Nel hat gestern Zahlen vorgelegt, die den Spagat der Branche gut zeigen: weniger Umsatz, deutlich höherer Verlust – aber zugleich ein spürbarer Sprung beim Auftragseingang. Auffällig ist vor allem ein großer Sondereffekt durch Wertminderungen. Die entscheidende Frage: Wie viel Aussagekraft hat der starke Order-Eingang, wenn große Projekte weiter zögern?

Umsatz sinkt, Verlust wächst

Im vierten Quartal 2025 lag der Umsatz bei 330 Mio. NOK. Das waren rund 21% weniger als im Vorjahresquartal (416 Mio. NOK). Das EBITDA blieb mit -36 Mio. NOK unverändert.

Unter dem Strich rutschte das Ergebnis jedoch deutlich tiefer: Der Nettoverlust stieg auf -870 Mio. NOK nach -64 Mio. NOK ein Jahr zuvor. Haupttreiber waren Abschreibungen in Höhe von 799 Mio. NOK. Diese betrafen vor allem Produktionsanlagen für alkalische Elektrolyseure am Standort Herøya sowie Goodwill und immaterielle Technologiewerte im PEM-Segment.

Auch die Liquidität ging zurück: Zum Quartalsende meldete Nel 1,617 Mrd. NOK an Barmitteln, nach 1,876 Mrd. NOK zum Ende von Q4 2024.

Auftragseingang dreht nach oben

Der positive Ausreißer im Bericht: Der Auftragseingang zog im Gesamtjahr 2025 deutlich an. Das wirkt umso stärker, weil das Bild im Vorquartal noch gegenteilig war: In Q3 (Zahlen vom 29. Oktober 2025) hatte Nel zwar 303 Mio. NOK Umsatz (minus 17% im Jahresvergleich) gemeldet, der Auftragseingang war aber um 64% auf nur 57 Mio. NOK eingebrochen.

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Nel ordnete Q4 so ein, dass der Markt bei großen Ausbauprojekten für grünen Wasserstoff weiter zögerlich bleibt, gleichzeitig aber standardisierte, containerisierte PEM-Pakete eher nachgefragt werden.

Aktie reagiert kaum – Herøya bleibt Schlüsselprojekt

An der Börse blieb eine größere Schreckreaktion aus. Die Aktie drehte gestern Abend sogar leicht ins Plus und stieg in Stuttgart bis 18:18 Uhr MEZ um 2,2% auf 0,184 Euro.

Strategisch kommt der Bericht wenige Wochen nach einer zentralen Entscheidung: Am 12. Dezember 2025 gab der Vorstand grünes Licht für die Industrialisierung der „Next Generation Pressurized Alkaline“-Plattform in Herøya. Geplant ist eine Fabrik mit bis zu 1 Gigawatt Kapazität. Der EU-Innovationsfonds soll das Vorhaben mit einem Zuschuss von bis zu 135 Mio. Euro unterstützen, was laut Unternehmen rund 60% der förderfähigen Kosten abdecken würde.

Für die erste 1-GW-Phase rechnet Nel vor Zuschuss mit Investitionen von etwa 300 Mio. NOK, verteilt auf 2026 und 2027. Der kommerzielle Start ist für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen, größere Auslieferungen ab 2027.

Konkrete Aufträge aus Ende 2025 stützten zudem den Auftragsbestand: Im November sicherte sich Nel einen Vertrag von mehr als 50 Mio. US-Dollar für die HyFuel- und Kaupanes-Projekte (größter Auftrag bislang im PEM-Geschäft). Am 10. November folgte die Auswahl als Technologieanbieter für GreenH-Projekte in Kristiansund und Slagentangen.

Zum Ausblick: Im Kalender stehen die Hauptversammlung am 10. April sowie der Q1-Bericht am 22. April – Termine, an denen vor allem die Zeitplanung für den Markthochlauf in Herøya und die Liquiditätsentwicklung im Zusammenhang mit den Investitionen im Fokus stehen dürften.

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