Bei Rolls-Royce herrscht derzeit viel Bewegung. Während der Triebwerkshersteller sein eigenes Aktienrückkaufprogramm konsequent vorantreibt, trennt sich die Führungsriege gleichzeitig von Anteilen. Auf den ersten Blick wirkt dies widersprüchlich: Warum verkaufen CEO und CFO, wenn das Unternehmen selbst zukauft? Der Blick auf die Details zeigt jedoch, dass hinter den Insider-Transaktionen eher steuerliche Notwendigkeiten als mangelndes Vertrauen stecken.

Insider-Verkäufe aus Steuergründen

Der britische Luftfahrt- und Rüstungskonzern legte offen, dass seine beiden Top-Manager am 26. Januar Transaktionen mit eigenen Aktien tätigten. CEO Tufan Erginbilgic erhielt im Rahmen des Vergütungsplans über 10.000 Aktien, veräußerte davon jedoch umgehend knapp die Hälfte. Auch Finanzchefin Helen McCabe verkaufte einen Teil ihrer zugeteilten Papiere.

Der Hintergrund ist allerdings technischer Natur und kein Warnsignal für die operative Entwicklung. Die Verkäufe dienten dazu, die gesetzlichen Steuerverpflichtungen zu decken, die bei der Zuteilung der Aktienboni fällig wurden. Beide Führungskräfte behielten den größeren Teil der ihnen zugesprochenen Aktienpakete, was auf ein anhaltendes Interesse an der langfristigen Wertentwicklung hindeutet. Dennoch reihen sich diese Transaktionen in ein Muster ein, da bereits im November und Dezember 2025 ähnliche Verkäufe stattfanden.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rolls-Royce?

Rückkaufprogramm stützt den Kurs

Während das Management aus steuerlichen Gründen Kasse macht, tritt das Unternehmen selbst als aggressiver Käufer auf. Das aktuelle Interims-Rückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 200 Millionen Pfund läuft noch bis zum 24. Februar 2026. Seit dem Start am 2. Januar wurden bereits über 8,3 Millionen Aktien vom Markt genommen, um das Grundkapital zu reduzieren.

Diese Maßnahmen werden durch eine solide Bilanz gestützt. Das Unternehmen konnte zuletzt mit starken Margen und einem hohen freien Cashflow überzeugen, was die Nettoverschuldung in eine Netto-Cash-Position verwandelt hat. Auch am Markt spiegelt sich diese Stabilität wider: Mit einem aktuellen Kurs von 14,46 Euro notiert die Aktie über dem 50-Tage-Durchschnitt von 13,91 Euro.

Analysten bewerten die Lage mehrheitlich positiv ("Moderate Buy"), wobei das Kursziel im Konsens leicht über dem aktuellen Niveau liegt. Die Investmentbank Berenberg hob zuletzt ihr Kursziel an, blieb aber bei einer "Hold"-Einstufung.

Ausblick: Februar wird entscheidend

Das Zusammenspiel aus technischen Insider-Verkäufen und dem laufenden Rückkaufprogramm sorgt kurzfristig für ein diffuses Bild, ändert aber wenig an den fundamentalen Daten. Für Anleger richtet sich der Fokus nun auf den 26. Februar 2026. An diesem Datum wird Rolls-Royce nicht nur die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vorlegen, sondern auch den Gesamtumfang der geplanten Aktienrückkäufe für das Jahr 2026 bekannt geben.

Rolls-Royce-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rolls-Royce-Analyse vom 28. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Rolls-Royce-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rolls-Royce-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rolls-Royce: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...