Novo Nordisk setzt ein klares Signal: Mehr als 400 Millionen Euro fließen in eine neue Tablettenproduktion in Irland. Ausgerechnet am selben Tag bremst Goldman Sachs die Erwartungen und streicht das „Buy“-Rating. Dahinter steckt ein zentrales Thema: Wachstum ja – aber der Druck im GLP-1-Markt steigt spürbar.

Irland-Ausbau: Vorbereitung auf die Wegovy-Pille

Laut Mitteilung vom 2. März will Novo Nordisk 432 Mio. Euro in eine neue Tablettieranlage am Standort Athlone (Irland) investieren. Das Werk soll zusätzliche Kapazitäten für aktuelle und künftige GLP-1-Medikamente schaffen – konkret auch für orale GLP-1-Präparate wie eine Wegovy-Pille. Der Standort, den Novo Ende 2023 von Alkermes gekauft hatte, wird dafür modernisiert und umgerüstet.

Der Zeitplan ist langfristig: Die Bauarbeiten laufen bereits, die Fertigstellung ist in Etappen von Ende 2027 bis 2028 geplant. Vor Ort arbeiten derzeit 260 Beschäftigte, dazu sollen im Projektverlauf bis zu 500 Baujobs entstehen.

Strategisch ist das Timing kein Zufall. Novo rechnet damit, dass die EMA die Wegovy-Pille in der zweiten Jahreshälfte 2026 zulässt. Parallel laufen Zulassungsanträge in weiteren Märkten, darunter EU und UK, mit Entscheidungen noch in diesem Jahr.

Goldman Sachs wird vorsichtiger

Ebenfalls am 2. März folgte jedoch ein Dämpfer für die Stimmung: Goldman Sachs stufte den Titel auf „Neutral“ (von „Buy“) herunter und senkte das Kursziel deutlich auf 41 US-Dollar (zuvor 63 US-Dollar). Begründung: Nach dem als enttäuschend bezeichneten Ergebnis der REDEFINE-4-Studie wurden die Erwartungen an CagriSema gekürzt.

Analyst James Quigley sieht die CagriSema-Umsätze (Adipositas und Diabetes) nun bei rund 5 Mrd. US-Dollar statt 11,8 Mrd. US-Dollar. Daraus leitet Goldman im Schnitt 6% niedrigere Umsatzschätzungen für 2026 bis 2030 ab. Die Aktie sei damit stärker eine „Show-me“-Story – Investoren wollen erst Ergebnisse sehen, bevor sie wieder höhere Bewertungen akzeptieren.

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Zum Kursbild passt das: Mit 31,78 Euro notiert die Aktie nah am jüngsten Tief und liegt auf 30-Tage-Sicht rund 36,5% im Minus.

Wettbewerb und Ausblick: Lichtblick mit Fragezeichen

Der Hintergrund ist der harte Vergleich mit Eli Lilly. In REDEFINE 4 kam CagriSema nach 84 Wochen auf 23% Gewichtsverlust – gegenüber 25,5% beim Vergleichspräparat Tirzepatid (Lillys Zepbound). Gleichzeitig soll Novo laut Schätzungen nur noch rund 40% Marktanteil halten, während Lilly bei 60% liegt. Lilly investiert zudem aggressiv in Kapazitäten und kündigte im Januar 2026 eine weitere große US-Produktionsstätte als Teil eines 27-Mrd.-US-Dollar-Programms an.

Hinzu kommt, dass Novo für 2026 selbst einen Rückgang von Umsatz und operativem Gewinn um 5% bis 13% erwartet – unter anderem wegen niedrigerer realisierter Preise (inklusive MFN-Mechanik in den USA) und dem Verlust von Exklusivität für Semaglutid in bestimmten Märkten außerhalb der Kernregionen. Außerdem geht Novo juristisch gegen Hims & Hers vor, wegen aus Unternehmenssicht nicht autorisierter Versionen der eigenen Medikamente.

Ein Pluspunkt bleibt die Wegovy-Pille: Laut Barclays liefen die US-Verschreibungen schneller an als bei frühen Einführungen injizierbarer GLP-1-Produkte. CEO Mike Doustdar nannte Mitte Februar bei CNBC 246.000 Patienten, die oral Wegovy einnehmen. Genau hier setzt auch die Irland-Investition an: Sie soll die Kommerzialisierung außerhalb der USA absichern.

Am 26. März 2026 steht die Hauptversammlung an – dort soll unter anderem die Fortführung des Aktienrückkaufprogramms zur Abstimmung stehen. Parallel bleiben 2026 die nächsten Wegmarken klar: Zulassungsentscheidungen in Europa zur Wegovy-Pille sowie weitere Schritte rund um CagriSema (FDA-Entscheid bis Ende 2026, Phase-III-Studie mit höherer Dosis in der zweiten Jahreshälfte 2026).

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