Eine Allianz aus einflussreichen Investoren bläst zum Angriff auf die Führung von Starbucks. Kurz vor der anstehenden Hauptversammlung fordern Pensionsfonds und Vermögensverwalter die Abwahl von zwei zentralen Verwaltungsratsmitgliedern. Im Kern geht es um den Vorwurf, das Unternehmen habe die Aufsicht über seine Arbeitsbeziehungen vernachlässigt – ein Konflikt, der die Umbaustrategie von CEO Brian Niccol belasten könnte.

Kritik an Kontrollverlust

Die Koalition, zu der unter anderem der New York City Comptroller und Trillium Asset Management gehören, richtet sich gezielt gegen Jørgen Vig Knudstorp, den unabhängigen Lead-Director, und Beth Ford, die Vorsitzende des Nominierungs- und Governance-Ausschusses. In einem Schreiben vom gestrigen Mittwoch wirft die Gruppe dem Board eine Kehrtwende bei der Überwachung von Arbeitnehmerrechten vor.

Besonders die Auflösung eines speziellen Ausschusses für soziale Auswirkungen im November 2025 sorgt für Unmut. Die Investoren argumentieren, dass der Wegfall dieses Gremiums mit einer Verschlechterung der Beziehungen zur Belegschaft einherginge. Kann Brian Niccol den Konzern befrieden, während der Druck von Investorenseite wächst?

Juristische Altlasten und hohe Kosten

Die statistische Bilanz der Reibungen mit den Aufsichtsbehörden ist beachtlich. Seit Anfang 2025 wurden bereits über 125 neue Beschwerden wegen unlauterer Arbeitspraktiken eingereicht. Insgesamt sieht sich das Unternehmen seit 2021 mit mehr als 700 Verfahren vor der nationalen Arbeitsbehörde NLRB konfrontiert. Erst im Dezember 2025 zahlte Starbucks eine Rekordsumme von 38,9 Millionen US-Dollar an die Stadt New York, um Verstöße gegen Arbeitszeitgesetze beizulegen.

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Das Management verteidigt seine Position und verweist auf ein attraktives Paket aus Sozialleistungen sowie einen durchschnittlichen Stundenlohn von etwa 30 US-Dollar inklusive Zusatzleistungen. Zudem betont das Unternehmen, dass nun das gesamte Board die Aufgaben des aufgelösten Ausschusses übernommen habe.

Strategische Relevanz und Ausblick

An einer anderen juristischen Front gab es am Dienstag eine Entlastung: Ein US-Bundesrichter wies eine Klage wegen angeblicher Zwangsarbeit bei brasilianischen Kaffeelieferanten ab. Das Gericht erklärte sich für nicht zuständig, womit dieses spezifische Risiko für den Konzern vorerst entfällt.

Für die Aktie, die zuletzt bei rund 95,76 US-Dollar notierte, bleibt die Lage dennoch volatil. Trotz eines Umsatzanstiegs von 6 Prozent im ersten Geschäftsquartal 2026 werten Analysten die anhaltenden Spannungen mit der Gewerkschaft Starbucks Workers United als wesentlichen Risikofaktor für Niccols „Back to Starbucks“-Strategie. Die Entscheidung über die personelle Zusammensetzung des Boards fällt am 25. März 2026 auf der Jahreshauptversammlung.

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