Die Transformation beim Chemie-Riesen aus Ludwigshafen gestaltet sich steiniger als erhofft. BASF präsentierte einen Ausblick für das Geschäftsjahr 2026, der die Markterwartungen spürbar verfehlt, und kündigte gleichzeitig eine Verschärfung des ohnehin strikten Sparkurses an. Während CEO Markus Kamieth von einem „Übergangsjahr“ spricht, müssen Anleger bewerten, ob die aggressiven Kostensenkungen die anhaltende operative Schwäche im Kerngeschäft kompensieren können.

Prognose unter Analystenschätzungen

Der zentrale Belastungsfaktor für die Stimmung ist die neue Guidance. Für 2026 stellt das Management ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro in Aussicht. Der Mittelpunkt dieser Spanne liegt rund sieben Prozent unter den bisherigen Konsensschätzungen der Analysten.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BASF?

Verantwortlich für die Zurückhaltung ist ein weiterhin schwieriges Marktumfeld. CEO Kamieth plant im Basisszenario weder mit einer raschen Markterholung noch mit einer Entspannung der geopolitischen Lage. Konkret belasten ein schwacher US-Dollar sowie eine schleppende Nachfrage außerhalb Chinas den Start in das Jahr. Allein im ersten Quartal rechnet der Konzern mit einem Währungsgegenwind von rund 200 Millionen Euro.

Die Reaktion am Markt fiel entsprechend verhalten aus. Auf 7-Tages-Sicht verlor die Aktie über 6 Prozent an Wert und notiert mit einem Schlusskurs von 45,87 Euro (Stand: Dienstag) spürbar unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt.

Sparziele und Investitionsstopp

Um die Profitabilität zu sichern, greift der Vorstand hart durch. Das jährliche Einsparziel bis Ende 2026 wurde drastisch von 1,6 auf 2,3 Milliarden Euro angehoben. Ein Großteil davon wird durch Personalabbau realisiert: Seit Ende 2023 wurden bereits 4.800 Stellen gestrichen, weitere Kürzungen in Verwaltung und IT sind geplant. Zudem werden Funktionen kosteneffizient in Hubs nach Indien und Malaysia verlagert.

Parallel dazu tritt BASF bei den Ausgaben auf die Bremse. Die Sachinvestitionen für die Jahre 2026 bis 2029 werden um 20 Prozent auf 13 Milliarden Euro gekürzt. Diese Maßnahmen sollen den Cashflow schützen, der zuletzt unter Druck geriet.

Dividende stabil, aber nicht gedeckt

Trotz der operativen Herausforderungen hält BASF an seiner Dividendenpolitik fest und plant eine stabile Ausschüttung von 2,25 Euro je Aktie. Das entspricht einer Gesamtsumme von rund 2 Milliarden Euro. Problematisch bleibt hierbei die Finanzierung aus dem operativen Geschäft: Der Free Cashflow lag im Jahr 2025 bei lediglich 1,34 Milliarden Euro und deckt die Dividende somit nicht vollständig ab.

Zur Finanzierung und Strategie gehört auch der aktive Portfolioumbau:
* Verkäufe: Das Geschäft mit optischen Aufhellern wurde Ende Februar an Catexel veräußert. Der Verkauf der Lacksparte soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen sein.
* Börsengang: Die Agrarsparte wird für einen möglichen Börsengang bis 2027 vorbereitet.

Erlöse aus diesen Verkäufen fließen teilweise in ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Euro, das noch bis Ende Juni 2026 läuft.

Fazit: Jahr der Weichenstellung

Das Jahr 2026 wird für BASF zur Bewährungsprobe. Der Konzern kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig: Strukturelle Überkapazitäten in China und volatile Energiekosten treffen auf eine schwache globale Nachfrage. Anleger sollten am 30. April 2026 genau hinsehen, wenn auf der Hauptversammlung in Mannheim weitere Details zur Umsetzung der Strategie „Winning Ways“ präsentiert werden. Entscheidend wird sein, ob die angehobenen Sparziele schnell genug greifen, um die schwache Umsatzdynamik auszugleichen.

BASF-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BASF-Analyse vom 04. März liefert die Antwort:

Die neusten BASF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BASF-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BASF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...