The Trade Desk Aktie: Neubewertung läuft
Nach dem Absturz im vergangenen Jahr rückt The Trade Desk wieder stärker in den Blick der Analysten. Nach einer langen Phase klarer Skepsis schwenkt eine zuvor ausgesprochen kritische Adresse nun auf einen neutraleren Kurs ein. Im Hintergrund steht die Kombination aus stark gefallener Bewertung, anhaltendem Gewinnwachstum – und harter Konkurrenz durch Amazon.
Analyst dreht von „Sell“ auf „Neutral“
Die Research-Boutique MoffettNathanson hat ihre Einstufung für The Trade Desk zu Wochenbeginn von „Sell“ auf „Neutral“ angehoben. Analyst Michael Nathanson setzte zugleich ein Kursziel von 39 US‑Dollar und liegt damit nur knapp über dem aktuellen Kursniveau von 36,90 US‑Dollar.
Auslöser für den Schwenk ist vor allem der gewaltige Kursrückgang des Vorjahres: 2025 verlor die Aktie rund 68 % und war damit laut Dow-Jones-Marktdaten der schwächste Wert im S&P 500. Nathanson erinnert daran, dass sein Haus die Aktie nach den Q2‑2025‑Zahlen im August auf „Sell“ herabgestuft hatte. Seitdem sei der Kurs „eingebrochen“ – getrieben sowohl von Bewertungsabschlägen als auch von nach unten angepassten Gewinnerwartungen.
Bewertung auf Tiefstständen
Besonders ins Gewicht fällt aus Analystensicht die aktuelle Bewertung. Mit rund dem 34‑fachen der erwarteten Gewinne sei The Trade Desk seit dem Börsengang 2016 nie günstiger gewesen. Gleichzeitig notiert die Aktie deutlich unter ihren langfristigen Durchschnittskursen und weit entfernt vom 52‑Wochen-Hoch, was den starken Vertrauensverlust der vergangenen Monate widerspiegelt.
Nathanson sieht die strukturellen Risiken für das Geschäftsmodell – etwa Veränderungen im Werbemarkt und den Druck durch große Plattformen – weiterhin klar vorhanden, teilweise sogar zunehmend. Seiner Einschätzung nach sind diese Risiken aber inzwischen weitgehend im Kurs eingepreist, was das weitere Abwärtspotenzial begrenze.
Ein zentraler Punkt im Analystenkommentar: The Trade Desk gilt weiterhin als technologischer Marktführer unter den sogenannten Demand-Side-Plattformen und investiert aggressiv in neue Lösungen. Gleichzeitig steht das Unternehmen nun einem sehr starken Wettbewerber gegenüber: Amazon drängt mit eigener Technologie und der Auswertung umfangreicher Commerce-Daten verstärkt in dieses Segment.
Gemischte, aber konstruktive Analystenlandschaft
Die Neubewertung durch MoffettNathanson reiht sich ein in mehrere jüngere Anpassungen anderer Häuser:
- Wolfe Research (5. Januar): Einstufung „Outperform“ bestätigt, Kursziel jedoch von 60 auf 45 US‑Dollar reduziert
- Wedbush (8. Dezember): Kursziel von 50 auf 40 US‑Dollar gesenkt, Einstufung „Neutral“ beibehalten
Insgesamt bleibt die Analystenstimmung eher positiv, wenn auch deutlich vorsichtiger als in früheren Hochphasen. Von 41 von FactSet erfassten Analysten sprechen 25 eine Kaufempfehlung oder ein vergleichbares Rating aus, 11 liegen bei „Halten“ und fünf raten zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit rund 70,84 US‑Dollar klar über dem aktuellen Kurs, spiegelt aber zugleich die Diskrepanz zwischen langfristigen Erwartungen und der verunsicherten Gegenwart wider.
Wachstum trotz Gegenwind
Trotz des stärkeren Wettbewerbs und eines abkühlenden Umfelds im Bereich Connected TV rechnen die Analysten weiter mit solidem Gewinnwachstum. Nathanson geht davon aus, dass The Trade Desk seine Gewinne in den kommenden zwei Jahren jährlich um mehr als 21 % steigern kann – deutlich mehr als die rund 14 %, die für den Gesamtmarkt erwartet werden.
Im Verhältnis von Bewertung zu Wachstum (dem sogenannten PEG‑Verhältnis) schneidet der Titel in dieser Logik besser ab als der breite Markt: Ein Wert von 1,28 für The Trade Desk steht einem Marktwert von 1,41 gegenüber. Das zeigt, dass die Aktie trotz aller Risiken aus Analystensicht nicht mehr als überteuert gilt, sondern eher normal bis moderat bewertet – gemessen an den erwarteten Zuwächsen.
OpenAds: Initiative für mehr Transparenz
Parallel zur Neubewertung an der Wall Street treibt The Trade Desk strategische Initiativen wie „OpenAds“ voran. Am 6. Januar meldete das Unternehmen breite Unterstützung von Publisher-Seite für diese neue Auktionsumgebung, die transparente und qualitativ hochwertige programmatische Werbetransaktionen ermöglichen soll.
Zu den Partnern zählen namhafte Medienhäuser wie AccuWeather, The Arena Group, BuzzFeed, The Guardian, Hearst Magazines und Hearst TV, Newsweek, People Inc. sowie Ziff Davis. Will Doherty, SVP Inventory Development bei The Trade Desk, bezeichnete OpenAds als wichtigen Fortschritt für einen sauberen, nachvollziehbaren Werbe-Zulieferpfad – beginnend direkt bei der Auktion. Die schrittweise Weiterentwicklung und der breitere Rollout sind für das laufende Jahr 2026 geplant.
Diese Initiative zielt darauf ab, das offene Web für Werbekunden und Publisher attraktiver und berechenbarer zu machen – ein entscheidender Punkt, solange große geschlossene Plattformen wie Amazon, Google oder Meta parallel eigene Ökosysteme stärken.
Ausblick: Quartalszahlen im Fokus
Operativ steht der nächste harte Datenpunkt bereits fest: Am 11. Februar wird The Trade Desk die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegen. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 0,58 US‑Dollar für das Quartal und 1,78 US‑Dollar für das Gesamtjahr – nach 0,59 bzw. 1,66 US‑Dollar im jeweiligen Vorjahreszeitraum. Das deutet trotz Kursdebakel auf leicht steigende Profitabilität hin.
An der Börse spiegelt sich die tiefe Verunsicherung der vergangenen Monate weiterhin im Kursbild wider: Mit 36,90 US‑Dollar liegt die Aktie aktuell rund 70 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, obwohl sie sich etwas vom Tief lösen konnte. Für die nächsten Wochen dürfte entscheidend sein, ob die Q4‑Zahlen und der Ausblick die These stützen, dass die wesentlichen Risiken bereits eingepreist sind – genau darauf setzen zumindest die jüngsten Analystenkommentare implizit.
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