Ein großer Regierungsauftrag klingt nach Rückenwind – doch an der Börse hilft das gerade nur begrenzt. Die Aktie steht weiter unter Druck und notiert in der Nähe ihres 52-Wochen-Tiefs. Im Zentrum der Debatte: Die Angst vor „Seat Compression“ durch KI, also weniger benötigte Nutzerlizenzen.

KI-Erzählung treibt die Schwankungen

Seit Jahresbeginn hat der Titel rund 27% verloren. Damit fällt er in eine breitere Abwärtsbewegung im Enterprise-Software-Sektor: Der S&P 500 Software & Services Index liegt seit Jahresstart etwa 18% im Minus. Besonders deutlich kippte die Stimmung am 3. Februar, als die Aktie in einer Sitzung um rund 8% nachgab.

Der Hauptgrund für die Nervosität ist das „Seat-Compression“-Szenario. Dahinter steckt die These, dass KI-Agenten künftig Aufgaben übernehmen und Unternehmen dadurch weniger menschliche Nutzer – und damit weniger Lizenzen – brauchen. Ankündigungen von KI-Anbietern wie Anthropic haben diese Sorge zuletzt verstärkt, weil sie das Potenzial für eine Verschiebung klassischer SaaS-Umsatzmodelle unterstreichen.

Operativ meldet das Unternehmen jedoch Fortschritte bei der eigenen KI-Schiene: „Agentforce“ und die Data-Cloud-Sparte kamen zusammen auf 1,4 Mrd. US-Dollar Annual Recurring Revenue (ARR), ein Plus von 114% gegenüber dem Vorjahr.

Der Army-Vertrag: groß, aber gedeckelt

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Ende Januar sicherte sich der Konzern einen Indefinite-Delivery/Indefinite-Quantity-Vertrag (IDIQ) mit der US-Armee. Die oft genannte Obergrenze von 5,6 Mrd. US-Dollar braucht allerdings Einordnung:

  • Laufzeit: 10 Jahre (5 Jahre Basis plus 5 Jahre Option)
  • Umsatzwirkung: 5,6 Mrd. US-Dollar sind ein Maximalbetrag, keine Garantie. Bei voller Ausschöpfung entspräche das im Schnitt etwa 560 Mio. US-Dollar pro Jahr – rund 1,5% des Umsatzes im Geschäftsjahr 2025.
  • Umsetzung: Abwicklung über die Tochter Computable Insights LLC, um eine „agentische“ Grundlage für Verteidigungsanwendungen bereitzustellen.

Analysten uneins – Fokus auf die Zahlen

Die Einschätzungen an der Wall Street gehen auseinander. Reicht der günstiger wirkende Bewertungsrahmen als Stabilisierung, oder überwiegt das Risiko durch KI-bedingte Lizenz-Erosion?

  • Wedbush bezeichnete den Sektor-Abverkauf am 7. Februar als „oversold“ und bleibt bei Outperform mit Kursziel 375 US-Dollar.
  • Stifel Nicolaus bestätigte am 5. Februar Buy mit Kursziel 300 US-Dollar.
  • Piper Sandler senkte am 2. Februar das Kursziel von 315 auf 280 US-Dollar und verwies dabei explizit auf Risiken durch Seat Compression und KI-Disruption; das Rating blieb Overweight.

Aktuell wird die Aktie mit einem KGV von etwa 25 bis 28 bewertet – ein für das Unternehmen historisch niedriges Niveau.

Am 25. Februar nach Börsenschluss folgen die Q4/FY2026-Zahlen. Im Fokus stehen dabei das cRPO (zuletzt 29,4 Mrd. US-Dollar im zweiten Quartal, +11% zum Vorjahr), belastbare Signale zur Monetarisierung von Agentforce sowie der Ausblick für das Geschäftsjahr angesichts des veränderten Umfelds.

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