Masayoshi Son setzt alles auf eine Karte: Künstliche Intelligenz. Doch die aggressive Strategie fordert ihren Tribut. Während Milliarden in OpenAI fließen, warnen Ratingagenturen vor Liquiditätsengpässen und der geplante Börsengang der Tochter PayPay verzögert sich. Droht dem japanischen Tech-Riesen eine Finanzierungsklemme?

Ratingagentur senkt Daumen

S&P Global hat den Ausblick für die SoftBank Group von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Auslöser ist die geplante Aufstockung der Beteiligung an OpenAI um weitere 30 Milliarden US-Dollar. Die Analysten befürchten, dass dieser massive Kapitalabfluss die Liquidität des Konzerns schwächt und die Qualität der Vermögenswerte verwässert. Zwar bestätigte S&P das langfristige Rating von "BB+", doch die Botschaft ist klar: Der finanzielle Spielraum schrumpft.

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Der Markt reagierte prompt auf die Einschätzung. Die Kosten für die Absicherung gegen Kreditausfälle (Credit Default Swaps) kletterten auf ein 11-Monats-Hoch von rund 355 Basispunkten. Damit wird SoftBank an den Kreditmärkten derzeit riskanter eingeschätzt als jedes andere japanische Großunternehmen – der Abstand zu Nissan beträgt mittlerweile rund 100 Basispunkte.

Das Klumpenrisiko wächst

Durch die neuen Investitionen verschiebt sich die Balance im Portfolio drastisch. Der Anteil von OpenAI am Gesamtvermögen steigt auf rund 13 Prozent und erreicht damit eine ähnliche Bedeutung wie die Chip-Design-Tochter Arm Holdings. S&P kritisiert, dass der Anteil nicht börsennotierter Vermögenswerte dadurch deutlich über die Marke von 50 Prozent steigen dürfte.

Dies erhöht das Risiko signifikant. Bei Investments in private KI-Startups handelt es sich um illiquide Anlagen, die Innovationen und hartem Wettbewerb ausgesetzt sind. Sollte SoftBank kurzfristig Kapital benötigen, lassen sich diese Anteile kaum ohne hohe Abschläge verkaufen.

Geopolitik bremst Börsengang

Verschärft wird die Lage durch externe Schocks, die die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns versiegen lassen. Der für Montag geplante Start der Roadshow für den Börsengang der Bezahl-App PayPay wurde abgesagt. Grund sind die geopolitischen Turbulenzen nach den jüngsten Angriffen im Nahen Osten, die die globalen Märkte verunsichern.

Für SoftBank ist das Timing denkbar ungünstig. Der Börsengang, bei dem eine Bewertung von über 10 Milliarden US-Dollar angestrebt wurde, sollte rund 1,1 Milliarden US-Dollar frisches Kapital in die Kassen spülen. Es ist bereits die zweite Verzögerung für PayPay, nachdem im Vorjahr ein US-Government-Shutdown die Pläne durchkreuzte.

Wette auf Pump

Die Finanzierung der KI-Offensive erfolgt nicht nur aus eigenen Mitteln. Berichten zufolge verhandelt SoftBank über Kredite von bis zu 40 Milliarden US-Dollar, um die OpenAI-Position auszubauen. Bereits jetzt dienen Aktien der Tochter Arm im Wert von 18,5 Milliarden US-Dollar als Sicherheit für bestehende Kredite.

Zwar wies der Konzern zuletzt einen Nettogewinn von 3,17 Billionen Yen (ca. 20,7 Mrd. Dollar) aus, doch Analysten mahnen zur Vorsicht. Ein Großteil dieser Gewinne resultiert aus unrealisierten Bewertungsanpassungen und nicht aus operativem Cashflow. Die Anleger zeigen sich skeptisch: Die Aktie verlor seit Jahresbeginn rund 15 Prozent an Wert.

Ausblick: Zeitfenster schließt sich

Die kommenden Wochen werden für die Bonität des Konzerns entscheidend sein. Um das aktuelle Rating zu verteidigen, muss SoftBank laut Bloomberg Intelligence Vermögenswerte verkaufen oder den Verschuldungsgrad senken. Ohne einen erfolgreichen Börsengang von PayPay oder eine klare Perspektive für ein OpenAI-Listing bleibt der finanzielle Spielraum in dem volatilen geopolitischen Umfeld jedoch begrenzt.

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