Nach dem Allzeithoch von 1.306 Pence Mitte Januar ist die Rolls-Royce-Aktie in eine Konsolidierungsphase eingetreten. Technisch zeigt sich ein vielversprechendes Muster – Chartanalysten sprechen von einer bullischen Flaggenformation. Gleichzeitig treiben Großaufträge aus dem Verteidigungssektor und optimistische Analystenstimmen die Fantasie der Anleger. Kann der Titel seinen beeindruckenden Lauf fortsetzen?

Technisches Bild gibt Hoffnung

Die Aktie hat seit Jahresbeginn auf jedem Handelstag der ersten Januarwoche neue Rekorde markiert, bevor eine Atempause einsetzte. Aktuell notiert der Titel bei rund 1.235 Pence und bildet eine Konsolidierung in Form einer absteigenden Flagge aus – ein klassisches Fortsetzungsmuster nach einer starken Aufwärtsbewegung.

Die technischen Rahmenbedingungen bleiben konstruktiv: Der Kurs hält sich oberhalb der 50- und 100-Tage-Linien, der Supertrend-Indikator signalisiert weiter Aufwärtsdynamik. Bei einem Ausbruch über das Januar-Hoch sehen Chartisten Potenzial bis 1.500 Pence. Kurzfristig belasteten zwar Flugausfälle in den USA wegen Winterstürmen und die angespannte Lage im Nahen Osten, doch die Struktur des Aufwärtstrends blieb intakt.

Verteidigungsgeschäft mit Großauftrag

Rolls-Royce hat am 21. Januar einen bedeutenden Rüstungsauftrag vermeldet: 350 mtu-Motoren für Boxer-Radpanzer der Bundeswehr und internationaler Kunden. Rheinmetall und KNDS Deutschland ordern 8-Zylinder-Aggregate mit Leistungen zwischen 530 und 600 Kilowatt, erste Auslieferungen starten bereits im ersten Halbjahr 2026.

Dieser Auftrag folgt auf rund 400 Bestellungen im Jahr 2025 – insgesamt wurden damit über 2.000 Motoren für das Boxer-Programm geordert. Das Unternehmen baut seine mtu-Serie 199 zu einer umfassenden Produktfamilie aus, die Leistungen von 260 kW bis über 1.300 kW abdeckt.

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Analysten heben Kursziele deutlich an

Die Investmentbank UBS hat ihr Kursziel Anfang Januar von 1.350 auf 1.625 Pence erhöht. Haupttreiber ist das Power-Systems-Geschäft: UBS erwartet ein Umsatzwachstum von 26 Prozent bis 2028, befeuert durch margenstärkere Rechenzentrumsaufträge. Die Profitabilität dieser Sparte könnte bis 2028 um bis zu 60 Prozent steigen.

Die Konsensprognosen der Analysten zeichnen ein robustes Wachstumsbild:

  • Umsatz 2026: 21 Milliarden Pfund (nach 19,5 Milliarden 2025)
  • Umsatz 2028: 25 Milliarden Pfund
  • Freier Cashflow: Anstieg von 3,1 Milliarden (2025) auf 4,5 Milliarden Pfund (2028)

Das Gewinnwachstum soll in den Jahren 2026 und 2027 jeweils 14 Prozent betragen. Die Dividende dürfte von 9,1 Pence je Aktie (2025) auf 12,7 Pence (2027) klettern.

Bewertungsdiskussion nimmt Fahrt auf

Die Rally hat ihren Preis: Das Forward-KGV liegt mittlerweile über 36 – deutlich höher als bei europäischen Wettbewerbern wie Rheinmetall, Leonardo oder BAE Systems. Eine Discounted-Cashflow-Analyse von Simply Wall St kommt auf einen fairen Wert von rund 987 Pence, was eine Überbewertung von etwa 25 Prozent bedeuten würde.

Allerdings zeigt das Trailing-KGV von circa 18 ein anderes Bild und liegt unter vielen Konkurrenten. Die Bilanz mit einer Netto-Liquidität von rund 1,1 Milliarden Pfund gibt finanzielle Flexibilität.

Am 26. Februar folgen die Jahreszahlen – dann wird sich zeigen, ob die ambitionierten Erwartungen gerechtfertigt sind. Die starken Quartalsergebnisse von GE Aerospace letzte Woche (Aufträge +32%, operativer Gewinn +25% auf über 9,1 Milliarden Dollar) liefern jedenfalls positive Signale für den zivilen Triebwerksmarkt, Rolls-Royces größtes Geschäftssegment.

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