SAP steckt mitten in einem Strategiewechsel — und die Zahlen zeigen, wie schwierig dieser Spagat ist. Das Walldorfer Softwareunternehmen hat sein Cloud-Migrationsziel nach fünf Jahren deutlich verfehlt und schwenkt nun auf KI-basierte Abrechnung um. Ob das die richtige Antwort auf die eigenen Versäumnisse ist, bleibt offen.

Zwei Milliarden Euro hinter dem Plan

Der Rückstand ist konkret messbar: SAP erzielte 2025 Supporterlöse aus On-Premise-Software von 10,5 Milliarden Euro — rund zwei Milliarden Euro mehr als die angepeilten 8,5 Milliarden. Was wie eine Überperformance klingt, ist tatsächlich ein Zeichen des Scheiterns: Die höheren Einnahmen aus Legacy-Software bedeuten, dass Kunden nicht in die Cloud gewechselt haben.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei SAP?

Gartner schätzt, dass bis 2027 noch mehr als 10.000 SAP-Kunden wesentliche Teile ihres Geschäfts auf dem alten ECC-System betreiben werden. Genau dann endet der Mainstream-Support für diese Software. Jens Hungershausen, Vorsitzender der deutschsprachigen Anwendergruppe DSAG, bringt das Problem auf den Punkt: Viele Kunden hätten gewartet und auf eine Änderung der SAP-Wartungsstrategie gehofft. Rund die Hälfte der ECC-Nutzer plant laut DSAG-Umfrage, auch nach 2027 weiter ins Legacy-System zu investieren.

KI als neues Narrativ

CEO Christian Klein reagiert mit einem Kurswechsel. Ab Juli 2026 soll das klassische Abonnementmodell für KI-Dienste durch eine verbrauchsbasierte Abrechnung ersetzt werden. Parallel baut Klein eine neue Einheit auf, die KI-Lösungen gemeinsam mit Kunden entwickeln soll. Thomas Saueressig übernimmt dabei als Chief Customer Officer die neu geschaffene Customer Value Group.

Das Problem: Die Kundschaft zieht noch nicht mit. Laut DSAG-Investitionsreport 2026 setzen die meisten Mitgliedsunternehmen bislang kaum KI-Anwendungen produktiv ein. Viele haben noch keine SAP-Cloud-Lösungen im Betrieb — die Grundvoraussetzung für viele KI-Funktionen. DSAG-Technologievorstand Stefan Nogly nennt fehlende Datenreife, hohe Einstiegshürden und zu viel Komplexität als Hauptgründe. Das Ergebnis: Die meisten Unternehmen weichen auf andere KI-Anbieter aus.

Q1-Zahlen als erster Realitätscheck

Die Aktie notiert heute auf einem neuen 52-Wochen-Tief von 146,42 Euro — seit Jahresbeginn ein Minus von rund 27 Prozent. Am 23. April 2026 legt SAP seine Q1-Ergebnisse vor. Analysten erwarten für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz von rund 40,6 Milliarden Euro, etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Vertragsbuchungen im Cloud- und KI-Segment werden zeigen, ob der Umbau des Geschäftsmodells diese Erwartungen tragen kann — oder ob der Abstand zwischen Strategie und Realität weiter wächst.

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 25. März liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...