Rolls-Royce legt beim zivilen Luftfahrtgeschäft nach. Ein umfangreicher Triebwerksauftrag von Delta Air Lines stärkt die Position des Konzerns im Langstreckenmarkt – und kommt nur wenige Wochen vor den mit Spannung erwarteten Jahreszahlen. Doch wie stark trägt der Deal die bereits beeindruckende Kursrally?

Großer Delta-Auftrag im Detail

Am 28. Januar 2026 meldete Rolls-Royce einen neuen Großauftrag von Delta Air Lines. Die US-Fluggesellschaft bestellt insgesamt 62 Triebwerke:

  • 30 Trent XWB‑84 EP
  • 32 Trent 7000

Eingesetzt werden sie in:

  • 15 Airbus A350‑900 (Trent XWB‑84 EP)
  • 16 Airbus A330neo (Trent 7000)

Der Auftrag erweitert eine bereits umfangreiche Rolls-Royce-Flotte bei Delta. Die Airline betreibt nach Unternehmensangaben schon heute:

  • 40 A350‑900 mit Trent XWB‑84
  • 39 A330neo mit Trent 7000
  • 80 Boeing 717 mit BR715

Zusätzlich hat Delta 20 A350‑1000 mit Trent XWB‑97 Triebwerken in der Bestellung. Der neue Deal zementiert damit die enge Bindung zwischen beiden Unternehmen im Widebody-Segment.

TotalCare als Ertragsbaustein

Der Auftrag umfasst nicht nur neue Triebwerke, sondern auch die Einbindung in das TotalCare-Programm von Rolls-Royce. Dieses Servicekonzept ist für den Konzern ein zentraler Ertragspfeiler.

Kernpunkte von TotalCare:

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  • Rolls-Royce übernimmt wesentliche Wartungs- und Kostenrisiken
  • Die Airline erhält Planbarkeit bei Betrieb und Instandhaltung
  • Überwachung und Planung laufen über fortgeschrittene Engine-Health-Monitoring-Systeme

Finanziell interessant: Laut Unternehmensangaben bietet das Trent XWB‑84 EP rund 1 % bessere Treibstoffeffizienz. Für eine Flotte von 20 Flugzeugen kann dies laut Rolls-Royce rund 5 Mio. US‑Dollar Kraftstoffersparnis pro Jahr bedeuten. Solche Effizienzgewinne sind für Airlines ein wichtiges Argument – und stützen die Pricing-Macht von Rolls-Royce bei modernen Triebwerken und Services.

Rally und Wachstumstreiber

Der neue Delta-Auftrag trifft auf eine Aktie, die bereits einen außergewöhnlichen Lauf hinter sich hat. Laut früheren Medienberichten hat der Titel in den vergangenen fünf Jahren um rund 1.200 % zugelegt, getrieben von mehreren Wachstumssäulen – nicht nur aus der Luftfahrt.

Wichtige Punkte aus der jüngsten Entwicklung:

  • Die Aktie notiert aktuell bei 14,20 Euro
  • Seit Jahresbeginn liegt der Kurs damit rund 11 % im Minus, auf 12‑Monats-Sicht aber mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr

Die jüngste Konsolidierung erfolgt also nach einem sehr starken Anstieg. Der aktuelle Kurs liegt zudem etwa 11 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 16,00 Euro von Anfang Januar, bleibt aber klar über den wichtigen gleitenden Durchschnitten – ein Hinweis darauf, dass der übergeordnete Aufwärtstrend bisher intakt ist.

Mehr als nur Verteidigung

Obwohl das Thema Verteidigung häufig im Fokus steht, ist es nur ein Teil der Geschichte. Laut Halbjahreszahlen macht das Defense-Geschäft rund ein Viertel der zugrunde liegenden Umsätze aus.

Besonders dynamisch zeigte sich zuletzt die Sparte Power Systems:

  • Der Auftragseingang im Bereich Rechenzentren stieg im ersten Halbjahr 2025 um 85 % gegenüber dem Vorjahr
  • Rolls-Royce positioniert sich damit zunehmend im Bereich Energie- und Stromversorgung jenseits der klassischen Luftfahrt

Diese Entwicklung schlägt sich auch in Analystenmodellen nieder. So erhöhte UBS-Analyst Ian Douglas-Pennant am 9. Januar 2026 sein Kursziel von 1.350p auf 1.625p. Begründung: angehobene Erwartungen an das Wachstum im Bereich Stromerzeugung und Power Systems.

Wichtige Termine und Ausblick

Der Blick des Marktes richtet sich nun klar auf den 26. Februar 2026. An diesem Tag will Rolls-Royce die vollständigen Zahlen für 2025 vorlegen. Das Management hatte zuvor für das Gesamtjahr in Aussicht gestellt:

  • zugrunde liegender operativer Gewinn: 3,1 bis 3,2 Mrd. Pfund
  • Free Cashflow: 3,0 bis 3,1 Mrd. Pfund

Zusätzlich läuft seit Dezember 2025 ein Aktienrückkaufprogramm, das die Kapitalrückführung an die Anteilseigner unterstreicht. Entscheidend wird sein, ob die endgültigen Zahlen und der Ausblick diese ambitionierten Ziele bestätigen oder sogar übertreffen. Der neue Delta-Auftrag liefert dafür einen weiteren Rückenwindfaktor im Kerngeschäft – kurz vor einem Berichtstermin, der den nächsten Kursimpuls setzen dürfte.

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