Rio Tinto Aktie: Dividende fließt
Rio Tinto schüttet am heutigen Freitag seine finale Dividende für 2025 aus – 2,54 US-Dollar pro Aktie landen bei den Anteilseignern. Doch während das Geld fließt, richtet sich der Blick auf Guinea: Dort läuft die Produktion im Simandou-Projekt an, dem größten Eisenerz-Greenfield-Vorhaben Afrikas. Nach der ersten Verschiffung im Dezember 2025 nimmt die Anlage Fahrt auf – allerdings nicht ohne Rückschläge.
Simandou: Vom Meilenstein zur Realität
Im Dezember 2025 verließ die erste Ladung Eisenerz aus Simandou den Hafen in Guinea – 200.000 Tonnen auf dem Weg nach China. Was nach jahrelanger Planung wie ein symbolischer Akt wirkte, markierte den Übergang von der Bauphase zum echten Betrieb. Im vierten Quartal 2025 lag die Produktion bereits bei 2,3 Millionen Tonnen.
Seitdem hat sich das Tempo erhöht. Während im Dezember nur alle drei Wochen ein Schiff ablegte, verlassen inzwischen wöchentlich Frachter den Hafen – ein Zeichen dafür, dass Logistik und Infrastruktur schneller greifen als geplant. Allerdings musste Rio Tinto die Produktion zuletzt nach dem Tod eines Auftragnehmers vorübergehend aussetzen. Bis Anfang Oktober 2025 waren bereits 16 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Projekt zu beklagen – eine düstere Bilanz, die zeigt, wie komplex der Aufbau einer solchen Anlage in abgelegener Lage ist.
Für 2026 plant das Unternehmen erste Verkäufe von 5 bis 10 Millionen Tonnen. Das Erz wird derzeit per Bahn zur Hauptstrecke transportiert und über den WCS-Hafen verschifft, bis der eigene SimFer-Hafen fertig ist. Die endgültige Kapazität: 60 Millionen Tonnen jährlich aus der SimFer-Mine, 120 Millionen Tonnen insgesamt. Der Hochlauf soll 30 Monate dauern, sobald die Infrastruktur vollständig steht.
Kupfer rückt in den Fokus
Parallel zum Eisenerz baut Rio Tinto seine Kupferproduktion aus. Mit der Fertigstellung der unterirdischen Erschließung in Oyu Tolgoi und steigenden Ausbeuten positioniert sich das Unternehmen in einem Markt, der von Elektrifizierung und Energiewende getrieben wird. Bis 2030 strebt der Konzern ein jährliches Volumenwachstum von drei Prozent an – vor allem durch Simandou und Effizienzsteigerungen in bestehenden Anlagen.
Doch das zusätzliche Eisenerz aus Guinea bringt auch ein Risiko mit sich: Mehr Angebot bedeutet Druck auf die Preise, vor allem für Produzenten mit höheren Kosten. Rio Tinto ist als Pilbara-Betreiber zwar besser aufgestellt als viele Wettbewerber – aber die Marktdynamik bleibt spürbar.
Zahlen und Kapitalplanung
Die Bilanz für 2025, veröffentlicht im Januar 2026, zeigte solide Ergebnisse über alle Kernbereiche hinweg. Bis Dezember 2025 erzielte das Unternehmen Produktivitätseinsparungen von 650 Millionen US-Dollar. Für 2026 und 2027 rechnet das Management mit weiteren Verbesserungen durch Straffung der Organisation, Optimierung von Anlagen und strengere Kostenkontrolle bei Auftragnehmern.
Die Großprojekte wie Simandou und die laufende Instandhaltung binden jedoch erhebliche Mittel. Während die Mine langfristig Cashflow liefern soll, konkurrieren Investitionen und Dividendenzahlungen kurzfristig um dieselben Ressourcen.
Ausblick: Aufbau mit Fragezeichen
Simandou folgt einem klaren Fahrplan: Erste Lieferung Ende 2025, schrittweiser Hochlauf bis 2027/2028. Für Anleger, die heute die Dividende kassieren, ist die längerfristige Frage entscheidender: Kann Rio Tinto das Projekt sicher und effizient auf volle Leistung bringen, ohne dass Sicherheitsvorfälle oder Infrastrukturprobleme den Zeitplan gefährden? Und wie stark wird das zusätzliche Angebot die Eisenerzpreise belasten?
Die Antworten darauf werden den Kurs der Aktie stärker prägen als die heutige Ausschüttung.
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