Rio Tinto zeigt dieser Tage gleich mehrere Gesichter: Während der Kurs durch den Dividendenabschlag technisch unter Druck kam, treibt der Konzern parallel Projekte voran, die weit über das klassische Eisenerz-Geschäft hinausgehen. Im Mittelpunkt stehen dabei Wasser-Sicherheit in Australiens Pilbara-Region und ein Vorstoß in kritische Metalle in Kanada. Was steckt hinter dieser breiteren Agenda?

Ex-Dividende und Rohstoff-Stimmung

Am Freitag notierte die Aktie schwächer – ein wichtiger Auslöser war der Ex-Dividenden-Tag am 6. März. Ab diesem Datum haben Käufer keinen Anspruch mehr auf die anstehende Schlussdividende für 2025. Solche Ex-Dividenden-Termine führen üblicherweise zu einer rein technischen Kursanpassung.

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Zusätzlich kam Gegenwind aus dem Sektor: Große, diversifizierte Minenwerte standen laut Bericht wegen weicherer Tendenzen bei Kupfer- und Eisenerzpreisen unter Druck. Gerade beim Eisenerz bleibt das Umfeld wechselhaft, weil Händler kurzfristige Nachfragesignale (unter anderem rund um chinesische Politik-Meetings und mögliche Produktionskürzungen) gegen Angebotsfaktoren abwägen.

Zahlenwerk 2025: Mehr Volumen, viel Cash

Die Dividende baut auf einer laut Bericht soliden Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2025 auf. Der Umsatz stieg auf rund 57,6 Mrd. US-Dollar, etwa 7% mehr als 2024. Treiber waren höhere Kupfermengen und größere Eisenerzlieferungen – auch wenn Gegenwind von der Rohstoffpreisseite blieb.

Das zugrunde liegende EBITDA legte um etwa 9% auf 25,4 Mrd. US-Dollar zu. Rio verweist dabei auf eine um 8% höhere Kupfer-Äquivalent-Produktion, gestützt durch den Hochlauf der Oyu-Tolgoi-Untertagemine, sowie Rekordproduktion in der Pilbara. Der operative Cashflow verbesserte sich auf 16,8 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig hielt der Konzern an einer Ausschüttungsquote von 60% fest und zahlte insgesamt 6,5 Mrd. US-Dollar an ordentlicher Dividende – bereits das zehnte Jahr am oberen Ende der eigenen Zielspanne.

Strategie: Wasserprojekt und Gallium als nächster Baustein

Ein zentrales Signal kam aus Westaustralien: Rio Tinto und die Regierung des Bundesstaats haben ein 50:50-Joint-Venture für die Fertigstellung der Dampier-Meerwasserentsalzungsanlage (Stufe 1 und 2) vereinbart. Die Anlage soll insgesamt 8 Gigaliter entsalztes Wasser pro Jahr liefern. Das Projektvolumen liegt bei 1,1 Mrd. Australischen Dollar, betrieben werden soll die Anlage von Rio Tinto. Ziel ist es, die Grundwasserentnahme deutlich zu senken und damit Umwelt- sowie kulturell relevante Standorte besser zu schützen. Stufe 1 ist bereits im Bau und soll später in diesem Jahr 4 GL pro Jahr liefern; Stufe 2 läuft an, erstes Wasser wird für 2027 erwartet.

Parallel forciert Rio Tinto ein Gallium-Projekt in Québec. Geplant ist, primäres Gallium aus dem Aluminiumoxid-Raffinationsprozess zu gewinnen. Nach der ersten erfolgreichen Gallium-Extraktion mit Partner Indium Corporation im Mai 2025 soll nun eine Pilotanlage am Standort Complexe Jonquière (Saguenay) entstehen. Die kanadische Regierung hat dafür eine nicht rückzahlbare Förderung von bis zu 18,95 Mio. Kanadischen Dollar unter Auflagen in Aussicht gestellt; Québec hatte bereits im Dezember 2024 7 Mio. Kanadische Dollar zugesagt. Hintergrund: Weltweit werden laut Bericht zwar über 700 Tonnen Gallium pro Jahr produziert – bislang komplett außerhalb Nordamerikas. Ein späterer Ausbau auf industriellen Maßstab könnte Rio Tintos Menge auf 40 Tonnen jährlich bringen, etwa 5% der heutigen Weltproduktion.

Auch der Blick nach vorn ist kapitalintensiv: Für 2026 nennt der Konzern Investitionen von bis zu rund 11 Mrd. US-Dollar und eine Kupfer-Prognose von 800 bis 870 Kilotonnen. Kupfer rückt damit weiter ins Zentrum, weil der Hochlauf von Oyu Tolgoi Richtung Regelbetrieb laufen soll und das Management Kupfer als strukturellen Wachstumstreiber im Zuge von Elektrifizierung und Netzausbau positioniert.

Beim Kurs zeigt sich kurzfristig Schwäche: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 77,29 Euro, in den vergangenen sieben Tagen steht ein Minus von 7,71% zu Buche.

Unterm Strich wirkt 2026 für Rio Tinto weniger wie ein reines Eisenerz-Jahr, sondern wie ein Test für Kupfer-Umsetzung und Investitionsdisziplin – mit konkreten Meilensteinen: zusätzliche Entsalzungskapazität noch 2026, erste Wasserlieferungen aus Stufe 2 im Jahr 2027 und der Start der Gallium-Pilotanlage als nächster Schritt Richtung möglicher Produktion in Nordamerika.

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