Die Netflix-Aktie geriet am Mittwoch unter Druck und verlor zeitweise 3,2 Prozent auf 79,95 Dollar. Der Grund: Der aktivistische Investor Ancora Capital mischt sich in den milliardenschweren Warner Bros. Discovery-Deal ein und könnte die geplante Übernahme der HBO-Studios torpedieren.

Ancora baut 200-Millionen-Position auf

Ancora Capital hat eine Beteiligung von rund 200 Millionen Dollar an Warner Bros. Discovery aufgebaut und kündigte an, gegen den Verkauf der Film- und Fernsehstudios sowie des Streamingdienstes HBO an Netflix zu stimmen. Der aktivistische Investor argumentiert, Warner habe sich nicht ausreichend mit dem Gegenangebot von Paramount Skydance unter David Ellison auseinandergesetzt. Paramount hat ein Angebot für den gesamten Konzern vorgelegt – inklusive der TV-Sender.

Während Warner Bros. Discovery um 0,7 Prozent auf 28,06 Dollar zulegte und Paramount Skydance 1,6 Prozent auf 10,95 Dollar gewann, musste Netflix die größten Verluste hinnehmen. Der Streamingriese hatte gehofft, mit der Übernahme der prestigeträchtigen HBO-Studios seine Content-Position deutlich zu stärken.

Arbeitsmarktdaten belasten Tech-Sektor

Die Schwäche bei Netflix fügte sich in ein insgesamt verhaltenes Bild am US-Aktienmarkt. Der überraschend robuste Arbeitsmarktbericht für Januar sorgte für steigende Zinsspekulationen. Mit 130.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft übertraf der Beschäftigungsaufbau die Erwartungen von 55.000 deutlich. Die Arbeitslosenquote sank von 4,4 auf 4,3 Prozent.

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Die starken Daten sprechen gegen baldige Zinssenkungen der US-Notenbank. Die Wahrscheinlichkeit, dass es bis Juni zu keinen Zinssenkungen kommt, stieg nach Veröffentlichung der Daten von 24,8 auf 40,2 Prozent. Höhere Zinsen belasten typischerweise wachstumsstarke Tech-Aktien wie Netflix überproportional. Der Nasdaq Composite schloss 0,2 Prozent im Minus bei 23.066 Punkten.

Deal-Unsicherheit belastet

Für Netflix bedeutet die Intervention von Ancora Capital eine unerwartete Hürde. Der Deal mit Warner Bros. Discovery galt als weitgehend beschlossene Sache und sollte Netflix Zugang zu einem der wertvollsten Content-Kataloge Hollywoods verschaffen. Mit HBO Max würde Netflix nicht nur beliebte Serien wie "Game of Thrones" und "Succession" übernehmen, sondern auch eine etablierte Streaming-Plattform mit Millionen Abonnenten.

Ob Ancora Capital genug Einfluss hat, um den Deal tatsächlich zu stoppen, bleibt abzuwarten. Die 200 Millionen Dollar entsprechen nur einem Bruchteil der Marktkapitalisierung von Warner Bros. Discovery. Allerdings könnten weitere Investoren dem aktivistischen Investor folgen, wenn dessen Argumente für eine Paramount-Lösung überzeugen.

Am Freitag stehen die US-Verbraucherpreisdaten an. Eine hartnäckig hohe Inflation würde die Zinssenkungshoffnungen weiter dämpfen und könnte Tech-Werte wie Netflix zusätzlich belasten.

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