SAP Aktie: Der doppelte Schock
Ein Kursbeben erschütterte Walldorf: Der Softwarekonzern erlebte am Donnerstag den schlimmsten Börsentag seit über fünf Jahren. Während das Management solide Geschäftszahlen und ein gigantisches Aktienrückkaufprogramm präsentiert, sorgen zwei spezifische Nachrichten für tiefe Risse im Vertrauen der Anleger: Ein verfehltes Wachstumsziel im entscheidenden Cloud-Geschäft und eine brisante Entlassungswelle im Top-Management.
Die wichtigsten Fakten:
* Wachstumsdelle: Das Cloud-Backlog verfehlte die Analystenerwartungen knapp.
* Personalbeben: Drei Führungskräfte wurden wegen Vorwürfen des Geheimnisverrats freigestellt.
* Finanzstärke: Der Free Cash Flow explodierte im Jahr 2025 um 95 Prozent.
* Gegenmaßnahme: Ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 10 Milliarden Euro startet im Februar.
Cloud-Backlog enttäuscht
Auslöser für den massiven Abverkauf war eine Kennzahl, die Investoren als wichtigsten Indikator für künftige Einnahmen betrachten: das Current Cloud Backlog. Zwar wuchs dieses währungsbereinigt um 25 Prozent auf 21,05 Milliarden Euro, doch das reichte dem Markt nicht. CEO Christian Klein hatte zuvor ein Wachstum von „mindestens“ 25 Prozent in Aussicht gestellt, Analysten rechneten sogar mit 26 Prozent.
Die Reaktion der Börse war gnadenlos. Auf Wochensicht verlor das Papier knapp 14 Prozent an Wert und notiert mit aktuell rund 170 Euro deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt. SAP begründete die leichte Verfehlung mit großen Transformationsdeals, deren Umsätze erst später wirksam werden, sowie spezifischen Vertragsklauseln in bestimmten Märkten.
Juristischer Sprengstoff
Als wäre die operative Enttäuschung nicht genug, belastet eine juristische Affäre die Stimmung. SAP bestätigte die Trennung von drei Führungskräften. Hintergrund sind Vorwürfe des Konkurrenten o9 Solutions, die Manager hätten vor ihrem Wechsel zu SAP tausende vertrauliche Dateien gestohlen.
Obwohl interne Prüfungen laut SAP bislang kein Fehlverhalten des Konzerns selbst aufdeckten, gilt der Vorgang als hochsensibel. Eine Klage vor einem US-Bundesgericht in Dallas läuft bereits seit November 2025. Diese Unruhe im Management kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt und verstärkte die Nervosität der Anleger.
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Milliarden gegen den Frust
Hinter den Schlagzeilen verbergen sich jedoch operative Zahlen, die eigentlich Stärke demonstrieren. Der Free Cash Flow verdoppelte sich im Gesamtjahr fast auf 8,24 Milliarden Euro. Um die Anleger zu beruhigen und das Vertrauen in die eigene Cash-Generierung zu unterstreichen, kündigte der Konzern ein massives Aktienrückkaufprogramm an.
Ab Februar 2026 will SAP über zwei Jahre hinweg eigene Anteile im Wert von bis zu 10 Milliarden Euro zurückkaufen. Diese Nachricht sorgte am Freitag zumindest für eine leichte Stabilisierung, bei der die Aktie um gut 3,6 Prozent zulegen konnte. Dennoch bleibt der Abstand zum erst kürzlich markierten 52-Wochen-Hoch von rund 280 Euro mit fast 40 Prozent gewaltig.
KI und Ausblick
Für das laufende Jahr 2026 bleibt die Führungsetage optimistisch und prognostiziert einen Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro. Ein zentraler Treiber bleibt die künstliche Intelligenz: Die Lösung „SAP Business AI“ war im vierten Quartal bereits Bestandteil von zwei Dritteln aller Cloud-Aufträge.
Dennoch dämpfte das Management die Erwartungen an das Backlog-Wachstum für 2026 leicht. Finanzvorstand Dominik Asam wies zudem auf langfristige strategische Risiken hin, falls Kunden künftig KI-Tools nutzen, um eigene Softwarelösungen zu entwickeln und so unabhängiger von Standardsoftware werden.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob das Rückkaufprogramm den Boden bereiten kann oder ob der Vertrauensverlust schwerer wiegt. Der nächste wichtige Realitätscheck für den Konzern sind die Zahlen zum ersten Quartal am 23. April 2026.
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