Während US-Tech-Highflyer zunehmend mit überzogenen Bewertungen kämpfen, rückt Europas Software-Schwergewicht in den Fokus der Anleger. Die Wall Street favorisiert SAP aktuell deutlich gegenüber gehypten US-Konkurrenten wie Palantir. Der Grund liegt in einer fundamentalen Diskrepanz: Anleger erhalten bei den Walldorfern ähnliches Wachstumspotenzial zu einem Bruchteil des Preises.

Die Faktenlage im Überblick:
* DAX-Spitze: Tagesgewinner am Freitag mit einem Plus von 2,83 %.
* Bewertungsvorteil: Deutlich attraktiveres PEG-Ratio als US-Konkurrenz.
* Analysten-Konsens: 18 von 19 Experten raten zum Kauf.

Bewertungslücke treibt Rotation an

Ein wesentlicher Treiber für die aktuelle Stärke ist die Neubewertung der Wachstumsaussichten für 2026. Marktbeobachter sehen eine klare Divergenz zwischen SAP und dem US-Datenanalysten Palantir. Nach der massiven Rallye des US-Konkurrenten im Vorjahr rücken dort nun Bewertungsrisiken in den Vordergrund, während SAP ein deutlich besseres Chance-Risiko-Verhältnis bietet.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während Palantir mit einem Forward-KGV von fast 176 gehandelt wird, liegt dieser Wert bei SAP bei moderaten 31,53. Noch deutlicher wird der Unterschied beim PEG-Ratio (Price/Earnings-to-Growth), das Wachstum ins Verhältnis zur Bewertung setzt. Mit einem Wert von 1,85 ist die SAP-Aktie zwar kein absolutes Schnäppchen, notiert aber weit unter dem Niveau von Palantir (4,23). Investoren zahlen für das Wachstum der Deutschen also weniger als die Hälfte im Vergleich zum US-Pendant.

KI-Strategie überzeugt Experten

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Neben der Bewertung stützt die operative Entwicklung die positive Stimmung. Im Zentrum der Analystenmeinungen steht die aggressive Integration von "Agentic AI" in das Unternehmensportfolio sowie der Aufbau einer souveränen KI-Cloud für Europa. Anders als bei vielen US-Werten, deren Kurse bereits viel Zukunftsmusik eingepreist haben, sehen Experten hier die realwirtschaftliche Implementierung der Strategie erst am Anfang der Wertschöpfungskette.

Diese Einschätzung spiegelt sich im breiten Konsens wider: Von 19 Analysten, die das Unternehmen aktiv decken, sprechen sich 18 für "Buy" oder "Strong Buy" aus.

Charttechnik: Wichtige Hürde genommen

Die fundamentale Stärke schlägt sich nun auch im Kursverlauf nieder. Mit einem Schlusskurs von 212,35 Euro am Freitag setzte sich SAP an die Spitze des DAX. Technisch relevant ist dabei der Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt bei 210,15 Euro. Zwar notiert der Titel noch rund 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 280,40 Euro, doch das Momentum hat sich kurzfristig gedreht.

Gelingt es den Bullen, das Niveau oberhalb von 212 Euro in der neuen Handelswoche zu verteidigen, rückt als nächstes technisches Ziel der 200-Tage-Durchschnitt bei 235,90 Euro in den Fokus. Das synchrone Kaufsignal aus Fundamentaldaten und Charttechnik könnte die begonnene Erholung weiter befeuern.

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