Salesforce hat im vierten Geschäftsquartal überraschend stark abgeliefert – und dennoch verlor die Aktie seit Jahresbeginn über ein Viertel an Wert. Während der Cloud-Riese mit seinem KI-Agenten Agentforce neue Maßstäbe setzt, kämpft er gegen eine hartnäckige Marktskepsis: Wird KI die Software-Branche revolutionieren oder kannibalisieren?

Starke Zahlen, schwache Börsenreaktion

Salesforce meldete für das am 31. Januar 2026 abgeschlossene vierte Geschäftsquartal einen Umsatz von 11,2 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 3,81 US-Dollar deutlich über der Analystenschätzung von 3,04 US-Dollar. Der Nettogewinn stieg von 1,71 Milliarden auf 1,94 Milliarden US-Dollar.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 erreichte das Unternehmen einen Umsatz von 41,5 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von 10 Prozent. Der operative Cashflow legte um 15 Prozent auf 15,0 Milliarden zu, der freie Cashflow um 16 Prozent auf 14,4 Milliarden.

Besonders bemerkenswert: Die vertraglichen Umsatzverpflichtungen (RPO) stiegen auf 72,4 Milliarden US-Dollar, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon werden 35,1 Milliarden in den kommenden zwölf Monaten erwartet – mehr als die von StreetAccount prognostizierten 34,53 Milliarden.

Agentforce: Der KI-Turbo

Der eigentliche Star des Quartals war Agentforce, Salesforces Plattform für autonome KI-Agenten. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) mit dieser Technologie erreichte 800 Millionen US-Dollar – ein Zuwachs von 169 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Salesforce schloss 29.000 Agentforce-Verträge ab, 50 Prozent mehr als im Vorquartal. Die Plattform verarbeitete im Quartal 11,14 Billionen Tokens und hat insgesamt bereits knapp 20 Billionen Tokens in über 2,4 Milliarden autonome Arbeitseinheiten umgewandelt. Diese Zahlen zeigen: Kunden nutzen die Technologie nicht mehr nur zum Testen, sondern setzen sie produktiv ein.

50 Milliarden für Rückkäufe

Als Reaktion auf den Kursverfall kündigte Salesforce ein neues Aktienrückkaufprogramm über 50 Milliarden US-Dollar an. CEO Marc Benioff begründete die Entscheidung auf der Analystenkonferenz ungewöhnlich direkt: "Weil das hier einige niedrige Kurse sind." Die vierteljährliche Dividende wurde um 5,8 Prozent auf 0,44 US-Dollar je Aktie erhöht.

Im Geschäftsjahr 2026 flossen 14,3 Milliarden US-Dollar an Aktionäre zurück – 12,7 Milliarden über Rückkäufe, 1,6 Milliarden über Dividenden. Langfristig hob Salesforce sein Umsatzziel für 2030 von über 60 Milliarden auf 63 Milliarden US-Dollar an, unter anderem dank der Informatica-Übernahme.

Informatica und Anthropic

Die 8 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Informatica, einem Datenmanagement-Spezialisten, wurde im Quartal abgeschlossen. Informatica steuerte 399 Millionen US-Dollar zum Umsatz bei. Zusätzlich profitierte Salesforce von seiner Beteiligung am KI-Startup Anthropic: Der Gewinn aus strategischen Investments stieg von 96 Millionen auf 811 Millionen US-Dollar.

Ausblick unter Druck

Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Salesforce einen Umsatz zwischen 45,8 und 46,2 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 10 bis 11 Prozent entspricht. Rund drei Prozentpunkte davon stammen von Informatica – organisch bleibt das Wachstum im hohen einstelligen Bereich.

Die Prognose lag leicht unter manchen Erwartungen. Der breitere Markt bleibt skeptisch: Während der S&P 500 im laufenden Jahr um 1 Prozent zulegte, büßte die Salesforce-Aktie 28 Prozent ein. Investoren fürchten, dass generative KI-Modelle traditionelle Softwareunternehmen überflüssig machen könnten.

Mit Agentforce liefert Salesforce allerdings einen konkreten Gegenbeweis: Die Technologie wird nicht als Bedrohung, sondern als Wachstumsmotor positioniert – und die Zahlen belegen, dass Kunden bereit sind, dafür zu zahlen. Ob das ausreicht, um die Skepsis zu überwinden, entscheidet sich in den kommenden Quartalen.

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