Der japanische Technologie-Konzern vollzieht eine drastische Umschichtung seines Portfolios und setzt massiv auf die physische Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Anstatt lediglich von Chip-Kursgewinnen zu profitieren, fließt das Kapital nun in Energieprojekte und direkt in die KI-Entwicklung. Anleger stehen vor einer neu ausgerichteten Wette auf die Zukunft der Technologiebranche.

Energiehunger der KI stillen

SoftBank plant den Bau eines Gaskraftwerk-Projekts in den USA mit einem Investitionsvolumen von 33 Milliarden Dollar. Wie Nikkei Asia berichtet, führt der Konzern ein entsprechendes Konsortium an. Dieses Vorhaben ist eines der ersten konkreten Projekte im Rahmen des im vergangenen Jahr unterzeichneten Handelsabkommens zwischen Japan und den USA.

Hintergrund dieser massiven Infrastruktur-Investition ist der explodierende Energiebedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Neben SoftBank haben auch andere japanische Industriegrößen wie Toshiba und Hitachi Interesse an einer Beteiligung signalisiert. Das Projekt ist Teil einer ersten Tranche von bis zu 36 Milliarden Dollar, die Japan laut Bloomberg in US-Energie- und Rohstoffprojekte leiten will, unterstützt durch staatliche Kredite und Garantien.

Abschied von Nvidia, Fokus auf OpenAI

Die Finanzierung dieser neuen Ausrichtung erfolgt durch eine radikale Portfolio-Bereinigung. Ein am 17. Februar veröffentlichtes SEC-Filing bestätigt, dass SoftBank seine Beteiligung am Chip-Hersteller Nvidia vollständig aufgelöst hat. Der Verkauf von 32,1 Millionen Aktien spülte rund 5,8 Milliarden Dollar in die Kassen.

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Dieses Kapital fließt fast nahtlos in den "ChatGPT"-Schöpfer OpenAI. SoftBank hatte hier bereits 30 Milliarden Dollar investiert und hält einen Anteil von 11 Prozent. Die Bewertungsgewinne aus dieser Position sind signifikant: Im jüngsten Quartalsbericht vom 12. Februar wies SoftBank einen Buchgewinn von 19,8 Milliarden Dollar allein aus diesem Investment aus, was dem Konzern nach einem Vorjahresverlust nun einen Quartalsgewinn von knapp 250 Milliarden Yen bescherte.

Bewertungsexplosion voraus?

Die Wette auf OpenAI könnte sich kurzfristig weiter auszahlen. Berichten von Investing.com und Bloomberg zufolge steht das KI-Unternehmen kurz vor dem Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde über 100 Milliarden Dollar. Dies würde die Bewertung von OpenAI auf über 850 Milliarden Dollar treiben.

Im Gegenzug kappt auch Nvidia die Verbindungen: Der Chip-Gigant verkaufte im vierten Quartal seine gesamten Anteile an der SoftBank-Tochter Arm Holdings. Damit endet eine komplexe Verflechtung, die 2t020 mit dem gescheiterten Übernahmeversuch von Arm durch Nvidia begann.

Mit der Sicherung der Energieversorgung für Rechenzentren und der massiven Beteiligung am Marktführer für generative KI positioniert sich SoftBank entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Erfolg dieser Strategie hängt nun maßgeblich davon ab, ob die Bewertung von OpenAI in den kommenden Monaten durch reale Ertragssteigerungen gerechtfertigt werden kann.

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