SAP krempelt seine Führung um – und verliert gleichzeitig einen Schlüsselmann. Ab April bündelt der Walldorfer Softwarekonzern seine Kundenabteilungen in einer neuen „Customer Value Group", während Entwicklungsvorstand Muhammad Alam seinen Abschied für 2027 ankündigt. Die Neuaufstellung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Die Aktie notiert mit knapp 169 Euro nahe dem 52-Wochen-Tief, und Anleger zweifeln zunehmend, ob SAP seine KI-Ambitionen in zahlenden Kunden ummünzen kann.

Neue Struktur, alte Fragen

Zum 1. April führt SAP die Bereiche Customer Success sowie Customer Services & Delivery zusammen. Thomas Saueressig übernimmt als Chief Customer Officer die Verantwortung für die gesamte Kundenreise – vom Erstkontakt bis zur langfristigen Nutzung der Cloud- und KI-Lösungen. Die Botschaft ist klar: SAP will näher an die Kunden rücken und CEO Christian Klein für strategische KI-Projekte freispielen.

Doch die Reorganisation wirft Fragen auf. Der angekündigte Abgang von Muhammad Alam, zuständig für Produktentwicklung und Engineering, schwächt die technische Führungsriege ausgerechnet in einer Phase, in der SAP massiv in Künstliche Intelligenz investiert. Alam begründet seinen Schritt mit persönlichen Gründen – sein Vertrag läuft noch bis März 2027.

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Starke Zahlen, schwacher Auftragsbestand

Operativ liefert SAP. Das Geschäftsjahr 2025 brachte einen Cloud-Umsatz von 21,02 Milliarden Euro, ein Plus von 23 Prozent. Das IFRS-Betriebsergebnis verdoppelte sich auf 9,83 Milliarden Euro, der Free Cashflow kletterte um 95 Prozent auf 8,24 Milliarden Euro. Für 2026 peilt das Management einen Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro an.

Das Problem liegt woanders: Im vierten Quartal 2025 enttäuschte der Cloud-Auftragsbestand die Erwartungen. Seither wächst die Skepsis, ob SAP das hohe Tempo bei der Cloud-Migration halten kann. Der Investitionsbericht 2026 der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe signalisiert Ungeduld – Kunden fordern mehr Planbarkeit und schnellere Integration neuer Technologien, besonders bei KI-Funktionen.

Kapitalrückfluss als Vertrauenssignal

SAP reagiert mit Kapitalmaßnahmen. Ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu zehn Milliarden Euro läuft von Februar 2026 bis Ende 2027. Zusätzlich schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie für 2025 vor. Die Maßnahmen sollen Vertrauen stärken, während die EU-Kommission parallel eine Wettbewerbsuntersuchung zu SAPsMaintenance-Geschäft führt. Der Konzern weist die Vorwürfe zurück und erwartet keine finanziellen Auswirkungen.

Nächster Härtetest im April

Am 23. April folgen die Zahlen für das erste Quartal 2026. Dann zeigt sich, ob der Vorstandsumbau erste Wirkung entfaltet – und ob sich der Cloud-Auftragsbestand erholt hat. Bis dahin bleibt die Aktie unter Druck: Sie notiert rund 38 Prozent unter dem Juni-Hoch von 271,60 Euro und hat seit Jahresbeginn über 16 Prozent verloren.

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