Tesla steht diese Woche gleich an zwei Fronten unter Beobachtung: geopolitische Risiken belasten das Marktumfeld – und am Montag endet eine Frist, die für die Autonomie-Story wichtig werden könnte. Denn die nächsten Tage zeigen, ob die laufende Untersuchung rund um „Full Self-Driving“ eher ein Verwaltungsthema bleibt oder neue Zweifel nährt. Genau darauf reagieren Anleger derzeit empfindlich.

Regulatorik als kurzfristiger Kurstreiber

Der unmittelbarste Impuls kommt nicht aus der Produktion oder von Auslieferungszahlen, sondern aus Washington. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat Tesla bis 9. März Zeit gegeben, detaillierte Unterlagen zu Unfällen im Zusammenhang mit der Untersuchung zu FSD-Verkehrsverstößen einzureichen. Tesla erhielt dafür bereits eine zweite Fristverlängerung.

Konkret geht es laut Unterlagen um „kritische Crash-Daten“ wie Videos, Daten aus dem Event Data Recorder (EDR) und CAN-Bus-Dateien. Ursprünglich hätte Tesla bis 19. Januar antworten sollen, danach wurde zunächst bis 23. Februar und nun erneut bis 9. März verlängert.

Für den Markt ist diese Abgabe weniger ein „positiver Newsflow“ als ein Vertrauens-Check: Eine vollständige, konsistente Einreichung würde das Narrativ stützen, dass das Robotaxi-Projekt trotz Untersuchung als Wachstumstreiber intakt bleibt – gerade weil das klassische E-Auto-Geschäft zuletzt mit mehr Wettbewerb und geringerer Dynamik ringt.

Robotaxi-Unfälle: Was bislang bekannt ist

Nach Angaben, die gegenüber Sicherheitsbehörden offengelegt wurden, waren Teslas Robotaxis seit dem Start des Dienstes in Austin im Juni 2025 in 14 Unfälle verwickelt. Die fünf jüngsten Vorfälle im Dezember und Januar sollen ohne Verletzte verlaufen sein, allerdings mit Sachschäden – etwa Kollisionen mit anderen Fahrzeugen oder festen Objekten. Zwei weitere Vorfälle im Juli und Oktober führten laut NHTSA-Daten zu leichten Verletzungen.

Diese Fakten sind der Hintergrund, warum die Frist am 9. März für die Stimmung so entscheidend ist: Sie bündelt das Thema Sicherheit, Regulierung und Glaubwürdigkeit in einem einzigen Termin.

Fortschritt bei FSD – und der nächste große Hebel

Trotz des regulatorischen Überhangs sammelt Tesla weiter Daten für das autonome Fahren. Das System FSD (Supervised) überschritt weltweit 8,4 Milliarden gefahrene Meilen und nähert sich damit der von Elon Musk oft genannten Marke von 10 Milliarden Meilen, die als wichtiger Schritt Richtung „unsupervised“ gilt. Allein in den ersten 50 Tagen 2026 kamen laut Artikel rund 1 Milliarde Meilen hinzu. Zudem wurde das überwachte FSD-Testing unter regulatorischer Aufsicht auf Abu Dhabi ausgeweitet.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Tesla?

Parallel setzt Tesla bei FSD stärker auf ein Abo-Modell: Der Umstieg auf die Subscription-Logik startete offiziell im Q1 2026. Das Management akzeptiert dafür laut Bericht kurzfristigen Margendruck – im Gegenzug soll planbarer, wiederkehrender Umsatz entstehen.

Noch stärker fokussieren viele Investoren inzwischen jedoch die humanoide Robotik. Tesla soll Optimus Gen 3 im Q1 2026 zeigen; Morgan Stanley erwartet dabei Verbesserungen bei Feinmotorik und Fertigbarkeit. Tesla plant zudem, Produktionslinien in Fremont von Model S/X auf Robotik umzurüsten, um die Optimus-Fertigung zu starten. Das Ziel: 1 Million Einheiten pro Jahr – zunächst eingesetzt in eigenen Fabriken, um Betriebsdaten zu sammeln und das System zu verfeinern.

Geschäft im Umbau: EV bremst, Energy glänzt

Operativ zeichnet der Artikel ein gemischtes Bild. Im Q4 2025 lag der Gewinn je Aktie mit 0,50 US-Dollar rund 11% über den Erwartungen, der Umsatz bei 24,9 Mrd. US-Dollar. Die Bruttomarge stieg auf 20,1% (höchster Wert seit zwei Jahren), die Auto-Marge auf 17,9% nach 15,4%.

Auf Jahressicht wirkt es allerdings deutlich zäher: Der Jahresumsatz sank erstmals überhaupt um 3%, und die Auslieferungen fielen im vierten Quartal um 16%. In Europa verschärfte sich der Druck durch einen Rückgang der Registrierungen um 48% gegenüber dem Vorjahr, auch wenn es im Februar laut offiziellen Daten in Frankreich und Norwegen Anzeichen einer Stabilisierung über Marktanteilsgewinne gab.

Der klare Lichtblick bleibt das Energiegeschäft: 12,8 Mrd. US-Dollar Umsatz in 2025, ein Plus von 26,5%. Fast ein Viertel des Bruttogewinns stammt laut Bericht aus diesem Segment – auch wegen einer Bruttomarge von 29,8%, deutlich über dem Autogeschäft. Ausgeliefert wurden 2025 zudem rekordhohe 46,7 GWh.

Ein Punkt, der die Bewertung zusätzlich einordnet: Tesla plant für 2026 einen CapEx-Anstieg von über 20 Mrd. US-Dollar, um KI, Robotik und Halbleiter-Infrastruktur auszubauen.

Am Markt zeigt sich der Titel derweil angeschlagen: Die Aktie notiert heute bei 336,00 Euro und liegt seit Jahresbeginn rund 10% im Minus.

Am Montag (9. März) wird Teslas NHTSA-Einreichung zum Taktgeber für die kurzfristige Stimmung – und im laufenden Q1 2026 dürfte die erwartete Vorstellung von Optimus Gen 3 der nächste Termin sein, an dem Anleger die KI- und Robotik-Story an konkreten Fortschritten messen.

Tesla-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Tesla-Analyse vom 4. März liefert die Antwort:

Die neusten Tesla-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Tesla-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Tesla: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...