SAP krempelt seine Führung um und schafft zum 1. April einen neuen Vorstandsbereich für Kundenwert – während die Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Tief notiert. Gleichzeitig verlässt ein Schlüsselentwickler den Konzern. Die Frage dahinter: Kann SAP so die stockende Cloud-Migration beschleunigen und Anleger überzeugen?

Saueressig bündelt Vertrieb und Services

Am 2. März gab der Walldorfer Softwarekonzern die Gründung der „Customer Value Group" bekannt. Ab 1. April vereint dieser Bereich Customer Success sowie Customer Services & Delivery unter einem Dach. Ziel ist es, die gesamte Kundenreise – vom Erstkontakt bis zur nachhaltigen Wertschöpfung – straffer zu steuern und Cloud- sowie KI-Lösungen schneller in die Kundenbasis zu bringen.

Die Leitung übernimmt Thomas Saueressig als neuer Chief Customer Officer. CEO Christian Klein, der den Vertrieb seit 2024 selbst führte, überträgt diese Aufgabe nun an Saueressig. Jan Gilg und Manos Raptopoulos berichten künftig direkt an Saueressig und leiten weiterhin gemeinsam die Customer-Success-Organisation.

Schlüsselfigur verlässt den Vorstand

Parallel dazu kündigte Muhammad Alam seinen Abschied an. Der für Produktentwicklung und Engineering verantwortliche Vorstand wird seinen im März 2027 auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern. Noch am 3. März trat Alam bei der Morgan Stanley Technology Conference auf.

Starke Zahlen, schwaches Vertrauen

Die Reorganisation fällt in eine widersprüchliche Phase. Operativ lieferte SAP für 2025 beeindruckende Zahlen: Cloud-Umsatz von 21,02 Milliarden Euro (+23 Prozent), Gesamtumsatz von 36,80 Milliarden Euro und ein Free Cashflow von 8,24 Milliarden Euro (+95 Prozent). Für 2026 peilt das Management ein Cloud-Wachstum von 23 bis 25 Prozent an.

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Doch der Markt bleibt skeptisch. Im vierten Quartal 2025 enttäuschte der Cloud-Auftragsbestand die Erwartungen. Seither wächst die Sorge, SAP könne bei der KI-Transformation nicht schnell genug neue Technologien monetarisieren. Viele Kunden zögern mit der Migration zu S/4HANA – teils wegen ROI-Bedenken, teils wegen der Lizenzierungspolitik.

Genau diese Blockaden soll Saueressigs neue Organisation auflösen. SAP kündigt zudem ein Aktienrückkaufprogramm über zehn Milliarden Euro bis Ende 2027 an und schlägt eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie vor.

Erste Erfolge bei Cloud-Migration

Einige strategische Schritte zeigen bereits Wirkung. Mit dem Investment in Avelios Medical bereitet SAP den Ausstieg aus dem klassischen Krankenhaus-IT-Geschäft vor – Avelios' cloud-natives System läuft auf SAPs eigener Plattform. Ende Februar meldete der Konzern zudem, dass der FC Bayern seine Systeme erfolgreich auf RISE with SAP migriert hat. Die Cloud-Lösung verwaltet nun 9,5 Millionen Fan-Datensätze und garantiert 99,9 Prozent Verfügbarkeit.

Am 23. April folgt die Bewährungsprobe

Die neue Führungsstruktur ist das eine. Der Beweis, dass sie wirkt, muss erst folgen. Am 23. April veröffentlicht SAP die Zahlen für das erste Quartal 2026 – dann wird sich zeigen, ob die Umstellung den Cloud-Auftragsbestand wieder auf Erwartungsniveau hebt und skeptische Anleger zurückgewinnt. Die Aktie notiert aktuell nur knapp über ihrem Jahrestief.

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