Das Geschäftsjahr 2025 von The Trade Desk endete mit Rekordumsätzen von 2,9 Milliarden Dollar – ein Plus von 18 Prozent. Doch statt Erleichterung folgte ein Kurseinbruch von über 15 Prozent. Der Grund: Die Prognose für das laufende Quartal liegt deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Gleichzeitig startet das Unternehmen mit dem Ventura Ecosystem einen strategischen Vorstoß im Connected-TV-Markt.

Starke Zahlen, schwache Prognose

Im Schlussquartal 2025 erzielte The Trade Desk 847 Millionen Dollar Umsatz, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA lag bei 400 Millionen Dollar, die Marge erreichte 47 Prozent. Die Bilanz zeigt 1,3 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln, keinerlei Schulden.

Problematisch ist der Ausblick: Für das erste Quartal 2026 stellt das Management lediglich „mindestens 678 Millionen Dollar" in Aussicht. Das entspricht einem Wachstum von nur noch rund 10 Prozent – eine deutliche Verlangsamung für ein Unternehmen, das bisher als Wachstumstreiber im Programmatic-Advertising galt. Wall Street hatte mit 688,6 Millionen Dollar gerechnet.

Verschiebungen im Geschäftsmix

Connected TV bleibt das wichtigste Standbein: Rund 50 Prozent des Plattform-Umsatzes im vierten Quartal entfielen auf Video, das CTV einschließt. Mobile machte etwa 30 Prozent aus, Display einen niedrigen zweistelligen Anteil. Audio wuchs mit 6 Prozent Anteil schneller als jeder andere Kanal.

Geografisch dominieren die USA mit 84 Prozent des Quartalsumsatzes. Die internationalen Märkte, vor allem EMEA und Asien-Pazifik, wachsen allerdings dynamischer – ein Ergebnis mehrjähriger Investitionen in diese Regionen.

Ventura Ecosystem: Der CTV-Vorstoß

Parallel zur Quartalsbilanz kündigte The Trade Desk am 24. Februar den Start des Ventura Ecosystem an. Die Plattform soll TV-Betriebssysteme und Streaming-Anbieter zusammenbringen, um Transparenz und Erlösoptimierung im CTV-Werbemarkt zu verbessern.

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Erste Partner sind V (ehemals VIDAA TV OS), das weltweit über 50 Millionen Geräte betreibt, sowie Nexxen, eine Adtech-Plattform mit Fokus auf Advanced TV. Weitere Partner sollen in den kommenden Wochen und Monaten folgen. Die Teilnehmer erhalten Zugang zu Tools wie OpenPath und Unified ID 2.0.

Das Ventura Ecosystem ist kein Ersatz für das bestehende Ventura-Projekt, sondern eine Ergänzung. Es soll The Trade Desk helfen, seine Technologie auch auf CTV-Geräten zu integrieren, auf denen Ventura selbst nicht läuft. Angesichts des hohen CTV-Anteils am Gesamtumsatz ist dieser Schritt mehr als ein Produktlaunch – er ist Teil der Wachstumsstrategie.

Druck aus zwei Richtungen

Zwei Branchen belasten das Geschäft: Konsumgüter und Automobilhersteller steuern zusammen über ein Viertel der Werbeausgaben bei The Trade Desk bei. Beide Sektoren standen 2025 unter Druck, was sich in der vorsichtigen Prognose für Q1 2026 widerspiegelt.

Hinzu kommt verschärfter Wettbewerb. Amazon Advertising wuchs im Schlussquartal 2025 um 22 Prozent. Analysten beobachten, dass Amazons Demand-Side-Platform gezielt Marken abwirbt, die bisher ausschließlich auf The Trade Desk setzten.

Positiv bleibt die Kundenbindung: Die Retention-Rate lag auch 2025 über 95 Prozent. Ein Zeichen dafür, dass Werbetreibende und Agenturen der Plattform treu bleiben – trotz Alternativen.

Aktienrückkäufe und Kapitalallokation

Im vierten Quartal nutzte The Trade Desk 423 Millionen Dollar für Aktienrückkäufe. Das Unternehmen kündigte zudem eine neue Autorisierung an, die das Gesamtvolumen auf 500 Millionen Dollar erhöht.

Nach Veröffentlichung der Zahlen fiel die Aktie um 15,6 Prozent auf 21,41 Dollar. Der Kursrückgang markierte ein neues 52-Wochen-Tief. Analysten rechnen für die kommenden zwölf Monate mit einem Umsatzwachstum von 15,6 Prozent – eine Verlangsamung gegenüber den Vorjahren.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob das Ventura Ecosystem genügend Partner anzieht, um die Schwäche in den Kernbranchen Konsumgüter und Auto auszugleichen. Für 2026 dürfte diese Frage im Mittelpunkt der Bewertung stehen.

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