Rocket Lab Aktie: Rekordquartal
Rekordzahlen, neue Aufträge, eine Übernahme und ein neues Produkt – Rocket Lab hat gestern eine ganze Nachrichten-Lawine auf einmal veröffentlicht. Doch ausgerechnet das wichtigste Entwicklungsprojekt bekam einen Dämpfer: Der Erstflug der Neutron-Rakete verschiebt sich deutlich. Wie viel wiegt dieser Zeitverlust gegen das starke Wachstum?
Rekordzahlen – aber Margen unter Druck
Im vierten Quartal 2025 erzielte Rocket Lab einen Rekordumsatz von 180 Mio. US-Dollar. Auf Jahressicht stieg der Umsatz auf 602 Mio. US-Dollar, ein Plus von 38% gegenüber dem Vorjahr. Auch die Profitabilität auf Bruttomargen-Ebene verbesserte sich im Quartal: Die GAAP-Bruttomarge lag bei 38%, die Non-GAAP-Bruttomarge bei 44%.
Auffällig ist zudem der Auftragsbestand. Zum Quartalsende lag der Backlog bei 1,85 Mrd. US-Dollar – 73% mehr als ein Jahr zuvor. 37% davon sollen in den nächsten zwölf Monaten als Umsatz realisiert werden.
Für das laufende erste Quartal 2026 stellt das Management 185 bis 200 Mio. US-Dollar Umsatz in Aussicht. Gleichzeitig sollen die Bruttomargen zurückgehen (GAAP: 34% bis 36%, Non-GAAP: 39% bis 41%). Als Grund nennt das Unternehmen einen höheren Anteil am Geschäft mit Space Systems, das niedrigere Margen als Starts erzielt.
Neutron: Erstflug erst Ende 2026
Der kritischste Punkt der Zahlen war das Update zur Neutron-Rakete. Der Erstflug verschiebt sich auf das vierte Quartal 2026. Auslöser war ein unerwarteter Ausfall eines Tanks der ersten Stufe. Laut Unternehmen hängt das mit einem Fertigungsfehler zusammen, der durch einen externen Handlaminierungsprozess entstanden sei. Rocket Lab will deshalb auf automatisierte Produktion umstellen und zusätzlich das Design anpassen.
Damit wird aus dem bisherigen groben Zeitfenster eine konkrete Verzögerung: Statt im ersten Halbjahr 2026 soll der Erstflug nun frühestens Ende 2026 stattfinden – also mehr als sechs Monate später.
Parallel meldete Rocket Lab Fortschritte bei anderen Neutron-Komponenten: Die „Hungry Hippo“-Nutzlastverkleidung schloss die Qualifikation im vierten Quartal 2025 ab und wurde nach Virginia an den Montage- und Integrationsstandort geliefert. Die Schubstruktur, ausgelegt auf 2,1 Mio. Pfund Schub von sieben Archimedes-Triebwerken, bestand die Qualifikationstests. Das 13-Meter-Interstage-Element befindet sich in der Qualifikation, bevor es in Launch Complex 3 integriert wird.
Beim Budget erwartet das Management 2026 eine Verschiebung der Ausgaben: weg von F&E, hin zu Inventory für „Flight 2“. Das erste Quartal 2026 soll dabei den Peak der Neutron-F&E-Ausgaben markieren.
Vertrag, Übernahme, Solar-Arrays
Zusätzlich zum Earnings-Update meldete Rocket Lab gestern mehrere strategische Schritte. Mit BlackSky wurde ein weiteres Multi-Launch-Abkommen geschlossen: Vier neue dedizierte Electron-Starts. Seit 2019 kommt Rocket Lab damit auf insgesamt 17 Electron-Starts für BlackSky.
Außerdem schloss das Unternehmen die Übernahme von Precision Components Limited ab. Damit will Rocket Lab die eigene Fertigungs- und Bearbeitungskapazität ausbauen – zur Unterstützung sowohl des Launch- als auch des Space-Systems-Geschäfts.
Dritter Baustein: Rocket Lab stellte fortschrittliche Silizium-Solararrays vor, die für „Gigawatt“-große, orbitale Rechenzentren ausgelegt sind. Das Unternehmen argumentiert, dass Stromversorgung der zentrale Engpass für solche Konzepte sei, und positioniert die Arrays als modular, leicht und industriell skalierbar mit niedrigen Kosten pro Watt.
Betrieb: Startrekord und großer Regierungsauftrag
Operativ setzte Rocket Lab 2025 ebenfalls eine Marke: 21 Missionen über Electron und HASTE, mit einer Erfolgsquote von 100%. Allein im vierten Quartal starteten sieben Missionen – ebenfalls ein Rekord.
Drei Flüge entfielen auf HASTE-Missionen (Hypersonic Accelerator Suborbital Test Electron), die suborbitale Teststarts für hypersonische Anwendungen ermöglichen. Im Text wird das als Priorität für das US-Verteidigungsministerium eingeordnet, unter anderem im Zusammenhang mit Initiativen wie „Golden Dome“.
Für den Auftragsbestand besonders relevant: ein 816 Mio. US-Dollar schwerer Vertrag der Space Development Agency. Der Text hebt hervor, dass dieser Backlog und die Rolle als vertikal integrierter Prime Contractor stärkt.
Im Handel heute bewegte sich die Aktie zwischen 67,74 und 72,81 US-Dollar und notierte bei 69,50 US-Dollar. Das Volumen lag bei 18,41 Mio. Aktien (Durchschnitt: 15,4 Mio.).
Zum nächsten Quartal liefert Rocket Lab bereits konkrete Leitplanken: 185 bis 200 Mio. US-Dollar Umsatz bei sinkenden Bruttomargen – während die Neutron-Timeline nun klar auf das vierte Quartal 2026 zeigt und damit die operative Umsetzung dieses Programms kurzfristig noch stärker in den Mittelpunkt rückt.
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