OHB hat zwei Hebel gleichzeitig in Bewegung: Offiziell bestätigte Gespräche mit Rheinmetall über eine Zusammenarbeit im Bundeswehr-Satellitenprojekt SATCOMBw Stufe 4 – und operativen Rückenwind durch den Hochlauf der Ariane 6. Für den Bremer Raumfahrtkonzern geht es damit nicht nur um Wachstum, sondern potenziell auch um einen deutlich größeren Fußabdruck im Verteidigungsmarkt. Wie viel Substanz steckt hinter dem möglichen Milliardenprojekt?

Bundeswehr-Projekt: Kooperation mit Rheinmetall bestätigt

OHB bestätigte am 26. Januar per Ad-hoc-Mitteilung laufende Gespräche mit Rheinmetall über eine Kooperation bei Vergabeverfahren der öffentlichen Hand. Im Zentrum steht SATCOMBw Stufe 4, eines der größten Bundeswehr-Projekte, mit geschätzten Kosten von bis zu 10 Milliarden Euro.

Geplant ist der Aufbau einer Konstellation von 100 bis 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit. Das Netzwerk soll militärische Einheiten wie Panzer, Schiffe und Infanterie weltweit vernetzen und ist technisch mit großen LEO-Systemen vergleichbar.

Im möglichen Konsortium ist die Rollenverteilung klar: Rheinmetall soll als Systemhaus die militärische Integration übernehmen, OHB Satellitenfertigung und Engineering liefern. Für die notwendige Produktionskapazität hat OHB bereits vorgesorgt und im Oktober 2025 ein Werk in Schöneck übernommen, um Serienfertigung in größerem Maßstab zu ermöglichen.

Allerdings ist der Wettbewerb präsent: Airbus Defense and Space, Betreiber der bisherigen SATCOMBw-Stufen 2 und 3, bestätigte ebenfalls Gespräche mit dem Verteidigungsministerium.

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Ariane 6: MT Aerospace bringt Erträge in die Bilanz

Auch aus dem zivilen Raumfahrtgeschäft kommt operative Unterstützung. Am 12. Februar absolvierte die Ariane 6 ihren ersten kommerziellen Flug und brachte 32 Satelliten für Amazons Breitbandkonstellation in den Orbit.

Für OHB ist das direkt relevant, weil die Tochter MT Aerospace Tanks und Strukturkomponenten für die Ariane 6 fertigt und einen Arbeitsanteil von zehn Prozent am Programm hat. Mit dem Februar-Start begann zudem die Abarbeitung des bislang größten kommerziellen Arianespace-Vertrags: Amazon hat insgesamt 18 Starts fest gebucht.

Wichtig für die Ergebnisrechnung: MT Aerospace gehört seit Oktober 2025 vollständig zu OHB. Damit fließen Erträge aus dem Hochlauf der Raketenproduktion nun komplett in die Konzernbilanz ein.

Zahlen, Ziele und nächster Termin

In den ersten neun Monaten 2025 stieg die Gesamtleistung um 21 Prozent auf 863,5 Millionen Euro. Das EBITDA legte von 62,4 Millionen auf 75,5 Millionen Euro zu. Für das Gesamtjahr 2025 meldete OHB zudem einen Auftragseingang von rund 2,1 Milliarden Euro (+24 Prozent) sowie einen festen Auftragsbestand von über 3,1 Milliarden Euro (+47 Prozent).

Auf dem Capital Market Day im Januar hob OHB den bisherigen Wachstumsausblick für 2026 und 2027 an. Angestrebt werden 1,4 Milliarden Euro Gesamtleistung in 2026 (EBITDA-Marge: 11 Prozent) und 1,7 Milliarden Euro in 2027 (12 Prozent). Ab 2028 soll die Gesamtleistung über 2,0 Milliarden Euro liegen. Als Basis nennt das Unternehmen steigende Budgets von ESA, EU und nationalen Kunden – mit wachsender Bedeutung des Verteidigungsmarkts.

Der nächste konkrete Prüfstein folgt schon bald: Den testierten Konzern-Jahresabschluss 2025 veröffentlicht OHB am 19. März. Dann wird sichtbar, wie stark sich das zuletzt höhere Tempo nicht nur im Wachstum, sondern auch in der Profitabilität niederschlägt.

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