The Trade Desk Aktie: Absturz geht weiter
The Trade Desk hat 2025 das umsatzstärkste Jahr seiner Geschichte abgeliefert – und dennoch brach die Aktie nach den Zahlen vom 25. Februar erneut ein. Der Grund: eine enttäuschende Prognose für das erste Quartal 2026 und anhaltende Schwäche in zwei wichtigen Werbesektoren. Während die Plattform technologisch auf Höchstniveau läuft, drücken makroökonomische Sorgen auf die Budgets der Kunden.
Rekordjahr 2025 – doch das Wachstum verlangsamt sich
Das Gesamtjahr 2025 schloss The Trade Desk mit einem Umsatz von 2,90 Milliarden US-Dollar ab – ein Plus von 18 Prozent gegenüber 2024. Im vierten Quartal stieg der Erlös auf 847 Millionen Dollar, was einem Anstieg von 14 Prozent entspricht. Diese Verlangsamung setzt sich fort: Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch mit 22 Prozent Wachstum geglänzt, was bereits damals für Irritationen an der Börse sorgte.
Beim Gewinn übertraf The Trade Desk die Erwartungen deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,59 Dollar – 18 Prozent über den Schätzungen von 0,50 Dollar. Der bereinigte EBITDA erreichte 1,20 Milliarden Dollar bei einer Marge von 41 Prozent. Unterm Strich stand ein GAAP-Nettogewinn von 443,3 Millionen Dollar.
Schwache Prognose belastet: CPG und Auto im Gegenwind
Für das erste Quartal 2026 peilt das Management einen Umsatz von mindestens 678 Millionen Dollar an – das entspricht lediglich zehn Prozent Wachstum. Der bereinigte EBITDA wird bei rund 195 Millionen Dollar erwartet.
Verantwortlich für die Zurückhaltung sind vor allem zwei Branchen: Konsumgüter (CPG) und Automobile. Zusammen machen sie mehr als ein Viertel des Geschäfts aus. Das Unternehmen bestätigte, dass die bereits 2025 sichtbare Schwäche bis in den Jahreswechsel hinein anhält. Große CPG-Marken kämpfen mit Konsumentenzurückhaltung, langsamer Volumenerholung und volatilen Inputkosten. Im Automobilsektor herrscht ähnliche Vorsicht bei den Werbeausgaben.
Positiv entwickelten sich hingegen die Bereiche Medizin & Gesundheit, Technologie sowie Business & Finance – hier verzeichnete The Trade Desk besonders starke Zuwächse.
Aktienrückkäufe und schuldenfreie Bilanz
Trotz der Unsicherheiten agiert The Trade Desk finanziell weiterhin diszipliniert. Der freie Cashflow im vierten Quartal stieg um 59 Prozent auf 282 Millionen Dollar. Das Unternehmen hält rund 1,3 Milliarden Dollar in bar und trägt keine Schulden.
2025 kaufte The Trade Desk eigene Aktien im Wert von rund 1,4 Milliarden Dollar zurück. Der Vorstand genehmigte ein zusätzliches Rückkaufvolumen von 350 Millionen Dollar, sodass nun insgesamt 500 Millionen Dollar für künftige Käufe zur Verfügung stehen.
KI-Plattform Kokai und das Ventura-Ökosystem als Wachstumshebel
Nahezu alle Kunden nutzen mittlerweile die KI-gestützte Einkaufsplattform Kokai. Die Technologie zerlegt Werbung in ihre Grundelemente und optimiert jeden Schritt des Bewertungsprozesses mithilfe von KI – von Identitätswahrscheinlichkeiten über Betrugserkennung bis hin zur Erstellung von Werbemitteln.
Parallel dazu treibt The Trade Desk den Ausbau des Ventura-Ökosystems für Connected TV voran. Ziel ist es, die Rolle im CTV-Markt zu stärken, während Werbetreibende ihre Budgets überdenken und der Wettbewerb mit großen Plattformen zunimmt. Wie schnell Partner auf Ventura skalieren, dürfte entscheidend dafür sein, ob The Trade Desk die kurzfristige Branchenschwäche ausgleichen kann.
Mit "Deal Desk" startet zudem ein KI-Tool, das die Performance von Deals prognostizieren soll. Ziel ist es, die historisch hohe Ausfallrate von 90 Prozent bei herkömmlichen Deal-IDs zu senken.
Das Geschäft mit Einzelhandelsdaten erreichte 2025 Rekordniveaus. Partnerschaften mit Händlern repräsentieren inzwischen über die Hälfte des globalen Einzelhandelsumsatzes, die Mehrheit überträgt Daten via UID 2.
Infrastruktur-Investitionen drücken kurzfristig auf die Marge
2026 investiert The Trade Desk verstärkt in den Übergang zu eigenen Rechenzentren und in den Ausbau der KI- und Machine-Learning-Kapazitäten. Diese Umstellung belastet das EBITDA kurzfristig, soll aber langfristig die Effizienz steigern.
Das Unternehmen plant, das Kopfzahlwachstum weiterhin unter dem Umsatzwachstum zu halten. Die bereinigte EBITDA-Marge dürfte 2026 in etwa auf dem Niveau von 2025 verharren.
Nächste Quartalszahlen am 13. Mai
Nach dem Höchststand von 141,53 Dollar im Dezember 2024 notiert die Aktie aktuell bei rund 27 Dollar – ein Rückgang von etwa 80 Prozent in gut einem Jahr.
Die nächsten Quartalszahlen werden am 13. Mai 2026 erwartet. Bis dahin bleibt die Frage, ob die makroökonomischen Belastungen in CPG und Auto nachlassen und ob die KI-Innovationen die Wachstumsrate wieder beschleunigen können. Anleger warten darauf, dass sich die organisatorischen Upgrades und Produktinnovationen stärker in den Zahlen niederschlagen.
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