SAP hat mit starken Gewinnzahlen abgeliefert – und wurde trotzdem abgestraft. Der Grund liegt nicht im Rückspiegel, sondern im Blick nach vorn: Ausgerechnet beim Cloud-Auftragsbestand blieb der Konzern unter der eigenen Messlatte. Wie schwer wiegt diese kleine Lücke für die Wachstumserzählung?

Cloud-Backlog verfehlt Ziel

Im Zentrum der Enttäuschung steht der „Current Cloud Backlog“ (CCB). Diese Kennzahl steht für vertraglich gesicherte Cloud-Erlöse der kommenden zwölf Monate – also für das, was Anleger als belastbaren Wachstumspfad sehen wollen.

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2025 legte der CCB währungsbereinigt um 25% zu. SAP hatte jedoch mindestens 26% in Aussicht gestellt. CFO Dominik Asam verwies auf Verzögerungen bei Großaufträgen. Dazu kommt: Für 2026 stellt das Management eine leicht nachlassende Wachstumsdynamik im Cloud-Geschäft in Aussicht.

An der Börse kam das klar an. Der Schlusskurs von gestern lag bei 164,62 Euro – zugleich das 52‑Wochen‑Tief. Auf Sicht von 30 Tagen steht damit ein Minus von 20,99% zu Buche, in zwölf Monaten sogar -38,69%.

Zahlen stark – aber der Markt schaut nach vorne

Operativ liest sich 2025 deutlich besser als der Kursverlauf:

  • Umsatz 2025: 36,8 Mrd. Euro (+8%)
  • Bereinigtes operatives Ergebnis: 10,4 Mrd. Euro (+28%)
  • Nettogewinn: 7,5 Mrd. Euro (verdoppelt)
  • Aktienrückkaufprogramm: bis zu 10 Mrd. Euro bis Ende 2027
  • Cloud-Ausblick 2026: währungsbereinigtes Cloud-Umsatzwachstum von 23 bis 25% erwartet

Trotzdem dominierte der Eindruck, dass der wichtigste Wachstumstreiber kurzfristig nicht mehr ganz so rund läuft wie erhofft. Der Kurs notiert zudem klar unter seinen längerfristigen Durchschnitten (50-Tage-Linie: 205,52 Euro; 200-Tage-Linie: 231,56 Euro) – ein technisches Signal, dass der Abwärtstrend zuletzt die Oberhand hatte.

DAX-Effekt und Tech-Stimmung

Der starke Rücksetzer blieb nicht ohne Folgen für das Gesamtbild: Der DAX gab gestern um rund 2,1% nach. Gleichzeitig war die Stimmung für große Software- und Cloud-Titel ohnehin angeschlagen. In den USA geriet auch Microsoft nach Quartalszahlen unter Druck – Anleger reagierten dort skeptisch auf hohe Investitionskosten im KI-Bereich und ein etwas langsameres Azure-Wachstum.

Unterm Strich trifft SAP damit auf ein Umfeld, in dem der Markt Cloud-Dynamik sehr genau misst – und Abweichungen von der eigenen Zielmarke kaum verzeiht.

Im Fokus bleibt nun der 2026er-Ausblick: Entscheidend wird, ob SAP die angekündigte Cloud-Wachstumsspanne von 23 bis 25% liefert und ob sich die verschobenen Großaufträge im Cloud-Backlog zeitnah materialisieren.

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