Salesforce baut seine KI-Plattform Agentforce weiter aus – ausgerechnet in einer Phase, in der der Softwaresektor insgesamt unter Verkaufsdruck steht. Der Konzern kauft dafür gezielt Technologie zu und sortiert intern gleichzeitig Führung und Strukturen neu. Doch warum kommt die Nachricht an der Börse trotzdem kaum an?

Agentforce bekommt Zukauf

Am Mittwoch hat Salesforce eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Cimulate bekanntgegeben. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet. Cimulate ist auf KI-gestützte „Intent Engines“ für den Einzelhandel spezialisiert – also Systeme, die Kaufabsichten erkennen und daraus personalisierte Empfehlungen ableiten können.

Genau diese Technik soll direkt in Agentforce Commerce einfließen. Ziel: stärker personalisierte, dialogbasierte Einkaufserlebnisse, bei denen Nutzer „konversationell“ zum passenden Produkt geführt werden. Die Übernahme passt damit zu CEO Marc Benioffs Linie, autonome KI-Agenten ins Zentrum des Portfolios zu rücken. Laut den im Quelltext genannten Marktdaten soll Agentforce zusammen mit der Data Cloud zuletzt auf rund 1,4 Mrd. US-Dollar an jährlichen, wiederkehrenden Erlösen (ARR) gekommen sein.

Warum die Aktie trotzdem schwächelt

Trotz der strategischen Nachricht blieb die Stimmung angeschlagen. Die Aktie schloss heute bei 185,00 US-Dollar und markierte damit ein 52-Wochen-Tief; seit Jahresanfang steht ein Minus von -27,06% zu Buche.

Im Quelltext werden dafür zwei Belastungsblöcke genannt:

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Salesforce?

  • Sektor-Gegenwind: Im Softwaremarkt läuft ein breiter Abverkauf. Hintergrund sind Sorgen, dass generative KI klassische Lizenzmodelle pro Nutzer („per seat“) unter Druck setzen könnte.
  • Unternehmensinterne Reibung: Parallel zur Produkt- und KI-Offensive sorgt die interne Neuaufstellung für Unruhe.

Führungskräftewechsel, Stellenabbau und Protest

Zeitgleich zur Übernahme läuft ein größerer Umbau im Management. Anfang Februar wurde berichtet, dass sechs neue Führungskräfte berufen wurden, um fünf Abgänge in der Top-Etage zu ersetzen. Unter den Neuen: Iain Mulholland als Chief Security Officer (zuvor Google) sowie Patrick Stokes als Chief Marketing Officer.

Dazu kommt ein Stellenabbau von knapp unter 1.000 Jobs, vor allem in Marketing, Produkt und Data Analytics. Und auch intern gibt es Gegenwind: Ebenfalls am 11. Februar wurde berichtet, dass mehr als 1.400 Mitarbeitende einen Brief unterschrieben haben, der ein Ende der Geschäftsbeziehungen mit der US-Behörde ICE fordert. Auslöser sollen Berichte gewesen sein, wonach Salesforce dort KI-Technologie für Rekrutierungszwecke angeboten habe.

Blick nach vorn: Zahlen am 25. Februar

Der nächste konkrete Termin ist bereits gesetzt: Am 25. Februar 2026 will Salesforce die Zahlen für das vierte Quartal vorlegen. Laut Analystenkonsens aus dem Quelltext werden rund 11,2 Mrd. US-Dollar Umsatz (+ ca. 12% zum Vorjahr) und ein bereinigtes EPS von 3,05 US-Dollar erwartet. Entscheidend dürfte dabei weniger die Vergangenheit sein, sondern wie überzeugend der Ausblick ausfällt – und ob Salesforce bei Agentforce konkrete Fortschritte bei der Monetarisierung liefern kann.

Anzeige

Salesforce-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Salesforce-Analyse vom 12. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Salesforce-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Salesforce-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Salesforce: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...