S&P Global stuft den Ausblick für SoftBank auf negativ herab – just zum Start der PayPay-IPO-Roadshow. Die Ratingagentur warnt vor den Folgen der massiven OpenAI-Investition. Zeitgleich treibt der japanische Konzern sein größtes US-Börsendebüt voran, um dringend benötigte Liquidität zu generieren.

S&P zieht die Notbremse

S&P Global senkte den Ausblick für SoftBank von stabil auf negativ. Der Grund: Die geplante Zusatzinvestition von 30 Milliarden Dollar in OpenAI belaste sowohl die Liquidität als auch die Qualität des Portfolios erheblich.

SoftBank-Chef Masayoshi Son hatte kürzlich angekündigt, in diesem Jahr weitere 30 Milliarden Dollar in den ChatGPT-Entwickler zu pumpen. Damit steigt das Gesamtengagement auf 64,6 Milliarden Dollar. Nach Abschluss der Transaktion wird SoftBank 13 Prozent an OpenAI halten.

Das langfristige Emittentenrating von "BB+" bestätigte S&P zwar, verwies aber darauf, dass SoftBank negative Folgen nur durch Verkäufe begrenzen könne.

Portfolio-Konzentration birgt Risiken

OpenAI wird nach der Aufstockung rund 30 Prozent von SoftBanks Investmentvermögen ausmachen – genauso viel wie die Arm-Beteiligung. Das Gesamtportfolio dürfte auf über 320 Milliarden Dollar anschwellen.

S&P stuft OpenAI allerdings als eines der Investments mit der "schwächsten" Kreditqualität ein. Die Ratingagentur betont, dass SoftBanks KI-Investments größtenteils Start-ups und nicht börsennotierte Firmen seien, die erheblichen Innovationsrisiken und hartem Wettbewerb ausgesetzt sind.

Der negative Ausblick spiegele wider, dass die große Nachfolge-Investition in OpenAI deutlich mehr Zeit erfordere als angenommen, um Liquidität und Qualität des Portfolios wiederherzustellen.

Asset-Verkäufe werden Pflicht

S&P warnt: "Die Liquidität von SoftBanks Investmentportfolio wird sich verschlechtern, weil OpenAI nun einen größeren Anteil einnimmt." Der Konzern habe zwar Vermögenswerte zum Verkauf gelistet, der Zeitpunkt solcher Transaktionen bleibe aber ungewiss.

Auch ein OpenAI-Börsengang wäre nötig, um die Portfolio-Liquidität zu verbessern. Die Umsetzung dürfte sich jedoch als schwierig erweisen: Erhöhte geopolitische Risiken und eine mögliche KI-Blase belasten Tech-Bewertungen. Das hält die Loan-to-Value-Ratios niedrig und könnte den ohnehin unsicheren Listing-Zeitplan weiter verzögern.

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PayPay-Roadshow startet trotz Marktturbulenzen

Mitten in die Kreditsorgen platzt der Start einer der wichtigsten Vermögensverwertungen. PayPay hatte den formellen Marketingbeginn zunächst wegen der Unsicherheit über den Konflikt im Nahen Osten verschoben. Am 2. März 2026 (US-Zeit) startete der Zahlungsdienstleister die Roadshow dann aber doch wie geplant.

Das Timing bleibt heikel. Die geopolitischen Ereignisse des Wochenendes hatten die Finanzmärkte erschüttert: Energiepreise stiegen, große Aktienindizes rutschten ab, Volatilitätsindikatoren erreichten Mehrmonatshochs. PayPay hielt dennoch am Zeitplan fest.

1,1 Milliarden Dollar im Visier

PayPay und eine SoftBank-Einheit wollen bis zu 1,1 Milliarden Dollar einsammeln – das größte US-Börsendebüt eines japanischen Unternehmens aller Zeiten.

Die Preisspanne liegt bei 17 bis 20 Dollar je American Depositary Share. Insgesamt sollen 54,99 Millionen ADS platziert werden: 31,05 Millionen von PayPay selbst, 23,93 Millionen vom Großaktionär SVF II Piranha (DE) LLC, einem Vehikel des SoftBank Vision Fund 2.

Die Bewertung fällt deutlich niedriger aus als ursprünglich erhofft. Erste Berichte hatten über 19,6 Milliarden Dollar nahegelegt. Der aktuelle Mittelwert von 12,4 Milliarden Dollar und die Obergrenze von 13,4 Milliarden Dollar markieren einen Rückzieher angesichts makroökonomischer Belastungen und Sorgen über KI-Auswirkungen auf Fintech-Aktien.

Institutionelle Nachfrage vorhanden

Goldman Sachs, J.P. Morgan, Mizuho und Morgan Stanley führen das Konsortium an. Die Abu Dhabi Investment Authority, Visa International Service Association und Qatar Holding haben Kaufabsichten über bis zu 220 Millionen Dollar signalisiert – 21,6 Prozent des Deals.

Die Preisfestsetzung ist für die Woche vom 9. März 2026 vorgesehen, die Notierung am Nasdaq Global Select Market unter dem Kürzel "PAYP" folgt kurz darauf.

PayPay wurde 2018 gegründet und betreibt Japans führende QR-Code-basierte Mobile-Payment-App mit 72 Millionen registrierten Nutzern per Ende Dezember 2025 – das entspricht 75 Prozent der 96 Millionen Smartphone-Nutzer des Landes. SoftBank wird auch nach dem IPO Mehrheitsaktionär bleiben.

Spagat zwischen KI-Offensive und Finanzdisziplin

SoftBank steht an einem Scheideweg. Die KI-First-Strategie mit massiven OpenAI-Commitments erzeugt strategisches Momentum – und finanziellen Druck zugleich.

S&P stellte klar: "Der Druck auf das Rating wird zunehmen, wenn SoftBank nicht rasch entlastende Maßnahmen wie Asset-Verkäufe ergreift."

Das PayPay-Listing hat deshalb übergroße Bedeutung für die Vermögensverwertung. Ein erfolgreicher Abschluss würde SoftBanks Spielraum beim Loan-to-Value-Management direkt stärken – zu einem Zeitpunkt, da S&P die Finanzdisziplin des Konzerns auf dem Prüfstand hat. Die finale Preisfindung wird zum wichtigen Signal für SoftBanks gesamte Finanztrajectorie 2026.

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