SAP vollzieht gerade den tiefgreifendsten Umbau seiner Unternehmensgeschichte — und der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig. Während CEO Christian Klein das Geschäftsmodell grundlegend neu ausrichtet, fällt die Aktie auf ein Mehrjahrestief.

Abkehr vom Abo-Modell nimmt Form an

Das Kernstück der Neuausrichtung: SAP verabschiedet sich vom klassischen SaaS-Modell, das pro Nutzer abrechnet. Stattdessen sollen Kunden künftig auf Basis ihres KI-Verbrauchs bezahlen. Die Logik dahinter ist klar — in einer Welt, in der KI-Agenten ganze Aufgaben automatisieren, verliert die nutzerbezogene Lizenz an Relevanz.

Ab Juli entstehen sogenannte „Forward Deployed Engineering"-Teams: Hunderte von Mitarbeitern sollen gemeinsam mit Kunden KI-Anwendungen direkt auf der SAP-Plattform entwickeln. Klein selbst hat seine Vertriebsverantwortung abgegeben, um sich vollständig auf KI zu konzentrieren. Thomas Saueressig übernimmt ab 1. April als Chief Customer Officer den Kundenkontakt.

Der Strategieschwenk folgt auf gemischtes frühes Feedback zu SAPs KI-Werkzeugen und wachsenden Wettbewerb durch generative KI-Anbieter.

Starke Fundamentaldaten, schwacher Kurs

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Der Widerspruch ist auffällig: Die operativen Zahlen bleiben robust, der Kurs bricht dennoch ein. Für 2025 meldete SAP einen Cloud-Backlog von 77,3 Milliarden Euro — ein Wachstum von 30 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen Cloud-Umsätze zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro sowie einen Free Cashflow von rund 10 Milliarden Euro.

25 von 29 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf oder Übergewichten. Die Bank of America sieht SAP als Top-Pick in der Software-Branche und im internen Ranking der Bank für 2026 unter den Top 25. Zu einer Trendwende hat dieser breite Rückhalt bislang nicht geführt.

Die Aktie liegt derzeit rund 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 271,60 Euro und bewegt sich nahe ihres Jahrestiefs. Hintergrund ist eine breitere Verkaufswelle bei Enterprise-Software-Unternehmen: Investoren befürchten, dass neue KI-Werkzeuge etablierte Softwaremodelle strukturell entwerten.

Quartalszahlen als erster Stresstest

Am 23. April legt SAP die Zahlen zum ersten Quartal vor. Für das Gesamtjahr 2026 hat das Unternehmen ein Cloud-Wachstum zwischen 23 und 25 Prozent in Aussicht gestellt. Diese Zahlen werden zeigen, ob der Strategiewechsel beim Kunden ankommt — und ob das neue Preismodell den erhofften Rückenwind liefert oder zunächst auf Zurückhaltung stößt.

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