desk wies diese Vorwürfe zurück.
Bereits zuvor hatten sich WPP und Dentsu aus OpenPath zurückgezogen, der 2022 gestarteten Initiative von The Trade Desk für den direkten Einkauf bei Publishern. Beide Gruppen hatten Bedenken hinsichtlich der Gebührentransparenz geäußert.
Strukturell liegt dem Konflikt ein strategisches Spannungsfeld zugrunde: CEO Jeff Green treibt aktiv den Direktkontakt mit Werbetreibenden voran — und umgeht damit die Agenturen als Mittler. Seine öffentliche Kritik an mangelnder Transparenz der Agenturen hat das Verhältnis zu Omnicom und Publicis zusätzlich belastet.
Starke Bilanz, schwacher Kurs
Die Aktie verlor gestern rund 6,7 % und notiert heute auf einem neuen 52-Wochen-Tief von 19,16 Euro. Seit dem Hochpunkt des vergangenen Jahres hat das Papier rund 85 % seines Wertes eingebüßt, die Marktkapitalisierung sank von knapp 80 Milliarden auf etwa 9,7 Milliarden Dollar.
Das operative Geschäft zeigt sich davon bislang wenig beeindruckt. The Trade Desk verfügt über 1,3 Milliarden Dollar in bar, erwirtschaftete 783 Millionen Dollar freien Cashflow und erzielte im vierten Quartal ein Umsatzwachstum von 14 % auf über 847 Millionen Dollar. Für das erste Quartal 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 678 Millionen Dollar — ein Wachstum von rund 10 %, das unterhalb der bisherigen Wachstumsraten liegt.
Das Ergebnis der Big-Four-Prüfung dürfte in den kommenden Wochen zum entscheidenden Kurstreiber werden. Zusätzlich belasten makroökonomische Faktoren: Laut WARC/IAB erwarten 42 % der Werbetreibenden niedrigere Budgets für 2026, und viele Agenturen vergeben Ausgaben derzeit nur noch quartalsweise statt auf Jahresbasis.
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