Der Essener Industriekonzern hat seine Ausschreibung für grünen Wasserstoff vorerst gestoppt. Die Angebote lagen deutlich über den wirtschaftlich vertretbaren Kalkulationen – ein herber Rückschlag für das Herzstück der Dekarbonisierungsstrategie. Gleichzeitig laufen die Verhandlungen über den Verkauf der Stahlsparte weiter, während die Handelstochter Materials Services bis Ende März liefern muss.

Wasserstoff-Beschaffung: Zu teuer für Duisburg

Das geplante Ausschreibungsverfahren für grünen Wasserstoff wurde ausgesetzt. Die eingegangenen Offerten lagen nach Unternehmensangaben „deutlich höher" als erwartet – auf einem Niveau, das sich nicht mit den wirtschaftlichen Vorgaben vereinbaren lässt. Für das Duisburger Werk, wo künftig eine Direct Reduction Iron (DRI)-Anlage entstehen soll, bedeutet dies einen Dämpfer bei der Suche nach klimaneutralem Energieträger.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?

Trotz des Rückschlags hält Thyssenkrupp am Bau der DRI-Anlage fest. Die Technologie gilt als zentral für die Umstellung der Stahlproduktion auf CO₂-arme Verfahren. Ohne gesicherte Wasserstoffversorgung zu wirtschaftlichen Konditionen bleibt jedoch die Frage offen, wie schnell die Transformation gelingen kann.

Stahlverkauf: Jindal prüft weiter

Parallel laufen die vertraulichen Gespräche mit Jindal Steel International über den Verkauf von Steel Europe. Die Due-Diligence-Prüfung ist im Gange. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 hat der Konzern bereits einen Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro avisiert – verursacht durch Restrukturierungsrückstellungen bei der Stahlsparte.

Operativ gibt es dennoch Lichtblicke: BMW bezieht ab diesem Jahr CO₂-reduzierten Stahl für das iX3-Modell. Die TÜV-verifizierten Einsparungen liegen bei 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmband. Zudem wurde im Dezember 2025 ein Tarifvertrag zur Stahl-Restrukturierung abgeschlossen. Die Übertragung der HKM-Anteile an Salzgitter ist für den 1. Juni 2026 vorgesehen.

Materials Services: Deadline Ende März

Die Handelssparte steht vor einer kritischen Weichenstellung. Bis Ende März muss die Einheit operative Verbesserungen nachweisen – eine Voraussetzung für weitere Portfolioentscheidungen im Jahresverlauf. Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete Materials Services 11,4 Milliarden Euro Umsatz mit über 15.000 Mitarbeitern.

Als strategische Optionen stehen eine Abspaltung, ein Börsengang für Herbst 2026 oder ein vollständiger Verkauf im Raum. Zusätzlich wird eine Umwandlung in eine KGaA geprüft – ein Konstrukt, das bei Anteilsverkäufen mehr Kontrolle sichern kann.

Quartalsergebnisse: EBIT im Plus, Netto im Minus

Im ersten Quartal 2025/26 erzielte Thyssenkrupp einen Umsatz von 7,2 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT von 211 Millionen Euro. Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro bei Steel Europe führten jedoch zu einem Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Die Marinetochter TKMS liefert mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro Stabilität.

Der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 dürfte zeigen, ob die Transformation an Tempo gewinnt. Der Markt wartet auf drei Antworten: Fortschritte bei den Jindal-Verhandlungen, operative Erfolge bei Materials Services und die reibungslose HKM-Übertragung Anfang Juni.

Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 07. März liefert die Antwort:

Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...