SoftBank Aktie: Arm belastet
Die SoftBank-Aktie geriet heute in Tokio deutlich unter Druck. Auslöser war eine Herabstufung der Chip-Design-Tochter Arm durch Bank of America. Der Kursverlust setzt eine bereits schwächere Woche fort, trifft aber auf ein Umfeld, in dem SoftBank parallel große KI- und Infrastrukturprojekte vorantreibt.
- Kursrückgang heute: über 5%
- Wochenminus: über 10%
- Auslöser: Arm-Herabstufung durch BofA
- Arm-Beteiligung: rund 90%
- Bewertungsniveau: KGV deutlich unter Branchenschnitt
Arm-Downgrade als Haupttreiber
Bank of America Securities senkte am Montag die Einstufung für Arm Holdings von „Buy“ auf „Neutral“ und reduzierte das Kursziel von 145 auf 120 US-Dollar. Die Analysten verweisen auf Gegenwind beim Umsatz in den kommenden Quartalen und eine wachsende Abhängigkeit von SoftBank selbst bei den Lizenzgebühren.
Im Detail nennt die Studie mehrere Punkte:
- Die Lizenzumsätze von Arm (ohne Beiträge von SoftBank) sollen im Geschäftsjahr 2026 um rund 5 % zurückgehen.
- SoftBank steht inzwischen für etwa 30 % der gesamten Lizenzumsätze von Arm, was Bedenken über eine zirkuläre Finanzierung weckt.
- Eine schwächere Smartphone-Nachfrage, verschärft durch steigende Speicherchippreise und Angebotsengpässe, belastet das Geschäft.
- Die Architektur-Umstellung bei Mobil- und Rechenzentrumskunden gilt im Wesentlichen als abgeschlossen, was das Potenzial für weiteres starkes Lizenzwachstum begrenzen könnte.
Arm-ADRs in den USA gaben gestern um 3,5 % auf 107,26 US-Dollar nach und verstärkten damit den Verkaufsdruck auf die SoftBank-Aktie im heutigen Handel. SoftBank hält seit dem Börsengang 2023 rund 90 % an Arm.
KI-Projekte und neue Partnerschaften
Parallel zur Schwäche bei Arm meldete SoftBank in den vergangenen Wochen mehrere strategische Fortschritte im KI- und Infrastruktursegment. Am 9. Januar kündigte der Konzern gemeinsam mit OpenAI eine Investition von 1 Milliarde US-Dollar in SB Energy an. Damit wird das bereits 2025 im Weißen Haus vorgestellte „Stargate“-KI-Infrastrukturprojekt weiter konkretisiert.
SB Energy soll als bevorzugter Partner für Planung, Bau und Betrieb der nächsten Generation von KI-Rechenzentren fungieren. Dazu gehört auch das von OpenAI geplante 1,2-Gigawatt-Rechenzentrum in Milam County, Texas. Die Kooperation vertieft die bestehende Beziehung, nachdem SoftBank im März 2025 eine 40-Milliarden-Dollar-Finanzierungsrunde für OpenAI angeführt hatte.
Am 6. Januar nahm zudem BTIG die Beobachtung der SoftBank-Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 5.400 Yen auf. Die Analysten betonen die besondere Positionierung an der Schnittstelle von KI und Robotik und verweisen dabei auf das Portfolio rund um:
- Arm als Chip-Architekturplattform
- OpenAI für KI-Modellentwicklung
- DigitalBridge (geplante Übernahme) für Infrastruktur
- Robo HD für Robotikprojekte
Diese strategischen Bausteine sollen die Rolle von SoftBank als integrierter KI- und Technologieinvestor stärken und bieten damit ein Gegengewicht zu den kurzfristigen Sorgen rund um Arm.
Aktiensplit und Handelsaktivität
Der heutige Handelstag fällt in die zweite volle Woche nach dem 4-zu-1-Aktiensplit, der zum 1. Januar wirksam wurde. Der Split senkte den Kurs je Aktie von rund 17.800 Yen auf etwa 4.450 Yen und reduzierte damit die Einstiegsschwelle pro Standard-Handelseinheit (100 Aktien) von mehr als 1,78 Millionen Yen auf rund 445.000 Yen.
Seit dem Split bleibt das Handelsvolumen erhöht. Bis zum frühen Nachmittag wechselten heute 42,5 Millionen Aktien den Besitzer, verglichen mit einem durchschnittlichen Tagesvolumen von 87,8 Millionen Stücken. Der Split erleichtert damit den Zugang für kleinere Anleger, ohne die fundamentale Bewertung zu verändern.
Bewertung und Marktumfeld
Auf dem aktuellen Kursniveau wird SoftBank mit einem rückblickenden Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 7,9 bewertet. Damit liegt der Titel deutlich unter dem Durchschnitt der Branche „Wireless Telecom“ (18,6) und unter dem Peer-Durchschnitt von 16,8.
Trotz des jüngsten Rücksetzers um 4,2 % seit Jahresbeginn steht über zwölf Monate ein Kursplus von 87 %. Der Konsens der Analysten sieht den fairen Wert im Mittel bei 5.456 Yen und damit etwa 29 % über dem aktuellen Kurs. Die Spanne der Kursziele reicht von 2.600 bis 7.000 Yen.
Blick auf die kommenden Quartale
Im Fokus steht nun der Quartalsbericht zum dritten Geschäftsquartal 2026, der für den 12. Februar angekündigt ist. Wichtige Punkte für den Markt werden sein:
- Neue Bewertungen des OpenAI-Investments vor dem Hintergrund der Volatilität im KI-Sektor
- Fortschritt bei der Übernahme von DigitalBridge im Volumen von 4,08 Milliarden US-Dollar
- Der Integrationsplan für jüngste Infrastrukturinvestitionen
- Einschätzungen zum Umsatzpfad von Arm angesichts der von Bank of America beschriebenen Smartphone-Schwäche
Die Kennzahlen zur Bilanz bieten dabei einen gewissen Puffer: Die Loan-to-Value-Quote lag per September 2025 bei 16,5 %, dazu kommt ein Kassenbestand von 4,2 Billionen Yen. Damit verfügt SoftBank über spürbare finanzielle Flexibilität, um die ambitionierte KI- und Infrastrukturstrategie weiter umzusetzen, selbst wenn kurzfristige Belastungen durch Arm und den Smartphone-Markt anhalten.
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